Eine kleine Große und eine große Kleine – Perlenupdate

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Da sich hier bei den Mädels gerade die Ereignisse und Entwicklungsschritte überschlagen, ist es doch eigentlich mal wieder Zeit für ein Perlenupdate.

Die Perle (6 Jahre und 3 Monate alt)

Mein großes Mädchen überrascht mich derzeit quasi täglich. Sie ist ein eigensinniges, kluges, störrisches, fröhliches, wunderschönes Mädchen, die ziemlich genau weiß, was sie will…und was sie nicht will. Wenn man da versucht zu diskutieren oder sie umzustimmen, da kann man sich schonmal die Zähne ausbeißen. Sie liebt es, jedes Thema bis ins kleinste Detail auszudiskutieren und treibt mich so manchmal schier in den Wahnsinn (besonders morgens, noch vor dem ersten Kaffee). Sie möchte alles verstehen und „weil das jetzt eben so ist“ ist keine befriedigende Erklärung und schon gar kein gewinnendes Argument in ihren Augen. In diesem Bereich sehe ich so viel von mir selbst in ihr und da tut mir meine Mutter schon manchmal ein wenig leid. Genau so war ich auch…nein, so bin es noch immer eigentlich.

Sie liebt es, mit ihren Kuscheltieren (und mittlerweile auch Puppen) in die detailliertesten Rollenspiele zu versinken, manchmal wird sogar die kleine Schwester in diese Geschichten mit eingebaut. Außerdem ist sie ein echtes Gartenkind, liebt ihren Turnverein und stand kürzlich bei einem Kita-Fußballturnier sogar im Tor (und wie, ich war total stolz). Aber sie kann auch ganz ruhig, so kann sie stundenlang basteln und malen, während sie ihre Hörspiele hört.

Drei Zähne haben sich nun schon verabschiedet, ich kann quasi regelmäßig neue Schuhe kaufen und ihre Beine werden auch immer länger. Der letzte Kitatag nähert sich mit großen Schritten und dann wartet auch schon bald die Schule auf sie. Nein, eigentlich wartet sie ja eben nicht, was die Perle manchmal doof findet. Sie ist sich noch nicht ganz so sicher, ob sie das wirklich will und ist manchmal frustriert, wenn sie merkt, dass sie da gar keine Wahl hat. Eigentlich freut sie sich sehr auf’s Lesen- und Schreibenkönnen. Aber eben nur auf das „Können“, nicht unbedingt auf das „Lernen“. Sie ist sehr interessiert an der englischen Sprache und warum bestimmte Dinge so heißen, wie sie nunmal heißen. Leider muss ich bei vielen ihrer Fragen mit „weil das jemand so genannt hat“ antworten, was ihr absolut nicht reicht. Vielleicht sollte ich sprachwissenschaftlicher an die Sache rangehen…

Sie ist oft noch sehr schüchtern und sieht es absolut nicht ein, jedem, den man so trifft ein „Hallo“ zu schenken. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie sich mit ihrer Schüchternheit ziemlich im Weg steht und dann überrascht sie mich wieder total mit Offenheit und Mut. Sie muss sich auf Situationen vorbereiten können und verkriecht sich ganz schnell, wenn etwas Unerwartetes geschieht. Oft fehlt ihr auch einfach das Selbstbewusstsein und sie hat schreckliche Angst, einen Fehler zu machen. Ich weiß gar nicht, woran das liegt, aber sie macht nichts, von dem sie nicht 100%ig weiß, dass sie es auch kann. So braucht sie manchmal eine ganze Weile und viel guten Zuspruch, bis sie sich etwas traut (letzteres klappt nicht immer, manchmal ist es sogar kontraproduktiv, weil dann noch eine gewaltige Portion Trotz hinzukommt, sowie der Unwille, dass man Recht behält).

Naja, viele Worte um eigentlich nur das zu sagen: Dieses kleine große Mädchen verzaubert mich jeden Tag auf’s Neue und ich bin so unglaublich stolz und dankbar, sie Meine Eine nennen zu dürfen.

Die Miniperle (knapp 17 Monate alt)

Also hier weiß ich nicht so ganz, womit ich anfangen soll und habe eh die Befürchtung, dass es nächste Woche schon nicht mehr aktuell ist. Es tut sich einfach so viel zur Zeit und ich habe das Gefühl, dass sie das letzte halbe Jahr in zwei Wochen aufholen möchte. Sie hat sich ja schon mit 8 Monaten hingestellt, also dachte ich, dass sie wohl sehr früh laufen wird (ich hatte die Befürchtung dass dies passiert bevor sie STOP und NEIN versteht)…dem war aber nicht so. Sie krabbelte wie ein Weltmeister, manchmal „lief“ sie auch gekonnt auf den Knien, wenn sie z.b. etwas transportieren musste…Aber Laufen? Fehlanzeige. Jennifer von Planning Mathilda überlegte laut, dass sie es wohl Mathilda nachmachte und wartete, bis sie es auch auf jeden Fall kann…und so war es dann auch. Letzte Woche begann sie zu laufen und seither ist sie nicht mehr gekrabbelt (STOP und NEIN funktionieren trotzdem nicht wirklich, meist nimmt sie die sogar noch als Ansporn). Und sie ist stolz und grinst und dreht sich und kann es augenscheinlich gar nicht so richtig fassen. Am allerschönsten ist es natürlich, wenn sie auf mich zu „rennt“ und sich laut glucksend in meine Arme wirft. Hachz.

Ansonsten brabbelt sie ja schon sehr lange. Also wirklich so, als würde sie sich richtig unterhalten und guckt einen dann ganz erwartungsvoll an als würde sie nun eine Antwort erwarten. Aber mittlerweile hat sie auch ganz schön viele Worte drauf (und es werden täglich mehr, da sie alles nachsagt). Hier eine kleine Auswahl:

Alle – Leer!

NEIN/Ja

Mama – Meine Wenigkeit

Mmmpa und Mmma – Opa und Oma

Dita – die heißgeliebte große Schwester

Jüjö – der Nachbar

Nana – Essen und Trinken

Da Da DA DA DAAAA – Das will ich haben. DAS DA! VERSTEH MICH DOCH, MAN EY!!

Dage, itte – Danke, Bitte

Sue – Ich hole meine Schuhe, wir gehen jetzt

Viiiiele Tierlaute (Hund, Katze, Pferd, Löwe, Krokodil, Huhn, Ente, Fisch (ja, echt), Krebs, Schaf, Elefant, Hummel)

Puh (Nase zuhalten) – Ich hab da eine Überraschung für dich…in der Windel

Buuh – Buch

Blm – Blume

Brm – Auto, LKW, Bus, Bobbycar

Tataaatataaa – Taütata, Feuerwehr

(Fun Fact: Meinen Blog gibt es nun so lange, dass ich kürzlich mit der Perle ihre Wortliste aus den Sprachanfängen nachlesen konnte, was sie sehr amüsant fand).

Ich liebe ja diese Zeit, ne? Wenn es jeden Tag etwas Neues gibt und jeder Tag so voller Wunder ist. Hachz. Was aber bei der Miniperle schon sehr früh ziemlich klar war, ist dass sie einen sehr starken Willen hat, den sie auch ziemlich lautstark durchsetzt. So wehrt sie sich mit lautem „Nein. Neineinein. NEINNEINNEIIIIN!“ Wenn sie etwas nicht möchte (hochgehoben werden, wenn ihr etwas weggenommen werden soll, etc.) und da ist es ihr auch ziemlich wurscht, wie viel größer und älter ihr Gegenüber ist. Sie hat wirklich ein sehr großes Selbstbewusstsein und schon oft sagte die Perle voller Wunder „meine kleine Schwester ist so mutig!“.

Und das ist sie auch. Und sehr offen. Sie lacht den Menschen ins Gesicht, ob sie sie kennt oder nicht. Nur wenn es zu viele auf einmal sind, dann verkriecht sie sich schonmal gern hinter mir oder ihrer großen Schwester. Und wenn der Opa da ist, dann sind alle anderen eh egal. Außerdem liebt sie es, eine Show aufzuziehen und darauf Reaktionen zu bekommen. Wenn man sie fragt wie der Löwe macht und sich dann bei ihrem lauten Löwengebrüll erschreckt, kriegt sie sich kaum mehr ein vor Lachen. Und es ist ein tolles Lachen, von ganz tief heraus, so unbändig und „raw“. Sie versteckt sich, klappert mit allem Möglichen oder macht eine Show zu „Häschen in der Grube“. Aber sie ist auch sehr kuschelig, liebt es getragen zu werden und manchmal habe ich das Gefühl, sie würde am liebsten in mich rein kriechen, nur um noch ein kleines bisschen näher zu sein.

Wir als Familie

Ich finde, wir haben einen tollen Groove gefunden und meistern den Alltag ziemlich gut. Klar gibt es auch Reibungspunkte oder Tage, die nicht so glatt laufen. Ich vergesse mal was, oder habe wenig Motivation weil die Luft raus ist oder bin auch einfach mal richtig müde. Die Perle findet manchmal alles „Umfair“ und die Miniperle hat ihre „Sirenentage“ an denen sie in eine Mecker-Dauerschleife verfällt, was sehr nervenzehrend für alle Beteiligten sein kann. Aber auch diese Tage kriegen wir gut rum und am nächsten Tag geht es dann meistens schon wieder.

Wir sind nachwievor viel unterwegs und ich liebe es, mit meinen Mädchen die Welt zu entdecken. Unsere Welt ist sehr bunt und oft auch chaotisch. Es ist selten aufgeräumt, meist dann wenn Besuch oder sogar das Fernsehn kommt. Generell verbringe ich lieber Zeit mit den Mädels, als dass ich das Haus spotless habe. Ganz nach dem Motto „am Ende des Lebens wirst du dich nicht daran erinnern, wie aufgeräumt deine Wohnung war, sondern daran, was du erlebt hast.“

Manchmal wache ich nachts auf und sehe, wie meine beiden Mädels Arm in Arm schlafen, und dann kriege ich mich gar nicht mehr ein vor lauter Glück, dass diese beiden mein Leben so unglaublich reich, bunt, wild und wunderschön machen.

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1 Comment

  • Reply
    Jule
    21. Juni 2018 at 07:45


    Gaaaaaaanz toller Text!!!!
    Und ich verstehe dich soooo sehr!

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