Das Unbegreifliche erklären – Mit Kindern über den Tod sprechen

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Mein Professor für Entwicklungspsychologie (seinerseits leider sehr plötzlich und viel zu früh verstorben) sagte einmal zum Thema Tod: „Unser Gehirn und unser Bewusstsein sind evolutionstechnisch nicht dafür angelegt, den Tod und unsere eigene Endlichkeit zu begreifen.“ Das ergibt ja auch Sinn, immerhin sind unsere Körper für das „Überleben“ geschaffen…aber sterben werden wir alle einmal. Das kann besonders für Kinder sehr gruselig sein, besonders wenn sie die Angst ihrer Eltern bei diesem Thema spüren. Daher ist es ein wichtiges Thema über das „Wie“ und „Was“ nachzudenken, wenn man mit seinen Kindern über den Tod sprechen möchte. Aber wie erklärt man etwas adäquat, verständlich und einfühlsam, das man selber kaum begreifen kann?

Der richtige Zeitpunkt

Meist ergeben sich Fragen der Kinder und Gespräche über das Thema Tod, wenn man selber betroffen ist, da ein nahestehender Mensch (oder ein Tier) gestorben ist. Das ist ganz natürlich, Kinder beobachten ihre Umwelt und die Menschen darin und stellen dann ihre Fragen zu den Dingen, die sie nicht verstehen. Doch leider sind diese Momente oft sehr emotional und man fühlt sich nicht imstande, dieses Thema einfühlsam und verständlich zu erklären. Besonders, wenn große Trauer bei den Eltern und anderen Bezugspersonen mitschwingt, wird das Thema schnell sehr unheimlich für die Kinder. Denn etwas, was sogar die eigenen Eltern fassungslos macht, ist eine sehr gruselige Angelegenheit. Daher ist es ratsam, das Gespräch über den Tod zu einem Zeitpunkt zu führen, an dem man gefasst und „nüchtern“ darüber sprechen kann, ohne den Kindern ob der Unberechenbarkeit des Todes Angst zu machen. Das ist natürlich eine ziemliche Gratwanderung.

Was sagt man da überhaupt?

Tja, was sagt man, wenn man seinen Kindern den Tod erklären will? Das ist wirklich eine sehr schwierige Frage und eine noch schwierigere Antwort. Generell sollte man natürlich Bezug auf das Kind, seine Entwicklung, sein Verständnis und seine Erfahrungen nehmen, was eine General-Aussage schon unmöglich macht. Wichtig ist es, dass das Kind keine Angst bekommt. Dinge wie „dann schläft man ein“ oder „wenn man krank ist“ können dafür sorgen, dass Kinder vor dem Schlafen oder beim nächsten Schnupfen Ängste entwickeln. Wichtig ist hier Ehrlichkeit und auch eine gewisse Direktheit. Kinder überraschen einen doch oft damit, wie „matter-of-factly“ sie Informationen für sich verpacken, wenn man aufrichtig und ehrlich mit ihnen umgeht. Ausgelassene Informationen und „Schön-reden“ bestrafen sie gern mit weiteren bohrenden Fragen.

Handfestes Handbuch

Am liebsten orientiert man sich ja daran, was andere Eltern so machen und passt diese Handhabungen dann individuell für sich und seine Familie an. So mache ich es jedenfalls und das ist ja auch der Zauber der Elternblogs, oder? Dies hat die Versicherung CosmosDirekt bezüglich des Themas „Tod“ nun getan und hat verschiedene Erfahrungen und Tipps rund um „Mit Kindern über den Tod sprechen“ von einigen Elternblogs zusammengefasst und in einem tollen (und sehr praktischen) E-book herausgebracht. Mit dabei sind unter anderem die Bloggerin Susanne von NullpunktZwo, Kuchen Kind und Kegel, GrosseKöpfe (u.v.m.), aber auch Petra Brenner, die unter anderem als Traumapädagogin arbeitet und das Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche e.V. „Löwenzahn“ in Hannover mitleitet. Das E-Book „Wie erkläre ich meinem Kind den Tod?“ von CosmosDirekt vereint also Expertenwissen und wichtige Erfahrungswerte anderer Eltern zu einem praktischen Leitfaden, der Fragen zum geeigneten Alter, richtigen Worten, Wege des Tröstens u.v.m. beantwortet.

Fazit

Kinder freuen sich über Offenheit, Respekt und Augenhöhe. Sie lassen sich nicht gern und vor allem nicht lange mit Halbwahrheiten und vagen Aussagen abspeisen, wenn sie etwas verstehen wollen. Außerdem füllen sie Wissenslücken gern selbst mit ihrer eigenen, teils sehr bunten und dramatischen, Phantasie. Daher plädiere ich für einen sehr ehrlichen Umgang in Sachen „Tod“, denn leider lässt er sich nicht wegignorieren oder -rationalisieren. Irgendwann wird jedes Kind mit dem Thema Tod in Berührung kommen und wäre es da nicht gut, wenn es nicht völlig unvorbereitet getroffen werden würde und vor lauter Fragen und Angst nicht weiß wohin? Ich weiß, dass es eine große Portion Überwindung kostet und man auch das Gefühl hat, man würde seinen Kids vielleicht ein Stück weit ihre heile Welt nehmen. Das mag sogar sein, aber auch das ist besser, wenn dies durch emotional aufgeräumte Erwachsene in einem sicheren Umfeld passiert, als kurz vor der Beerdigung eines geliebten Verwandten oder Haustieres.

Das E-Book „Warum wacht Bello nicht mehr auf? – Wie erkläre ich meinem Kind den Tod?“ von CosmosDirekt ist hier zum kostenlosen Download erhältlich.

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2 Comments

  • Reply
    Julia
    10. Juli 2018 at 13:41

    Danke für den Tipp. Unsere Frieda fragt auch schon manchmal nach und es ist nicht so, dass man seinem Kind nicht antworten will, sondern man es (wie du schreibst) eben selbst nicht be-greifen kann. Und dann glaubt ja auch noch jeder etwas anderes und man will seinen Glaube ja nicht über das Kind „stülpen“, sondern es als Idee anbieten. Wichtig sich als Eltern bewusst zu machen, was man möchte und wie!

  • Reply
    Chaoshoch4
    11. Juli 2018 at 09:11

    Ich kann mich meiner Vorrednerin Julia nur anschließen. Das Thema ist gegenüber der eigenen Kinder irgendwie immer ein Drahtseilakt. Einerseits will man verständlich, aber nicht verschreckend davon sprechen. Mit einer hübschen Idee vom Himmel und der eigenen Phantasie. Von Regenbogenbrücken und vielem mehr. Gleichzeitig will man den Kids aber auch nicht einfach die eigenen Vorstellungen „aufdrücken“ / „überstülpen“.
    Erst letztes Wochenende, musste ich meinem Sohn erklären dass eine seiner Freundinnen verstorben ist. Er ist schon 11, da konnte ich dann quasi gerade heraus erklären, dass sie schwer krank war und nicht mehr gesund werden konnte. Aber bei dem kleinen Bruder, wird sowas noch dauern.

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