10 Wege, eure alleinerziehende Freundin zu unterstützen

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Ich glaube mittlerweile hat doch irgendwie jeder eine: Die alleinerziehende Freundin, viele sogar mehrere. Und durch sie weiß man aus erster Hand, wie unglaublich anstrengend das Alleinerziehenden-Dasein teilweise sein kann und möchte sie sehr gerne unterstützen…nur wie? Ich BIN eine alleinerziehende Freundin und möchte euch heute 10 Wege zeigen, wie ihr eure alleinerziehende Freundin auf ganz praktische Weisen unterstützen könnt. Denn ein gutes Netzwerk ist Gold wert, aber nicht alles, was nett gemeint ist, ist auch wirklich hilfreich. Und vieles, was wirklich hilfreich ist, wissen andere oft einfach nicht.

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10 Wege, wie ihr eure alleinerziehende Freundin unterstützen könnt
  1. Denkt an die Sonntage! Das waren für mich am Anfang die blödesten Tage. Alle anderen waren mit ihren Familien beschäftigt und ich war allein. Natürlich mit der Perle, aber die war noch zu klein für Unterhaltungen und irgendwie fehlte mir an diesen Tagen der erwachsene Gesprächspartner am meisten. Ich war immer dankbar über eine Einladung zum Kaffee, zum Ausflug in den Zoo oder über Besuch bei uns an diesen manchmal doch recht einsamen Sonntagen.
  2. Praktische Hilfen! Zugegeben, ein „sag Bescheid, wenn du Hilfe brauchst“ überfordert mich oft und ich habe es bisher dann wirklich immer nur im äußersten Notfall getan. Aber wenn der Besuch beim Rausgehen sagte „soll ich eben den Müll mit runternehmen?“ oder in der Weihnachtszeit abends vorschlägt „sollen wir schon einmal ein paar Geschenke einpacken?“ dann war das oft wirklich sehr hilfreich. Denn bei dem Satz „sag einfach Bescheid wenn du Hilfe brauchst“ weiß man nie, ob das in dem Moment, in dem man wirklich welche braucht, dem anderen auch noch passt. Klingt vielleicht blöd, aber ein spontanes und praktisch spezifisches Angebot hilft meistens akut und wesentlich besser, als ein generelles Angebot.
  3. Trotzdem fragen! Oft haben meine Freunde gebeichtet, dass sie mich zu Treffen oder Anlässen gar nicht mehr gefragt haben, ob ich mitkomme, da sie nicht wussten, dass ich da wirklich noch Lust zu hatte oder weil sie dachten, dass ich eh nicht kann und sie wollten mir die Absage und einhergehende Enttäuschung ersparen. Doch ehrlich: Nicht mal mehr einbezogen werden ist noch ein viel blöderes Gefühl. Und wer weiß? Vielleicht kann man ja an dem Tag doch? Entscheidet dies nicht für eure alleinerziehende Freundin.
  4. Erinnert sie an sich selbst. Es ist wirklich einfach, sich im Alltag zu vergessen. Erzählt ihnen von eurer letzten Vorsorgeuntersuchung und fragt sie nach ihrer. Es kann gut sein, dass sie diese schon lange aufschiebt, oder sie gar vergessen hat. Fragt sie nach dem Grund und überlegt gemeinsam, wie sie es in der nächsten Zeit doch schaffen könnte.
  5. Die Kinder sind krank? Werdet Lagerkoller-Destroyer! Denn Tage mit kranken Kindern zu Hause können seeeehr lang werden und nach einer Weile fühlt man sich komplett von der Außenwelt abgeschottet. Ruft mal an, lasst sie jammern, toben, blöde Witze drüber machen. Erinnert sie, dass die Welt da draußen sie noch nicht vergessen hat.
  6. Nehmt es ihr nicht krumm, wenn sie auch mal eure Hilfe ablehnt. Das hat nichts mit falschem Stolz zu tun, oder dass sie eben gern über die Dinge jammert, als sie zu ändern. Aber als Alleinerziehende hat man gern alles unter Kontrolle und oft läuft die Kiste eben auch einfach. Dann ist man im Flow und grooved sich eben so durch und ja, ok, man ist auch stolz darauf, dass grad einfach mal alles fluppt und man sogar das Gefühl hat, dass man alles unter Kontrolle hat. Aber dann kommt von irgendwo her wieder Sand ins Getriebe und zack: Dann braucht man wieder Hilfe und wird daran erinnert, dass „Kontrolle“ auch einfach nur Wunschdenken ist. Lasst ihr diesen Triumph, wenn es gut läuft, und gebt ihr nicht das Gefühl, dass sie Hilfe aus Dankbarkeit annehmen muss, oder um euch einen Gefallen zu tun bzw. euch nicht vor den Kopf zu stoßen. Es wäre schade, wenn eine (oder mehrfache) Ablehnung von Hilfe darin resultiert, dass das Angebot gänzlich erlischt.
  7. Kinderbetreuung. Das ist ein sehr großer Faktor und da sind viele Alleinerziehende, die ich kenne, hin und her gerissen. Oft wird mir angeboten, dass man mal die Kids nehmen könne, damit ich mal was für mich tun kann. Aber besonders neben der Arbeit wollte ich gar nicht noch mehr Zeit ohne die Kids verbringen. Viel schöner waren Ausflüge und Aktivitäten, bei denen ich „was für mich tun“ und aber eben auch Zeit mit den Kids verbringen konnte. Es war zum Beispiel so schön, als ich mal mit einer Freundin und unseren Kids einen ganzen Tag im Schwimmbad verbracht habe und wir uns nachmittags dann abwechselnd eine Massage gegönnt haben.
  8. Kinderbetreuung, die Zweite. Natürlich gibt es im Leben einer Alleinerziehenden auch die Momente, in denen man unbedingt jemanden braucht, der auch mal das Kind von der Kita abholt oder das Kind nimmt, während man einen wichtigen und unaufschiebbaren Termin wahrnimmt. Das Kind ist krank, aber ein wichtiger Termin beim Steuerberater steht an? Man steckt im Stau und kommt nicht pünktlich zur Kita? Seid die Person, die schon im Vorfeld für diese Situation geplant hat. So steht ihr schon längst auf der Abholliste in der Kita oder habt eine Windel, Feuchttücher und einen Schnuller zu Hause gebunkert, für alle Fälle. So zeigt ihr, dass ihr auch spontan und ohne große Umplanung einsatzbereit seid. Für solche Gesten war ich immer sehr dankbar und es gab mir das Gefühl, dass ein solcher Notruf nicht völlig unangebracht und vielleicht sogar schon erwartet ist.
  9. Mitleid. Es gab Zeiten, da hat mich nichts mehr gekränkt. Sätze wie „oh man, das könnte ich ja nicht“ oder „du Aaaarme, du musst das ja alles alleine stemmen!“ sind zwar bestimmt aufrichtig, ehrlich und vor allem nicht böse gemeint. Aber ich wusste nie, was ich darauf antworten sollte. Denn ich hatte ja vor allem eines nicht: Eine Wahl. Ja, was wenn ich es auch „nicht könnte“? Und es gab/gibt immer mal wieder Tage, an denen ich genau dies fühl(t)e. Wirklich aufbauend sind eher Sätze wie „du bist eine starke, selbstbestimmte Frau!“ oder „das schaffst du!“ oder „du bist nicht alleine, ich bin bei dir!“ oder „ja stimmt, die Situation ist grad echt scheiße, hier ist eine Tafel Schokolade!“.
  10. Entscheidungshilfen! Oft überfordert es mich, dass ich wichtige Dinge alleine entscheiden muss. Soll ich doch mal zum Arzt mit dem Kind? Soll ich zum Thema X mal mit der Erzieherin sprechen? Ist das Kind alt genug um alleine zur Freundin zu gehen? Und so weiter. Es ist manchmal zermürbend sich diesbezüglich nicht mit einem andere Erwachsenen austauschen zu können, der genau soviel darüber nachdenkt bzw. sich ähnliche (oder auch andere) Sorgen macht. Eure alleinerziehende Freundin ist vielleicht in der gleichen Situation und hat vielleicht Gesprächsbedarf oder braucht einfach eine zweite Meinung. Gebt sie ihr, helft ihr durch Gespräche ihre Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen.

Ich hoffe, ich konnte mit diesen 10 Punkten ein paar Impulse geben, damit ihr eure alleinerziehende Freundin effektiv und hilfreich unterstützen könnt. Natürlich soll dies keine Moralkeule sein und euch anhalten, dies auch wirklich zu tun. Es sollte lediglich eine Hilfestellung für die sein, die den Wunsch haben, ihrer alleinerziehenden Freundin hier und da ein wenig unter die Arme zu greifen.

DISCLAIMER: Ja, ich weiß, dass es natürlich auch alleinerziehende Väter gibt und ich möchte sie durch meine Wortwahl nicht diskriminieren. Natürlich gelten all diese Punkte auch für alleinerziehende Freunde, ich wollte mir in diesem Text lediglich die vielen „/“ sparen und habe mich für die statistische häufigere alleinerziehende Freundin entschieden.

Für weitere „Insights“ gibt es hier noch „Die 10 Dinge, die ich als Alleinerziehende gelernt habe“.

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4 Comments

  • Reply
    Schokominza
    6. März 2018 at 14:24

    Wird auf jeden Fall gemerkt, falls ich mal eine alleinerziehende Freundin haben werde. (Ich hatte eine, aber nun trennen uns leider 600km.) Ich finde die Liste sehr schlüssig und sinnvoll und vor allem in der Praxis gut anwendbar.

  • Reply
    Kleinstadtlöwenmama
    6. März 2018 at 15:05

    Sehr gute Liste, werde ich gerne teilen. Insbesondere die konkreten Hilfsangebote finde ich wichtig – und ich selbst habe mich darin erkannt, dass ich gerne alles unter Kontrolle habe…

  • Reply
    Marion Poser
    9. März 2018 at 19:10

    Viele schöne Tips. DIe Hilfestellungen sollten aus meiner Sicht zu jeder Freundschaft dazu gehören, unabhängig ob die Freundin alleinerziehend ist oder nicht – man erobert die Welt mit Kindern nur gemeimsam

  • Reply
    Alleinerziehende Mutter
    23. April 2018 at 23:00

    Danke für den interessanten Beitrag und die tolle Seite! Ich finde es grundsätzlich schade, dass in Deutschland zwar circa 20% aller Eltern alleinerziehend sind (+50% in den vergangenen 15 Jahren!) und über die Hälfte der alleinerziehenden Mütter von Kindern unter drei Jahren mit weniger als 1.100 Euro im Monat auskommen muss und das in den Medien so gut wie kein Gehör findet. Hier sollte die Politik mal endlich aufwachen!

    LG,
    Jenny

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