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Gedanken

Rumkugeln

..habe ich nicht gegessen in jener Zeit, dafür aber ganz viele andere seltsame Dinge gemacht und gegessen. „Jede Schwangerschaft ist anders“, sagt man; Also, hier eine Liste von seltsamen Dingen aus der Zeit in der ich „rumkugelte“, weil die Perle noch in meinem Bauch wohnte:

1. Madame Perle hatte im dritten Trimester an den meisten Tagen gegen 7 Uhr morgens Schluckauf. Regelmässig genug um ein Trend zu werden, unregelmässig genug als dass ich mir den Wecker hätte sparen können. Weiterlesen

Eine Prise Perspektive

Heute hat mich auf Nido online dieses Video überfallen. Natürlich hat es mich wieder mal zu Tränen gerührt, aber darum geht es jetzt grad nicht. Es hat mich nämlich auch über all die Mama-Blogs nachdenken lassen, die ich gestern abend (mit Fieber und Halsschmerzen eingemuckelt im Bett) noch gelesen habe. Viele Mama’s denken sehr viel nach. Was sie besser machen sollten, müssten, könnten. Wo sie lernen müssten, sollten, könnten. Die Geduld, die liebe Geduld, die einfach nie da ist, wenn man sie braucht. „Lasse ich genug los“ vs. „Bin ich genug da?“. „Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich einfach mal keine Lust habe Playmobil-Zirkus zu spielen?“ „Ich muss besser zuhören/mehr vorlesen/weniger schimpfen/mehr erklären“. Weiterlesen

Wie ’ne Tomate

Ich werde schrecklich schnell rot. Das ist wirklich ein Problem, denn manche Gedanken sind halt eben einfach nur Gedanken und sie sollten auch da bleiben wo sie hingehören, nämlich in meinem Kopf…und nicht aussen dran. Das ist wirklich nervig.

Das Problem hier ist, dass ich auch einfach nur bei „Kopfkino“ anlaufe wie eine Tomate. Es gibt halt auf der einen Seite die Standard Situationen. Man wird ertappt beim flunkern, man blamiert sich, man wird durchschaut. Dann gibt es auf der anderen Seite Situationen wo ich mir vorstelle wie es wäre wenn der anderen nun dies oder jenes denken würde (dass ich nicht die Wahrheit sagen würde, oder wenn ich etwas voll peinliches getan hätte). Dann werde ich auch rot, was von meinen Gegenübern oft (verständlicherweise) vollkommen falsch interpretiert wird. Sie denken dann „aha, ertappt“ obwohl ich mir nur irgendetwas vorgestellt habe. Weiterlesen

Georgia on my mind

Eigentlich hatte ich heute einen ganz anderen Eintrag geplant, aber dann hat eine Freundin aus Georgia eben diese Liste gepostet…und schwups finde ich mich in extremster Georgia-war-so-toll-schwelgerei wieder. Nee, aber im Ernst: Ich erwisch mich immer wieder dabei, dass ich es sehr vermisse. Es war schon ein echt krasses, sehr anderes, extremes, tolles, aufregendes, schweres, anstrengendes, umwerfendes und sehr intensives Leben dort.

Ich vermisse das Surren der Heuschrecken, das irgendwann im März begann und erst so im späten Oktober wieder erlosch. Die Hitze, die nicht nur heiss sondern auch extrem feucht war. So feucht, dass die Scheiben von außen beschlugen. Ich vermisse die krassen Unwetter, wenn Donner und Blitz gleichzeitig herunter krachten und man an den Bildschirm des Fernsehers und des Doppler-Radars gefesselt war, um zu gucken ob da nicht doch mehr anrollte als „nur“ ein Gewitter. Ich vermisse Sonntage bei Borders, mit meinen Büchern über zwei Tische verteilt und hibbelig von zuviel bottomless-coffee. Der Geruch von Target, 4 Uhr morgens zu Walmart fahren um Mousetracks-Icecream zu kaufen (und es dann ein wenig schmilzen lassen, bevor man es isst). Weiterlesen

Angsthäsin

Kurz bevor die kleine Perle zu mir kam hatte ich ein Gespräch mit einer befreundeten Mami. „Warte erst bis sie da ist, erst dann weißt du, was absolute Liebe ist…“. „Ich freu mich drauf“, antwortete ich…das tat ich wirklich, ich war sogar schon ziemlich ungeduldig zu der Zeit. „Aber das kommt zu einem Preis“, meinte sie dann. Was denn für ein Preis? „Du wirst lernen, was richtig schlimme, kalte, fürchterliche Angst ist.“

Ich habe damals lange über diese Worte nachgedacht und auch heute hallen noch oft nach. Also was die Liebe betrifft, da hatte ich schon erwartet, dass sie Recht behalten würde (und bei Gott, das hat sie auch…das kann man mit Worten gar nicht beschreiben). Aber das mit der Angst bezweifelte ich am Anfang noch. Ich war eigentlich nie ein Angsthase. Ich kann mir Ängste an sich ganz gut weg-rationalisieren. Oder sie ignorieren (außer, ganz clichè-mässig, meine Abneigung gegen Spinnen). Und als die Perle noch klitzeklein war, hatte ich da auch keinen wirklichen Grund zu. Sie war bei mir und ich konnte darauf achten, dass sie sicher und geborgen war. Sie war vollkommen auf mich angewiesen, brauchte mich für alles. Und ich konnte ihr das, in meinen Augen und nach meinem Wissen, Beste von allem geben. Weiterlesen

Am Wasser bauen

Ich bin keine Heulsuse, ganz bestimmt nicht. Es gibt manchmal Zeiten, da weine ich über Wochen lang nicht ein einziges mal. Emotional sind das zwar meistens nicht die gesündesten aller Wochen, aber das sei mal dahingestellt. Jedenfalls weine ich nicht oft. Ich habe auch gemerkt, dass sich meine Schleusen meist dann öffnen, wenn ich von Emotionen überrumpelt werde und keine Zeit habe, diese zu ordnen und anderweitig zu verarbeiten oder zu verstauen – zur späteren Begutachtung. Und das kann wirklich jede Art von Emotion sein. Weiterlesen

Die volle Messlatte und der hohe Teller.

Manchmal habe ich so Tage, an denen ich das Gefühl habe, dass ich nicht aus dem Quark komme…ich habe dann quasi konstant das Gefühl, dass ich doch dieses oder jenes noch tun müsste, komme aber nicht dazu oder kann mich nicht aufraffen. Und dann sitze ich abends absolut fertig auf der Couch und versuche die offenen Punkte auf der To-Do Liste zu ignorieren, weil ich einfach nicht mehr hoch komme. Dabei habe ich eigentlich, aus der Ferne betrachtet, keinen Grund dazu…gestern zum Beispiel: Weiterlesen

Priceless

Das Gefühl, welches sich in deinem Herzen ausbreitet, wenn du im Büro innehälst und plötzlich feststellst, dass du deinen Job liebst – unbezahlbar.

Ich bin, u.a., Absolventen-Beauftragte an meiner alten Uni, sprich ich bin dafür zuständig zu verfolgen, was unsere Absolventen so tun wenn sie uns verlassen, und sie dabei zu unterstützen (und natürlich Data zu sammeln, die wir für unsere Promo verwenden können). Das war jetzt eine GANZ kurze Erklärung dafür, was ich so tagsüber tu. Weiterlesen

Langeweile, du altes Haus!

Seit einer Weile verfolge ich den Blog der wunderbaren thesmellofgreen, die sich gerade selbst beibringt allein zu sein. Eine wunderbare Reise, mit allen Höhen und Tiefen, auf der sie sich selbst und dem Leben an sich versprochen hat ein Jahr lang allein, aber alles andere als einsam zu sein. Manchmal klappt es, manchmal nicht; es ist so spannend wie ein Roman, den man nicht aus der Hand legen möchte. Warum eigentlich? Darüber dachte ich nach, als ich dieses Wochenende, ganz alleine, auf meiner Couch verweilte. Die Wäsche war gewaschen, der Kühlschrank gefüllt, die Küche sauber und der Rest der ätzenden weissen Fliesen in meiner Wohnung auch (jedenfalls für die nächsten fünf Minuten, sofern sich keiner bewegen würde). Der Fernseher dudelte vor sich hin ohne dass ich dem Inhalt gross folgte und ich spührte das allererste Mal seit Monaten wieder einen Hauch von Langeweile. Weiterlesen

Das grüne Gras auf der anderen Seite oder: Es ist nie richtig. #vereinbarkeit

Heute auf dem Blog der geschätzten Frau Mutter: Der Frust einer Hausfrau und Mutter (Frau K.) über ihre Situation (nachzulesen hier).

Frau K. ist frustriert, sie fühlt sich gefangen in ihrem Da-sein als „nur“ Hausfrau und Mutter. Jedenfalls hat sie das Gefühl, dass die Gesellschaft dieses kleine, Minderwertigkeitskomplex -auslösende Wort hinzufügt, wenn sie ihren Job-titel angeben. Und da sie ja von ihrem Gefühl spricht kann es ja auch nicht falsch sein. Sie fühlt sich als Geberin – an ihre Kinder, ihren Mann, ihren Haushalt, an die Gesellschaft (beim erziehen der nächsten Generation) und überhaupt. Sie selbst sieht sich nicht auf der Liste der Nehmer stehen. Und ihr Potential ausschöpfen schon gar nicht. Ja, Kinder-Erziehen im grossen und ganzen ist ein nobler, ausfüllender, und „es-wert“-er Job, „am Ende des Tages“. Aber tagtäglich zwischen Wäschebergen und Einkäufen, Legos und „nein, es wird jetzt kein Fernsehn geguckt“-Diskussionen, da ist man schnell über-, weil an sich unterfordert. Die eigenen Träume und Bedürfnisse verstauben auf dem Abstellgleis und man wird neidisch auf jene, deren Namen auf Bücherrücken im Laden stehen, deren Lädchen morgens mit Vorfreude aufgeschlossen werden, die Anerkennung vom Chef kriegen und die, beruflich bedingt und daher vom Partner unterstützt, auch mal zwei Tage unterwegs sind. Es ist nun mal so, dass die Anerkennung, die frau als Hausfrau und Mutter bekommt und sich selbst gibt eher spärlich ist. Und überhaupt, „man hat es sich ja so ausgesucht“. Weiterlesen