Wenn das Universum antwortet

Universum, Job, Perlenmama, Arbeit, Hartz IV, Arbeitslos, ALG II

So, jetzt kommt mal war sehr erfreuliches. Ich habe ja im August 2015 eine Bestellung beim Universum abgegeben, welche ich kürzlich noch einmal überarbeitet habe. Dort habe ich meine Probleme bezüglich der Jobsuche geschildert und eine sehr detaillierte Bestellung beim Universum abgegeben, was für einen Job ich gerne hätte. Und siehe da (Spoileralert!!)…diesmal hat es geantwortet.

Aber der Reihe nach. Wie viele von euch wissen befand ich mich ja seit nunmehr 2 Jahren auf Jobsuche. Die Sache wurde mit der Zeit wirklich frustrierend und ich habe im Kopf (und im Herz) mehr als einmal fast resigniert. Während dieser Zeit war ich aber alles andere als inaktiv.Ich habe weiter fleißig am Blog gearbeitet und ihn seit nun über einem Jahr immer weiter professionalisiert. Außerdem habe ich mich ehrenamtlich engagiert, bei der Flüchtlingshilfe, dem Foodsharing und im Elternbeirat der Kita. Ich bin aktiv im Bloggerbeirat der ELTERN Blogger und habe die diesjährige Wubttika mit organisiert. Außerdem habe ich Mitte 2016 eine Weiterbildung zum Social Media Marketing Manager absolviert. Und ja, natürlich habe ich in der Zwischenzeit auch noch ein Baby bekommen. Also nein, ich lag ganz sicher nicht faul auf der Haut herum (auch wenn es bei jenen, die mich in der Zeit als „dummer Harzter“ beschimpfen wollten, wohl viel besser in ihr eingeschränktes Weltbild gepasst hätte).

Dennoch, in dieser Aussage lag ja auch etwas Wahrheit: Ich rutschte von ALG I in den ALG II Bezug, welcher nicht nur mit einigen finanziellen Einbußen daher kommt, sondern eben auch mit vielen Stigmata. Es ist kein schönes Gefühl morgens noch vor 8 Uhr in der Menschenschlange im Jobcenter zu stehen. Und auch wenn ich bezüglich der Mitarbeiter und meiner Betreuer dort wirklich nur gute Erfahrungen gemacht habe (anders bei der Bundesagentur während des ALG I Bezugs), so war es mir immer sehr peinlich, wenn ich mich als „Hartzer“ outen musste. Ich bekam Gänsehaut und schämte mich regelrecht, wenn im Radio von „armen Kindern von Eltern im Hartz IV Bezug“ die Rede war und versuchte immer das Ganze irgendwie zu relativieren. Aber da konnte man relativieren wie man wollte…in den Augen der Gesellschaft und auch einiger Bekannter war ich eine gescheiterte Existenz, auf dem Boden der Gesellschaft angekommen. Kein schönes Gefühl. Und auch das machte meine Jobsuche um so verzweifelter.

Vorrausschauenderweise meldete ich die Miniperle noch vor ihrer Geburt für Sommer 2017 bei der Tagesmutter an und bekam mit viel Glück auch einen Platz. Beim Jobcenter kommunizierte ich dies und bat um Zusendung von Vermittlungsvorschlägen ab Sommer. Dem begegnete man mit Erstaunen, mussten sie mich doch eigentlich drei Jahre „in Ruhe lassen“. Aber sie machten es. Man bat mir auch ein Bewerbungstraining an, welches ich dankend annahm. Ich durfte sogar das Baby mitbringen, war der Termin hierfür doch noch vor der Eingewöhnung bei der Tagesmutter. Dieser Termin hat mir SO viel gebracht und die Mitarbeiter waren sehr engagiert. Einer der Mitarbeiter überarbeitete mit mir meine gesamte Bewerbung und sendete mir nach unserem Urlaub eine Stellenausschreibung zu, die unglaublich gut passte. Ich bewarb mich, wurde aber abgelehnt, da man bereits jemanden eingestellt hatte. Mittlerweile begann die Eingewöhnung bei der Tagesmutter. Ende September bekam ich einen Vermittlungsvorschlag für eben diesen Job, diesmal vom Jobcenter. Ich rief dort an, eigentlich nur um ihnen zu sagen, dass ihre Ausschreibung in der Jobbörse noch aktiv sei. Doch mir wurde gesagt, dass die Stelle wieder offen sei. Man reaktivierte meine alte Bewerbung und lud mich zum Vorstellungsgespräch ein.

Keine Woche später unterschrieb ich meinen unbefristeten Arbeitsvertrag für eine 25 Stunden Stelle als Social Media Marketing Allrounder, in Wuppertal (und jetzt schaut euch bitte nochmal meine Bestellung beim Universum an. Na? NA?? IST DAS KRASS???). Ich bin echt platt. Und irgendwie drängt sich mir nun folgender Gedanke auf:

Sollte es vielleicht einfach genau so sein, liebes Universum? Denn: Ich bin wirklich sehr dankbar für all die Erfahrungen, die ich in diesen letzten zwei Jahren machen konnte und durfte. Erfahrungen, für die ich mit Job vielleicht gar keine Zeit gehabt hätte. Ich bin unendlich dankbar, dass ich die letzten 9 Monate mit meinen Mädels zu Hause sein durfte (damals, als die Perle grad drei Monate alt war, musste ich ja schon wieder arbeiten gehen). Und außerdem ist diese Stelle so perfekt…“two years of waiting worth of perfect“. Ich bin wirklich dankbar für diese Möglichkeit, für diese Chance. Und mal ehrlich: Einer alleinerziehenden Mutter von zwei Kindern, eins davon noch unter einem Jahr, einen Job anzubieten…das zeugt im Deutschland von heute doch von sehr viel Menschlichkeit.

#nowordsneeded #endlich

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Nun denn. Natürlich gibt es für mich noch viel zu lernen. Es ist mein erster „richtiger“ Job in Deutschland, ich habe viele Aufgaben, die ich in der Theorie zwar beherrsche, mich aber trotzdem noch reinfuchsen muss. Ich muss wieder „schaffen“ lernen, wir brauchen zu Hause eine neue Routine, mein Kopf muss wieder fit werden und ganz generell beinhaltet dies eine weitere große Anpassungsaufgabe für uns drei. Aber eine Gute, eine Tolle, und nein, das soll kein Jammern sein, es ist ein Statement, eine Erkenntnis.

In den nun ersten drei Wochen kam ich zum Beispiel viel seltener zum Bloggen und es wird sich zeigen in welcher Frequency ich das hier aufrecht erhalten kann und möchte. Wir werden unser Gleichgewicht finden und alles wird sich zeigen. Bis dahin bitte ich euch, meine lieben und treuen Leser, um Geduld und Verständnis, wenn es hier grad etwas ruhiger oder unregelmäßiger wird.

Aber ganz generell muss ich sagen, dass allein der Fakt, dass ich wieder arbeiten gehe, schon eine immense positive Auswirkung auf mein Selbstbewusstsein und mein mentales und emotionales Wohlbefinden hatte und natürlich noch immer hat. Ich habe gefühlt viel mehr Energie, auch wenn ich Abends platt bin, wie ne Flunder. Ich schaffe mehr, auch wenn ich in Realität viel liegen lassen muss. Aber alles ist irgendwie…besser.

Ich danke euch allen für eure Daumen, euren Zuspruch, das Aushalten meines Frusts und einfach für’s Da-Sein und an mich glauben, wenn ich es selber fast nicht mehr geschafft habe dies zu tun: DANKE.

Und an das Universum: Du hast wieder einmal bewiesen, dass du anscheinend genau weißt, was du tust und vor allem: Wann du es tust. Danke dafür.

Und an all diejenigen, denen ich als „dummer Hartzer“ nicht gut genug war: Bleibt bitte gerne jetzt auch lieber weg, vielen Dank.

 

Leute, bestellt beim Universum! Das klappt echt!!!

7 thoughts on “Wenn das Universum antwortet

  1. Liebe Perlenmama!
    Ich bin schon seit etwas über einem Jahr stumme Mitleserin. Und da ich so einiges an Blogs lese, habe ich mir bisher immer auf die Finger gekloppt wenn es um das kommentieren geht, denn wann-soll-ich-das-denn-noch-machen-etc. ABER! Nun doch! Ich freue mich ganz ehrlich und dolle und großartigs mit Dir! Wow! Dein Artikel kommt GENAU richtig, denn auch ich bin zwar selbständig mit Kind unter 2 (und nicht alleinerziehend) mit dem was ich tue zufrieden – wäre aber gerne glücklich! Und daran bastel ich jetzt weiter und sehe Deinen Weg als großartige Motivation. Und freue ich ehrlich riesig für Dich. Wenn es hier ein wenig ruhiger wird, no worries, hauptsache alles passt 🙂
    Alles Gute,
    Atti

  2. Hey, das klingt doch toll! Es gibt immer einen Weg!
    Ich wünsch dir viel Spaß weiter im Job und ein gutes Gleichgewicht mit deiner Familie!
    Liebe Grüße
    Hanna

  3. Es ist toll, herzlichen Glückwunsch! Und ein großes Kompliment, wie Du die neue Situation mit zwei Kindern meisterst. Wer gegen HartzIV wettert, hat einfach so vieles nicht verstanden. Liebe Grüße! Svenja

  4. Liebe Perlenmama,
    herzlichen Glückwunsch zum neuen Job! Es hört sich ganz wunderbar an, wie du das beschreibst und ich wünsche Dir ganz viel Erfolg mit dem neuen Alltag und im neuen Job.
    Ich hab selbst auch schon eine Bestellung ans Universium geschickt und genau das Paket zurück bekommen, was ich als Wunsch aufgegeben hatte. Und wir haben auch exakt 2 Jahre darauf warten müssen. Aber schlußendlich wars das Warten wert.
    Wie du es schon so schön gesagt hast: “two years of waiting worth of perfect“

    Ganz viele liebe Grüße
    Carola

  5. Ich freue mich von Herzen mit dir, liebe Janina!
    Das hört sich alles ganz toll an und ich glaube, da oben ist doch etwas magisches was die Geschehnisse lenkt. 😉 Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg.

    Liebe Grüße, Carina

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