Ich will nicht lügen: Morgens alleine zwei Kinder und sich selber fertig zu machen um pünktlich das Haus zu verlassen ist gar keine so einfache Sache. Als nun die Schule für die Perle begann, ist unsere Morgenroutine ja ein wenig straffer und so auch nochmal stressiger geworden. Als ich noch in meinem alten Job gearbeitet habe, mussten wir morgens auch sehr früh und vor allem pünktlich das Haus verlassen, damals hatte ich auf einem Whiteboard eine kleine (und eher rudimentäre) Tabelle angefangen, nach der die Perle ihre Morgenroutine selbstständig durchlaufen konnte. Das klappte überraschenderweise sehr gut (und zwar auch sehr lange sehr gut). Nun äußerte sie den Wunsch, eine solche Tabelle wieder anzuschaffen. Als ich ein Bild davon auf Instagram postete, gab es viele Fragen dazu, also habe ich beschlossen, eine Art Elternhack Anleitung dazu zu machen.
Man muss dazu sagen, dass die Perle eher Typ Morgenmuffel ist, besonders wenn sie geweckt werden muss (von wem sie DAS bloß hat?). Sie findet es dann besonders doof, wenn man ihr dauernd sagt, was sie tun soll. Und genau da kommt dieser Elternhack ins Spiel. Auf der Morgentabelle stehen alle Aufgaben, die sie am Morgen erledigen muss. Die Reihenfolge kann sie selber bestimmen und dann alles einzeln abhaken. Wenn alles abgehakt ist, ist sie quasi fertig. Sie fühlt sich selbstständig und vor allem: In Ruhe gelassen. Und weil sie es so toll findet (und ich nicht immer das gleiche sagen will), haben wir auch direkt Aufgaben für den Nachmittag mit aufgeschrieben.
Das braucht ihr für diesen Elternhack:
-Einen Din A4 Bilderrahmen
-Einen abwaschbaren Marker (am besten mit dünner Spitze)
-Ein buntes Blatt (optional)
-Lineal und normalen Stift
Und so geht’s:
Erst habe ich geguckt, wie weit der Rahmen am Rand über dem Blatt liegt, damit ich in etwas weiß, wieviel Platz ich hier lassen muss. Dann habe ich eine Tabelle auf das Blatt gemalt. In die Y-Achse der Tabelle besteht aus so vielen Feldern, wie man Aufgaben hat. Die X-Achse sind die Wochentage. Die Aufgaben habe ich dann bildlich dargestellt, da die Perle ja (noch) nicht lesen kann (und ja, ich weiß dass ich in diesem Leben wohl keine Illustratorin mehr werde).
Hier gibt es für Morgens:
– Haare kämmen
– Zähne putzen
– Auf Toilette gehen und Hände waschen
– Anziehen
– Brotdose und Trinkflasche einpacken
– Und eine Checkbox, ob evtl. Sportzeug mitgenommen werden muss
und für Nachmittags:
– Brotdose und Trinkflasche in die Küche stellen
– Mir den Postordner und die Mittteilungshefte zeigen
– Hausaufgaben machen
– Den Schulranzen wieder fertig packen
Das war es auch schon. Dieses Blatt habe ich dann in den Rahmen gesteckt und neben die Wohnungstüre gehängt.
Und so funktioniert es:
Nun kann die Perle sich hier morgens selber entscheiden, womit sie anfängt. Das klappt wirklich sehr gut. Und das sogar ohne extrinsische Motivation, sie bekommt also keine Belohnung dafür, wenn sie soundso viele Häkchen gemacht hat (ja, auf unserem Plan ist eine Box für das Taschengeld, aber das ist unabhängig von der Liste und dient lediglich zur Erinnerung). Zur Zeit ist das „Abhaken können“ noch Motivation genug. Mal sehen wie es sich weiter entwickelt, vielleicht wird das in der Zukunft nochmal neu verhandelt. Und wenn eine neue Woche beginnt, dann wird einfach alles wieder weggewischt und nochmal angefangen.
Vielleicht klappt so eine Tabelle bei euch ja auch? Es ist natürlich kein Allheilmittel und funktioniert so wahrscheinlich auch nicht bei jedem Kind, aber man kann sie ja auch individuell anpassen und ggf. eine Variation dieser Tabelle nutzen.
Wenn ihr diesen Elternhack ausprobieren solltet, dann freue ich mich natürlich über euer Feedback und eure Berichte.
PS: Die Herzchen sind an den Tagen drin, an denen die Perle beim Papa ist.
PPS: Lust auf weitere praktische Elternhacks? Hier gibt es zum Beispiel einen praktischen Weg, Kinderkunst schön in Szene zu setzen.
Like it? Pin it!
1 Comment
Sauberer Spaß - Entspannte Alltagsroutine mit Playbrush – Perlenmama
10. Dezember 2018 at 23:01[…] manchmal, dass ihr euch anhört wie eine kaputte Schallplatte? Auch wenn unser Alltag mit Hilfe unserer praktischen To_Do Listen recht gut klappt, so muss man manche Dinge trotzdem jeden Tag mehrfach sagen. „Gehst du bitte […]