In the picture II

In den letzten Tagen habe ich wieder eine Reihe wunderschöner Fotostrecken gefunden, die ich gerne mit euch teilen möchte.

1. „Warten auf das eigene Kind“ (gefunden auf stern.de). Eine Freundin teilte diese Strecke auf ihrer facebook Seite und sie traf mitten ins Herz, irgendwie. Der Untertitel lautete: „Eine junge Russin fotografiert ihre schwangeren Freundinnen im tiefen Schlaf. Die Bilder fangen den Zauber der Liebe und des werdenden Kindes ein. Es sind intime Porträts einer intensiven Zeit.“ Jana Romanova lautet die Künstlerin und ihre Fotos gehen unter die Haut.

2. „Dancers Among Us“ von Jordan Matter wurde auch über facebook, von einer Tänzer-Freundin, geteilt. Ich fand diese Fotos so lebendig und wunderbar getroffen. Ich stehe ja eh so sehr auf Musicals, und hege manchmal den geheimen Wunsch in einer Welt zu leben, wo es ok ist, einfach mal lostanzen und lossingen zu können und dass die Umstehenden statt spöttisch zu gucken einfach mit einfallen…hach, das wäre super!

3. Ein Kollege und ich unterhielten uns kürzlich beim Morgen-Kaffee über Kinder und deren Fähigkeit sich über scheinbar banale Dinge fürchterlich aufregen zu können (man gab ihnen den blauen, statt den grünen Becher oder man zog ihnen erst den linken und dann den rechten Schuh an, etc.) . Da fiel mir ein Tumbler (mittlerweile website) ein, den ich vor einiger Zeit fand: „Reasons my son is crying“. Hier fotografierte ein Vater seine 2- und 4-jährigen Söhne bei emotionalen Melt-Downs und postete diese Fotos mit den Gründen für jene Tränen in den Captions. Leider musste ich feststellen, dass er nicht mehr nur seine eignenen Fotos postet, sondern auch ihm eingesendete…und noch ganz viel andere (ihm zufolge) relevanten Dinge…was irgendwie die simple Message dieser Bilderreihe zerstört. Naja, trotzdem noch ganz witzig anzusehen.

4. Und, passend zum heutigen Tag der deutschen Einheit: Eine Fotoserie (gefunden auf cicero.de) mit dem Titel „Leben in Ost-Berlin“. Hier werden Alltags-Situationen sowie Bilder von grossen Events gezeigt, aus verschiedenen jahren, von verschiedenen Fotografen. Ich find es an sich fastzinierend, leider ist die cicero-Seite sehr nervig, da sich mit jedem Bild der Galerie die Seite komplett neu aufbauen muss.

5. Das hier ist was ganz cooles…nicht nur der Tumblr, sondern die ganze Story drum herum. Dieser Tumblr entstand in Verbindung mit einem Kunst-Projekt der Künstlerin Marina Abramović. Diese Künstlerin setzte sich, im Rahmen ihres Kunstprojekts „The Artist is Present“ in das New Yorker Museum of Modern Art. Dort konnte man (nach langem Anstehen) der Künstlerin gegenübersitzen. Manche fragen sich „warum ist das Kunst?“, andere applaudieren es als faszinierend und einfach anders. Der tumbler „Marina Abramović made me cry“ zeigt ein paar Menschen, die im Angesicht dieser Künstlerin zu weinen begannen. Die Gründe werden nicht verraten, aber die Zeit, die sie brauchten bis die Tränen kamen. Ich empfinde diese Bilder als sehr emotional, selbst meine Augen wollten mitheulen…ganz seltsam. Bei weinenden Männern sogar noch mehr als bei den Frauen, ich weiss nicht warum. Ich finde diese Projekt ganz cool, ich mag Performance Art (auch wenn da ziemlich schräge Sachen bei rumkommen können, vielleicht gerade deshalb). Auf ihrer Webseite sagt Marina „Das Schwierigste ist, etwas zu tun, was dem Nichts-tun nahe kommt“. Ich finde, das trifft es, aber nur so halb. In unserer schnellen, individualisierten Welt ist es halt so ungewöhnlich einem Fremden in die Augen zu schauen…ich meine, meistens haben wir noch nicht mal Zeit unseren Freunden in die Augen zu sehen. Ich kann mir schon vorstellen, dass das ein ganz schön intensiver Moment ist. Kleine nette Story am Rande des Projekts: In den 70ern und 80ern hatte die Serbin eine ziemlich intensive Beziehung mit dem Künstler Ulay (Frank Uwe Laysiepen)…sie lebten viel ihrer Beziehung durch gemeinsame Performance-Art Projekte und auch ihre Trennung inszenierten sie als eine Art Performance-Stück, indem sie sich in der Mitte der Chinesischen Mauer trafen, „Good-Bye“ sagten und jeder in eine andere Richtung davon ging. Das war im Jahre 1988. Seither haben sie sich, laut ihnen selbst, kaum mehr gesehen. Am Eröffnungstag von Marina’s „Ausstellung“ (ihrer selbst) im MoMa kam auch Ulay ins Museum. Ohne Ankündigung setzte er sich ihr gegenüber. Das was folgte ist nicht in Worte zu fassen, aber man kann es hier sehen. Verrückte Künstler!

Viel Spass beim stöbern und verzaubern lassen.

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5 Comments

  • Reply
    thesmellofgreen
    3. Oktober 2013 at 10:06

    Jaaa, endlich jemand, der meinen geheimen Traum vom Leben in einer Musicalwelt teilt! Wie cool wäre das denn??!

    • Reply
      perlenmama
      3. Oktober 2013 at 10:15

      Oh, das kannte ich noch nicht…seeehr hübsche Frau! Coole Idee, ein travel-couple, super!

  • Reply
    Das Reflektions-Experiment - 1000 Fragen an mich selbst #24 & #25 – Perlenmama
    26. Juni 2018 at 08:01

    […] 481: Bei welcher Fernsehsendung schaltest du sofort um? Eher „bei welchem Sender“ und das ist fast jeder mittlerweile. Das ist auch ein Grund, warum wir kein TV Programm mehr haben, sondern nur noch streamen und uns das Programm somit selber machen (und zwar quasi werbefrei). 482: Wann hast du zuletzt jemandem vorgelesen? Vor einer Stunde, der Perle. Das machen wir jeden Abend, beide Kids bekommen jeweils noch ein Buch bzw. ein Kapitel vorgelesen. Die Kleine liebt „Elmar’s neuer Freund“ und die Große hört grad „Der Warumwolf“. 483: Bist du gut im Small Talk? Joa, wenn ich merke, dass es ins Stocken gerät, frage ich einfach eine Frage nach der anderen und achte darauf, mir die Antworten auch wirklich anzuhören, dann läuft es meistens wie von selbst. 484: Welche Nachricht hat sich in letzter Zeit stark berührt? Die Separation von Kindern und Eltern in den Staaten. Das macht mich sprachlos und schmerzt. 485: Welche Sprache würdest du gerne beherrschen? Finnisch, Schwedisch oder Italienisch. 486: Kannst du Kaugummiblasen machen? Ja, große und laute. 487: Welcher deiner Geburtstage hat dir am besten gefallen? Hm, mein 26. in Dublin war toll, mein 30. aber auch, wir haben eine Oldie-Party gefeiert und alle kamen als alte Leute verkleidet in Putzschürzen, mit Stock und grauen Perücken, auf den Tischen lagen Kukident, Groschenromane und die Apotheken-Umschau („Rentner Bravo“) und wir haben bis 5 Uhr getanzt und gelacht, inkl. dem ein oder anderen Gehstock-Limbo. Mein Geschenk war übrigens in einer Schatztruhe und der Schlüssel in einem von 7 vollen Gläsern, die ich erst austrinken musste, bevor ich es weiter auspacken konnte. 488; Welche Floskel benutzt du zu oft? What goes around, comes around. 489: Kannst du dich leicht in Zeichentrickfilme hineinversetzen? Hehe, nein. Ich find sie süß, aber das war’s. 490: Suchst du dein Waschmittel nach dem Duft aus? Nein, gern geruchslos und mit so wenig Zusätzen wie möglich, umweltfreundlich und so wenig Verpackung wie möglich. Geruch ist da irgendwie Nebensache. 491: Kommt es dir so vor, als wäre das Gras des Nachbarn immer grüner? Hahahaha, nein. Wobei, kommt drauf an von welchem Nachbarn ihr sprecht (ja, ich habe das jetzt einfach mal wörtlich genommen). 492: Welchen gesunden Snack magst du am liebsten? frisches Obst. 493: Wie fest ist dein Händedruck? Fest, aber nicht unangenehm (jedenfalls ist das mein Ziel). 494: Schreibst du häufig etwas auf, damit du es dir besser merken kannst? Ständig, sonst ist es vergessen. 495: Worauf hast du zuletzt mit Ja geantwortet? Jetzt gerade auf „rufst du gleich noch kurz an, wenn du fertig bist?“. 496: Welche Mahlzeit am Tag magst du am liebsten? Frühstück, aber selten zur üblichen Frühstückszeit. 497: Schläfst du manchmal beim Fernsehen ein? Auch wenn ich es versuche zu vermeiden, ich bin oft so müde, dass mir das tatsächlich passiert. 498: Wie stark ist deine Sammelleidenschaft? Nicht sehr stark was bestimmte Sammelstücke betrifft (außer Postkarten), aber ich habe ein Problem mit potentiellen Bastelmaterialien. Davon kann ich nix wegschmeißen. Und vergesse es dann, so dass es nie verbastelt wird. 499: Hältst du dich immer an den Plan, den du gemacht hast? Nein, ich bin da flexibel und passe ihn neuen Erkenntnissen an. 500: Welches Kunstwerk hat dich stark beeindruckt? Alles von Marina Abramović, am besten „the artist in the presence“. […]

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