Perlen-Plapperei

Also für ein Perlen Vokabular-Update spricht die Kleine mittlerweile zu viel. Ernsthaft, sie redet eigentlich in einer Tour. Laut, leise, schrill oder ernst. Auf deutsch und auf niederländisch und manchmal in einer nicht-definierbaren Sprache. Sie sieht alles, hört alles, und findet alles furchtbar interessant. Da muss man echt höllisch aufpassen, was man sagt, denn mittlerweile schnappt sie Dinge schon beim ersten Hören auf. Und ja, das *SCH*-Wort hat sich auch schon gesagt…und zwar beim Spiel der Oranjes gegen die Mexikaner. Aber zum Glück kam es seither nicht mehr vor.

Also ich mag dieses Dauergebrabbel total gern. Früher hatte ich oft Serien laufen, einfach so nebenher, damit es nicht so still ist. Heute sorgt die Perle für die Dauerbeschallung. Das einzige Manko: Sie fordert Antworten. Und wenn sie diese nicht bekommt (weil man sich gerade am Stau-ende konzentrieren muss, Kaffeelöffel zählt oder mit dem Paketdienst redet), dann wiederholt sie ihren Satz einfach. Immer und immer wieder. Wie eine kaputte Schallplatte, nur mir ansteigendem Volumen. Da muss ich dann doch manchmal den Satz sagen, den ich eigentlich meinem Kind nie sagen wollte, nämlich: „Kannst du nicht einmal, nur so ein paar Minuten, still sein?“. Dödödöm.

Aber sie hat mir mit ihrem Dauergeschwalle auch schon einige Male geholfen. Letztens habe ich das Auto in mehreren Touren eingeräumt und bei der letzten vergessen die Haustüre zuzumachen. Was hat die Perle da mit mir geschimpft!! Sie war echt besorgt. Und ich recht erleichtert, dass sie es gesehen hatte und sich auch ausdrücken konnte, was denn nun nicht richtig war (ok, man hätte mich auch netter darauf aufmerksam machen können, aber daran arbeiten wir noch). Aber nebst Helfen geht auch schon blamieren. Nach meinem letzten Gyn-Besuch musste sie natürlich ausführlich berichten „Mama Aaazt Popo kijken!“ Äh, ja…Oder sie steht vor einem Menschen, zeigt auf ihn, oder sie, und guckt mich mit einem krakehlten „DATT DENN??“ fragend an.

Ansonsten kann sie nun ihre Farben, Formen, sie kann sich beschweren wenn etwas laut ist (z.B. wenn ich schimpfe „NEE! Mama niet laut!!“), kann alle möglichen Tiere, Fahrzeuge, und Lebensmittel auseinander halten.  Sie kann sich auch super aufregen und jammern und meckern. Genau aus diesem Grund habe ich nun auch das Buch „Die kleine Motzkuh“ aus dem Schrank geholt, die passt jetzt echt super. Werde ich bald mal einen eigenen Eintrag drüber schreiben. Telefonieren kann sie auch schon ganz super, aber manchmal ist das Auflege-Knopf-drücken einfach interessanter. Und sie zeigt halt gerne dem Menschen am anderen Ende der Leitung Dinge, und ärgert sich dann, dass er oder sie dann nicht weiss, was sie meint.

Ja, generell hat sie nämlich mit anderen einen ziemlichen Diktator-Ton. Oma und Opa werden ohne Erbarmen herbeordert oder ihnen werden Aufgaben befohlen. Naja, wenn sie es auch machen… Sie hat aber auch schon heraus gefunden, dass „einfach nix sagen“ ebenfalls eine grosse Wirkung bei Erwachsenen haben kann. So hat sie dem Papa, trotz vielfachem Nachfragens, noch immer keinen Piep vom Kindergarten erzählt. Er tat mir fast ein wenig leid, denn sie irgnoriert seine Fragen erbarmungslos und hüllt sich in mysterisches Schweigen.

Also: eine unheimlich lustige, süsse und aufregende Zeit, aber auch sehr sehr anstrengend. Ernsthaft, ich bin jetzt abends meistens müder, als ich damals war, als sie als Baby Dauerpflege brauchte. Ich bin mal gespannt wie der Urlaub wird und ob die Nerven der mitfahrenden Patentante auch ausreichend gestählt sind. Was ich absolut geniesse und das allerallerbeste finde ist unser Bettgeflüster. Wenn die Perle aufwacht wenn ich ins Bett gehe und wir uns dann noch Dinge erzählen…z.B. vom Urlaub träumen oder vom Kindergarten erzählen, oder wen wir alles lieb haben. So schön. Hach.

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2 Comments

  • Reply
    Anonymous
    16. Juli 2014 at 12:48

    Keine Sorge, bei mir ist alles gestählt, aber Bücher brauche ich wahrscheinlich gar nicht erst einzupacken hehe. Freu mich!! 🙂

  • Reply
    Ben Froehlich
    16. Juli 2014 at 12:49

    Hm…das kleine Brabbelmonster 🙂 meine Mutter brachte mich morgens immer in den Kindergarten und ich redete dabei unentwegt. Und irgendwann wurde ich dann ruhig, bis sie zu mir sah und ich ihr wieder vorhalten konnte: „Na, du hast mal wieder nicht zugehört.“ 😀

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