Unser Wochenbett mit der Miniperle – Ein Fazit

Die Miniperle ist ja mittlerweile schon fast 10 Wochen bei uns, das Wochenbett liegt also offiziell hinter uns. In drei Wochen beginnt meine Rückbildung und die ganzen Zipperlein und großen Fragen sind nun auch quasi gänzlich verschwunden. Zeit also für ein kleines Fazit.

Nach einer ziemlich rasanten Geburt haben wir uns ja relativ schnell aus dem Krankenhaus verabschiedet und waren fast 26 Stunden nach der Geburt schon wieder zu Hause. Das war mir sehr wichtig…auch weil ich es im hiesigen Krankenhaus auf der Wöchnerinnen-Station einfach furchtbar fand.

Die erste Zeit zu Dritt

In den ersten Tagen war es hier ziemlich flauschig. Es war zwar kurmelig und wenig routiniert, aber den Anspruch hatte ich auch gar nicht. Die Perle bekam sich kaum ein vor lauter „oh guck mal, die kleinen Ohren…und die kleine Nase…oooh und guck mal, sie hat gegähnt!!“. Einfach alles, was die Miniperle war oder tat wurde mit Staunen beobachtet. Ich war sehr dankbar, dass wir zum Essen zu Oma und Opa gehen konnten, dass sich die Besucher quasi automatisch angenehm verteilten und dass wir viel Zeit für uns hatten. So spielte ich beim Stillen eine Runde Uno nach der anderen mit der Perle, kuschelte ganz viel mit beiden und bestaunte Nachts mein Bett voller schlafender Perlen. Ein wunderbarer Start unserer Zeit zu dritt.

Das Stillen

Das Stillen klappte von Stunde Null ganz hervorragend. Die Perle hatte quasi von Anfang an richtig Kohldampf, so dass ich den Milcheinschuss kaum erwarten konnte (ja ok, sie wohl noch weniger). Es war zwar sehr schmerzhaft in den ersten 10 Tagen, aber wir bissen uns da durch und nun haben wir eine tolle Routine gefunden. Ich stille nach Bedarf, sie darf so oft oder so viel/wenig trinken wie sie mag. Ich meine…ich gehe ja auch in die Küche wenn ich Hunger habe und mir sagt keiner „du hast aber eben erst was gegessen, du darfst erst wieder in drei Stunden“. Ich find es auch sehr entspannt nicht bei jedem Ausflug nachdenken zu müssen wie lange wir weg bleiben und ob es dort heißes Wasser gibt um dann eine riesige Tasche mit Flaschen, Pulver, Thermoskanne usw mitzupöngeln. Und wenn es irgendwie etwas länger dauert muss ich mir auch keine Sorgen machen, dass ich nicht genug Milchpulver dabei habe. Einfach Brust raus und losgenuckelt. Und das mache ich auch, ganz ungeniert, egal wo. Im Zug, auf dem Rewe-Parkplatz, im Eiscafé, im Beiratsmeeting…da wo Erwachsene essen dürfen, da darf auch die Miniperle essen. Punkt. Ich mag das Stillen, sogar sehr. Nur die Perle ist manchmal etwas genervt, weil ich ihr gerade dann kein Brot machen kann und sie davon überzeugt ist, dass sie genau jetzt, in diesem Moment, einen qualvollen Hungertod sterben wird.

Zipperlein

Meine Zipperlein sind, wie gesagt, jetzt fast vollkommen verschwunden. In den ersten zwei Wochen haben sie mich noch sehr gequält, aber dank einer sehr liebevollen und trotzdem recht pragmatischen Betreuung durch meine Hebamme hat sich das dann doch recht schnell erledigt. Das einzige womit ich nun zu kämpfen habe ist fürchterlich unreine Haut und dass ich so viel schwitze. Die Miniperle ist ein kleiner Heizofen, der am liebsten an mir hängt. Da führt das Tragen im Tuch ganz schnell zu Schweißausbrüchen und auch beim Stillen wird mir sehr schnell sehr warm. Ich muss mal gucken wie man das in den Griff bekommt.

Mom of Two

Ich muss sagen, dieses Mama von Zweien sein habe ich mich doch anstrengender und schwieriger vorgestellt. Aber es ist wirklich schön und es klappt (noch?) sehr gut. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich die Miniperle nicht so lieb haben kann wie die Perle, oder dass ich beiden nicht gerecht werden kann. Mir war es sehr wichtig so schnell wie möglich wieder den Alltag für die Perle herzustellen. So saß ich 13 Tage nach der Entbindung schon wieder im Schwimmbad und sah ihr bei ihrer Schwimmstunde zu. Auch machen wir nachwievor unsere gemeinsamen Ausflüge und basteln und spielen zu Hause. Was dabei leider derzeit etwas auf der Strecke bleibt ist der Haushalt, aber hey…ich sage mir einfach dass wenn ich später Mal an diese Zeit zurück denke, dann werde ich mich daran erinnern wie sauber die Bude war, sondern wie viel Zeit ich mit den Mädels verbracht habe. Und das ist es doch, was gerade zählt, oder…? ODER?!? (Während ich dies schreibe schaue ich zweifelnd auf einen riesigen Berg ungefalteter Wäsche…)

Die Miniperle

Die Miniperle ist glaub ich echt gut bei uns angekommen. Sie ist sehr wach und fängt nun an zu greifen, sich allerlei Dinge in den Mund zu stopfen und grinst die meiste Zeit…wenn sie nicht gerade brüllt. Tagsüber ist sie ein wahres Sonnenscheinchen und scheint alles in sich aufzusaugen. Leider führt dies zur allabendlichen Überreizung. Dann passiert es oft, dass sie sich „einbrüllt“ und nicht zu beruhigen ist. Das ist mitunter recht anstrengend. Außerdem ist sie nachwievor kein Fan davon abgelegt zu werden. So trage ich sie an mir…meist im Tragetuch oder im Fliegergriff. So beguckt sie sich die Welt mit sicherem Abstand und in meiner Nähe. Nun gut, soll sie mal machen. Es ist zwar recht anstrengend und ich kriege viel weniger getan als ich eigentlich möchte, aber sie ist nur so kurz so klein und braucht mich nur so kurz so sehr wie sie mich jetzt braucht. Also bekommt sie das auch. Punkt. Denn anscheinend haben wir eine unausgesprochene Abmachung getroffen. Nachts lässt sie mich nämlich schlafen, seit etwa einer Woche sogar regelmäßig 6-7 Stunden am Stück. Echt wahr. Und diese Abmachung finde ich richtig cool…denn dann habe ich auch die Kraft und die Energie sie tagtäglich durch die Gegend zu tragen.

Die große Schwester

Die große Schwester macht sich toll. Sie ist nachwievor sehr verliebt in ihre kleine Schwester und findet alles, was sie macht, total faszinierend (was aber absolut auf Gegenseitigkeit beruht). Sie freut sich immer einen Keks wenn die Miniperle sie anlacht und gibt schon jetzt ziemlich oft den Clown für die Kleine. Sie beäugt immer sehr argwöhnisch zu wem die Miniperle auf den Arm darf und hält und schmust sie selbst gern den ganzen Tag. Sie ist mir auch eine große Hilfe (auch wenn sie manchmal mault) und bringt mir Dinge wie Spucktücher, bespaßt die Kleine wenn ich dann doch mal aufs Klo muss oder schaukelt den Maxi Cosi wenn es der Miniperle mal wieder zu ruhig und langsam zugeht und ich mir aber noch die Schuhe anziehen muss.

Fazit

Alles in allem geht es hier sehr schön und ruhig zu zur Zeit. Es ist nicht immer alles einfach und Friede-Freunde-Eierkuchen, manchmal bin ich auch erschöpft und frustriert und genervt. Aber das alles wiegt nicht auf gegen die Liebe und Freude und Dankbarkeit, die ich tagtäglich spüre, wenn ich meine beiden Mädels anschaue.

 

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