Elternabend top, Eltern-Café flop

Gestern Abend war der Elternabend für neue Eltern in der Kita. Und nach dem letzten, eher chaotischen, Elternabend war dieser sehr entspannt und schön. Wie es sich zu einer evangelischen Einrichtung gehört gab es eine Ansprache bzgl. des Lehrauftrags der Kirche von unserem Pfarrer und dann stellten sich alle Erzieherinnen vor (männliche Erzieher gibt es da ja leider nicht). Dann lernten wir alles über den Kita-Alltag: Wie der Tagesablauf ist, wann welche Kinder abgeholt werden dürfen/müssen, welche Sachen mitgebracht und wo verstaut werden müssen, wo das Mittagessen herkommt, welche Angebote es gibt oder geben wird, etc. Es war echt informativ, nett, offen, eine schöne Atmosphäre. Ein paar „ältere“ Eltern warben für verschiedene Dinge, z.B. den Förderverein, das Gemeindefest, und eben auch das Elterncafé. Letzteres sollte diese und nächste Woche täglich von 8:00 bis „Ende offen“ im Gemeindesaal stattfinden. Erst fand ich es schade, denn da müsste ich ja schon auf dem Weg zur Arbeit, bzw. quasi da sein, aber naja, ich fand mich eben damit ab.

Nach dem Elternabend war es noch nett, man unterhielt sich ein wenig mit anderen Eltern und lernte etwas über sie und ihre Familien. Schnell kristalisierten sich Sympathien heraus, aber da est so kalt war ging dann jeder recht fix, durch den kalten November-…äh…August-Regen nach Hause. Mit gutem Gefühl ging ich nach Hause. Ja, ich glaube wir würden eine gute Zeit in dieser Kita haben.

Also ich heute morgen, nach unserem üblichen morgendlichen Wahnsinn, zur Kita kam, bzw. nach der Verabschiedung von der Perle wieder heraus lief, stellte ich fest, dass es gerade 8:00 war. Okay, ich war also eh schon spät dran, dann könnte ich wohl auch noch nen Kaffee trinken gehen. Die nette Dame aus dem Elternabend-Stuhlkreis machte mir die Tür auf und suchte den Lichtschalter. Bevor ich sowas wie „Guten Morgen“ sagen könnte war sie schon wieder, laut suchend, im Gemeindesaal verschwunden. Als ich ihr dort hin folgte sah ich, dass noch zwei andere Elternteile dort sassen; es sah wie eine recht gemütliche Runde aus. Ich stellte mich vor, zog meine Jacke aus und setze mich dazu. Während ich jedoch all dies tat fuhr eine der anderen Mütter schon fort „…ja jedenfalls hat er es nun mit der Achilles-Sehne…“ und meine Vorstellung wurde vom mitleidigen Gemurmel der anderen Eltern verschluckt. Sich im Gegenzug vorstellen wollte somit wohl leider keiner.

Ich nahm mir einen Kaffee und tat, was man halt tut, wenn man in einer Sozialen Situation nicht weiss was man sagen soll: „Ganz schön fieses Wetter, da kommt man gleich nochmal schlechter aus dem Bett…“ „Oh ja ich auch, gestern war es wieder so spät…“ „Wacht Lukas immer noch so oft auf?“ „Ja, leider, aber Annika war die Nacht auch wach…ich hoffe die ist heute nicht so müde“ „Wieviele Stunden habt ihr denn heute?“ „Ich glaube fünf, die Frau soundso holt die Mädels dann ab…“ Ok. Sie kannten sich offensichtlich. Leider wusste ich immer noch nicht wie sie hiessen. Ich versuchte nochmal irgendwie ein Gespräch mit den Damen anzufangen, aber sie hatten offensichtlich kein Interesse sich nun noch mit einer Neuen abzugeben. Sie redeten darüber wen sie auf irgendeiner Schlagerparty getroffen hatten und welcher Vater nun welche Weiterbildung anfangen würde. Naja, dann bin ich auch irgendwann gegangen und es ist fraglich ob es überhaupt aufgefallen ist. Fazit: Super-Sache mit dem Eltern-Café für neue Eltern, toll zum kennenlernen und Anschluss finden. Wenn die Organisatorin das gleiche Ziel verfolgen und sich nicht einfach mit den befreundeten Eltern eine Tasse Kaffee inkl. Klönen auf Kosten der Kirche gönnen würde. Naja, und ne super Werbung für den Förderverein war das auch nicht wirklich.

Also ich freue mich ja wirklich auf Anschluss zu anderen Eltern und hoffe, dass ich so auch ein wenig Anschluss hier im Dorf finde. Aber natürlich bin ich hier auf die Offenheit der schon bestehenden Elterngemeinschaft angewiesen. Aber das muss doch überall so sein, oder? Da muss es doch eine bestimmte Etiquette geben…nach ein paar Jahren weiss man doch, dass da neue Eltern kommen und Anschluss suchen. Oder? Nein, klar, es sind ja nicht alle doof. Ich hatte schon tollen und sehr herzlichen Kontakt zu einer Mama aus dem Elternbeirat und auch ein paar U3-Eltern haben schon mal ein Gespräch gesucht (ja ok, die sind ja auch neu). Und die Erziehernnen sind auch ganz warm und herzlich und organisieren bald einen Kaffee-Kuchen-Nachmittag für alle Eltern in der Perlen-Gruppe, zum Kennenlernen und Klönen. Also ich lass mir von nem blöden Eltern-Café nicht meine Kita-Laune verderben.

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23 Comments

  • Reply
    nandalya
    26. August 2014 at 10:26

    Wenn das die Welt von Müttern ist, will ich keine werden. Punkt. Aber ich trinke sowieso nur Tee 😉

    • Reply
      perlenmama
      26. August 2014 at 10:31

      Naja, die Mommy-wars sind echt ätzend und das heute war auch eher schmerzlich als herzlich. Aber das, was uns alle verbindet, das ist wunderschön. 😉

  • Reply
    lostsoul
    26. August 2014 at 10:31

    Neu im Dorf ist wie neu in der Schule. Hab ich auch erlebt. Es hat bisserl gedauert, bis ich halbwegs in die elterngemeinschaft aufgenommen wurde.

    • Reply
      perlenmama
      26. August 2014 at 10:33

      Ja, die Parallelen stimmen wirklich, da hast du recht.
      Ich weiss, ich muss einfach geduld haben, aber das heute war einfach so…ugh. Gemein einfach. Ich habe mehr Höflichkeit gelernt.

  • Reply
    guinness44
    26. August 2014 at 11:01

    Die Perle wird das machen. Sie will mit anderen Kindern spielen oder die anderen Kinder mit der Perle und ruckzuck kennst Du die Mütter. Irgendwann wirst Du Dich sehnsüchtig an die ruhigen Zeiten erinnern, denn manche Mütter werden Dich mit ihren Themen zutexten.

    • Reply
      perlenmama
      26. August 2014 at 11:06

      Haha, ja das stimmt woh; auch. Aber nach 10 Monaten und kaum Anschluss in dem Kaff wäre ich gern mal wieder etwas sozial genervt. 😀

      • Reply
        guinness44
        26. August 2014 at 11:12

        Ich habe das damals immer nur ab und an miterlebt, aber während am Anfang das Bringen und Abholen eine Sache von 5 Minuten war, je nachdem wie schnell die Schuhe angezogen wurden, war es am Ende nie unter 15 Minuten, wenn man die anderen Eltern, meist Mütter, nicht verprellen wollte. Es war noch einfacher, wenn ich alleine kam, aber wenn meine Frau dabei war, dann ging es nicht anders.
        Ich kann verstehen, dass Du das vermisst, aber in spätestens 2 Monaten wirst Du Dich nicht mehr mit dem heutigen Eintrag identifizieren können.

        • Reply
          perlenmama
          26. August 2014 at 11:15

          Wer weiss…so anonym ein und aus gehen ist doch wesentlich schlimmer. Ich komm aus ner Kleinstadt, ich mag das „dauernd jemanden treffen, den man kennt“-Gefühl.

          • guinness44
            26. August 2014 at 11:16

            2 Monate 🙂 (ich denke, dass es tatsächlich schneller gehen wird, aber ich bleibe lieber auf der sicheren Seite)

          • perlenmama
            26. August 2014 at 11:18

            Top, die Wette gilt. Ich werde mal ein (ehrliches) Update verfassen. 😉

  • Reply
    Nessa
    26. August 2014 at 11:21

    Haha, herrlich! 😀
    Bei uns war das glücklicherweise ein klein wenig anders. Aber unsere Krabbelgruppe damals, war ähnlich. Ich bin mit dem Knirps, der damals 8 Monate alt war, hin und es wurde nur getratscht. Nur! Welcher Mann denn jetzt mit welcher Frau was hat, wer sich getrennt hat und überhaupt. Oar… da kriegst du irgendwann echt zu viel. Und wir waren auch nur 5 Mütter. Die anderen 4 kannten sich alle. Dorf halt. Aber ich? Neu zugezogen… das war wirklich schwer am Anfang.

    Warte mal auf die tolle Kindergarten Zeit, wenn die Perle sich mit ihren Freundinnen treffen will. Vielleicht siehst du ja recht schnell, mit welchen Kindern sie gern spielt, dann kannst du mit den Müttern vielleicht das ein oder andere „Play Date“ im heimischen Wohnzimmer organisieren.
    Nicht alle Eltern sind so komisch drauf 🙂 Die, die da waren, haben wohl einfach nichts anderes zu tun. Die „normalen“ sind womöglich arbeiten oder sich ums Geschwisterkind kümmern. Wer weiß… 🙂

    • Reply
      perlenmama
      27. August 2014 at 11:40

      Ich verstehe nicht warum es neu zugezogenen so schwer gemacht wird. man selbst wäre doch auch froh um offene Arme oder zumindest offene Gesichter und Köpfe.
      Aber ich denke auch, die Kids machen das hinterher unter sich selbst aus. Und ich mag deine theorie, dass die normalen Eltern einfach eben nicht da waren…;-) Danke.

  • Reply
    mamaontherocks77
    26. August 2014 at 17:00

    Ich bin auch eine zugezogene Mutter und tue mich extrem schwer damit, Anschluss im Dorf zu finden. Ich bin überall nett und aufmerksam und versuche witzig und fröhlich zu sein, kriege aber nur verschlossene Gesichter als Antwort. mal schauen, wie lange es bei uns geht, bis die Leute auftauen. Wohne ja erst zwei Jahre hier… ;-)… aber meine Tochter ist jetzt neu in die Vorschule gekommen, das wird sicher vieles ändern. Hoffe ich. Ich kann jedenfalls sehr gut nachvollziehen, wie Du Dich da gefühlt hast <3.

    • Reply
      perlenmama
      27. August 2014 at 11:37

      Echt seltsam, dabei sind wir so cool und lustig und definitiv tolle Freundinnen. Die haben keine Ahnung, was sie da so verpassen. Meine grosse Hoffnung liegt ja jetzt auch auf der Kita-Zeit. Habe schon mit einem Elternpaar Kontakt, die auch grad erst zugezogen sind, vielleicht tut man sich da mal zusammen…;-)

  • Reply
    sufo2
    26. August 2014 at 18:37

    Oh jaaa…. Das kommt mir sehr bekannt vor!
    WIr sind iin unserer KiTa mittlerweile seit etwas mehr als 6 Jahren. Meine MiniMaus geht jetzt schon seit einem Jahr hin und die GroßeMaus ist dieses Jahr raus aus der KiTa. Und soll ich dir war sagen, obwohl ich im Elternrat bin (seit 6 Jahren) gibt es immer noch eine eingeschworene Elternrunde ,die auch schon in der 2.-4. KiTa Generation sind, diese geben keinem anderen Elternteil die Möglichkeit sich zu integrieren. Sonst ist es in der KiTa super. Man hat gewisse Leute, die immer alles mit organisiere, so Es feste , Info Veranstaltungen, Wandertage etc.
    Was ich sahen will ist ,es gibt immer überall solche Gruppen.
    Lg deine katha

    • Reply
      perlenmama
      27. August 2014 at 11:38

      Ja, ich denke es gibt wohl einen Unterschied zwischen den leuten, die alles organisieren und zusammen anpacken und dann eben solche, die eine geschlossene Front darstellen. Ich bin gespannt.

      • Reply
        sufo2
        27. August 2014 at 12:22

        Lasse es einfach auf dich zukommen.
        Es wird schon werden. Dad wichtigste ist, dass die Perle sich wohlfühlt und du mir der Betreuung zufrieden bist 🙂

  • Reply
    Nachtrag zum Eltern-Café Flop | Perlenwelt
    27. August 2014 at 10:10

    […] Ich berichtete ja gestern über den kläglichen Versuch zum Eltern Café zu gehen. Oder eher dem kläglichen Versuch anderer ein schönes Eltern Café für neue Eltern auf die Beine zu stellen. Wie man es nimmt. Jedenfalls kam besagte Mutter (die Organisatorin) heute beim Perle-bringen auf mich zu und entschuldigte sich. Ich war ein wenig baff, in meinem Kopf war sie schon zu einer dummen Kuh gereift, die sich nicht für ihre Umwelt interessiert und doch bitte in ihrem ach so tighten Eltern-Clan versauern sollte (im eigenen Kopf fühlt sich schlecht machen ist ja nunmal besser an als selber schlecht fühlen). Aber dadurch, dass sie zu einer quasi fremden Frau kam und sich für einen Fehler entschuldigte, über den ich mich bei ihr direkt gar nicht beschwert hatte, so wurde sie wieder zu einer ganz normalen Frau. Hut ab. Das zeugt von Selbstreflektion und Charakter. Und vom aus-Fehlern-lernen. Schön. […]

  • Reply
    Micca
    28. August 2014 at 10:45

    Oh weh – die würde ich ja auch fressen 🙂

    • Reply
      perlenmama
      1. September 2014 at 23:27

      Hehe, ja…ist schon besser geworden. 😉

  • Reply
    lunadraconis2014
    14. September 2014 at 14:28

    Hach, die Mutterwelt ist anstrengend…
    Ich bin durch meine damalige Schwangerschaft hier hergezogen und tue mich noch immer schwer Anschluss zu finden. Entweder die Muttis kannten sich in den Krabbelgruppen schon, oder aber, sie sind ganz anders als ich. Als „Rabenmutti“ mit ganz anderen Ansichten zur Erziehung, Reboardern, Tragen und Selbstverwirklichung hat man ja schon Probleme. Will man dann über was anderes sprechen als immer nur die „Windelpupsleiher“ ist man eh schon unten durch…
    Aber, wenn man nicht einmal so weit kommt und von Anfang an ignoriert wird, ist das ziemlich mies. Ich finde, man hätte dir wenigstens eine Chance geben sollen. Aber ist das nicht das gleiche Spielchen, wie damals in der Schule? Als „Neue“ in der Klasse hatte man doch echt immer Probleme in bestehende Cliquen vorzudringen. Und genau das gleiche Schema läuft hier auch ab. Man wird grob abgecheckt und, wenn der erste Eindruck nicht passt, haste verloren… Ich drücke dir die Daumen, dass du es dennoch schaffen wirst Anschluss zu Gleichgesinnten zu finden 🙂 Vielleicht müssen sie sich ja erst an dich gewöhnen? Nächstes Mal vielleicht Kekse oder einen Kuchen backen und anbieten, dann tauen sie auf 😛

    Liebe Grüße
    Yasmin

    ‪#‎BloKoDe14‬

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    Der Perlenkindergarten – Ein erstes Fazit | Perlenwelt
    7. November 2014 at 08:32

    […] Ort besser Kontakte zu anderen Eltern knüpfen zu können. Nach einer ersten Pleite im Elterncafè (ich berichtete auch hier) geht es nun bergauf. Wir haben schon ein Playdate ausgemacht, und durch meine neue Position als […]

  • Reply
    #WMDEDGT 12/14 – Tagebuchbloggen | Perlenwelt
    5. Dezember 2014 at 13:44

    […] schnell auf, verabschiede mich und gehe rüber in den Gemeindesaal zum Elterncafé. Hier sind die Lästerschwestern schon voll im Gange, aber es ist nett und lustig und man erfährt so einiges über Dinge, die man […]

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