Gastbeitrag zur Blogparade #OhneHebamme von Maria

Als ich zur Blogparade #OhneHebamme aufrief sagte ich ja, dass auch Eltern ohne Blog mitmachen können, man solle mir bloß eine Email mit seiner Geschichte schicken. Maria ist diesem Aufruf gefolgt und hat eine wunderschöne Geschichte geschrieben. Gott sei Dank mit Happy End. Es wäre so schön wenn auch weiterhin Frauen ein solches Happy End erleben können, doch das geht leider nicht #OhneHebamme. Aber lest selbst:


Meine Geburt ohne Hebamme – By Maria R.

Als mein Teststäbchen “schwanger” geflüstert hat, hätte ich nicht glücklicher sein können! Eigentlich hab ich mich nur gefragt wie sage ich es dem BabyPapa, wie überrasche ich die Familie, wo bekomme ich die erste SpielUhr her?!

Meine Frauenärztin fragte sich eher “Wieso nehmen sie nicht schon seit Monaten Folsäure, wenn dies eine geplante Schwangerschaft ist? Sie gefährden damit ihr Kind.” “Wieso wollen sie sich auch weiterhin vegetarisch/vegan ernähren? Mit ihrem Körper können sie ja machen was sie wollen, aber sie gefährden so nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch das Leben ihres Kindes!” “Wie kommen sie auf die verrückte Idee einer Hausgeburt? Das ist völlig unorthodox und ich sage ihnen, wenn es zu Geburtskomplikationen kommt, bringt es ihnen nix, dass das Krankenhaus nur 5min entfernt ist… In 5min können sie bereits verblutet sein. Sie wissen ja nicht, was ich schon alles erllebt habe!” und noch vieles mehr… Ich möchte ihr dafür keinen Vorwurf machen, weil sie sicher nur nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat und in ihrer Klinikausbildung bestimmt ganz viel Erlebt hat…

Und ich bin niemand, der sich leicht verunsichern lässt, weil ich die meisten Entscheidungen in meinem Leben (so wie meine Ernährung) gut durchdenke und mich ausreichend informiere. Aber gerade in dem Überschwall an Hormonen und bei der ersten Schwangerschaft wäre es schön gewesen eine Frau/Hebamme zu haben, die in aller Regel Erfahrung mit entspannten Schwangerschaften und Geburten hat und eher sagt “Ja, dann fangen wir jetzt am besten heute mit Folsäure an, das ist schon wichtig.” “Sie ernähren sich vegetarisch/vegan? Na, den Bluttest machen wir ja ohnehin, um auf Mängel zu testen und dann sehen wir ob was fehlt. Aber meiner Erfahrung nach achten Menschen, die sich für eine vegetarische/vegane Lebensweise entscheiden sehr bewusst und alles ist prima.” “Hausgeburt? Wenn dem nichts entgegenspricht, warum nicht. In vielen Krankenhäusern braucht man vom Kreissaal zum OP-Saal, der ja auch vorbereitet werden muss, genauso lange wie von zu Haus zur OP.”

Nun ja… meine Schwangerschaft verlief erfreulicher Weise unkompliziert und entspannt. Die Herztöne immer top und mein Blutdruck auch bei hochsommerlichen Temperaturen immer entspannt, keine Anzeichen irgendwelcher Probleme.

Als dann zwei Tage vor Entbindungstermin 8:00 meine Fruchtblase geplatzt ist, war ich zwar aufgeregt, aber alles in allem recht entspannt; habe die HandyApp angemacht und Wehenabstände gemessen… Nochmal mit dem Hund raus und dann waren die Abstände auch schon nur noch bei 3min… aber schwach.. Ich war natürlich verunsichert und bin erstmal ins Krankenhaus… Dort hat man mir gesagt, dass die Wehen noch viel zu schwach sind und ich doch auch nach Hause gehen könne, um dort zu warten…

Wie schön wäre es gewesen, wenn ich einfach eine Hebamme gehabt hätte, die ich hätte anrufen und fragen können. Die die Kraft gehabt hätte mich einfach schon am Telefon wieder zu beruhigen. “Alles gut, wenn du noch so mit mir telefonieren kannst, dann kannst du noch nicht weit sein. Falls du möchtest komme ich trotzdem vorbei, aber ich denke das reicht in ein paar Stunden.” Dann hätte ich mich in die Küche gestellt, nochmal ein paar Plätzchen gebacken und darauf gewartet, dass meine Hebamme Nachmittags zum Check vorbei kommt. Dann hätten wir auf der Couch gesessen, kurz Tee und Plätzchen gegessen und sie wäre nochmal gefahren, um ein paar Stunden später wieder zu kommen…

So war ich ab 13:00 im Krankenhaus. Und wie mich Krankenhäuser gruseln… Es ist einfach ein Ort für kranke  Menschen und ich war nicht krank, ganz im Gegenteil, ich war ein Bündel Leben, ich war dabei Leben in die Welt zu bringen! Und das in eine geflieste Welt voller steriler Hände, mit wechselnden Schwestern, Ärzten, die mich gar nicht kannten…

Zu Hause hätte ich geduscht, mit dem Hund gekuschelt, mich vor mein Sofa gekniet, mich vor mein Bett gehockt… alles was bequem wäre und gut täte… in einer Umgebung in der ich zu Hause bin. Später wäre meine Hebamme vielleicht  gekommen und geblieben, weil es “jetzt langsam vorran geht”. Und nach ein paar Stunden im Wandel zwischen Dusche, Bett und Sofa, mit dem schlafenden Hund in seinem Körbchen in der Ecke hätte ich dann vielleicht kurz nach Mitternacht schon mein kleines Bündel Glück in den Armen gehalten. In unserem kuscheligen Bett… Kurz vorher wäre eine zweite Hebamme dazu gekommen, um mir vor allem mit dem Neuankömmling zu helfen… und irgendwann wäre ich einfach eingeschlafen, während die Hebammen sich um alles drum herum kümmern…

Im Krankenhaus war das physische ähnlich und mein Körper wusste was zu tun war und es war eine unkomplizierte Geburt und iwann hielt ich mein Baby im Arm und am nächsten Morgen konnten wir endlich die Reise nach Hause antreten. Gefolgt von diversen Besuchen im KH für die U-Untersuchungen usw.

Dabei wäre es viel schöner gewesen mit meinem Wunder zu Haus zu sein, wo mich die Hebamme besucht hätte, auf ein Stück Kuchen und einen Kaffee. “Ach, ich sehe ja, dass es euch beiden gut geht. Iwelche Fragen/Probleme? Nein. Na dann sehen wir uns morgen/übermorgen zur gleichen Zeit!”

Ich war gesegnet mit einer beschwerdefreien Schwangeschaft, einer komplikationslosen Geburt und einem ganz bindungsintensiven BabyStart… Umso schöner wäre es gewesen…

Nein, war es. Genug rumgespinstert. Ich habe mich vegan/vegetarisch ernährt und meine Blutwerte waren immer top. Ich habe mein Baby zu Hause bekommen. Ich bin wunderbar durch meine Hebammen während der Schwangerschaft, Geburt und der Zeit im Wochenbett betreut worden. Körperlich und seelisch! Meine Hebammen waren wie Gute Feen, die einfach alles einfach und unkompliziert gemacht haben, die mir den Freiraum gelassen haben, den ich brauchte und mir dennoch geholfen haben, ohne mich zu bevormunden. Ganz entspannt! Es fällt mir schwer diese magische Zeit ohne Hebamme(n) vorstellen zu müssen und ich bin unsagbar dankbar, dass ich das auch nicht muss.

 


Wow, vielen Dank, Maria, für deine Geschichte. Es ist so toll, dass du so ein schönes Geburtserlebnis haben durftest. Das hätte #OhneHebamme wirklich komplett anders ausgesehen.

Hast du eine ähnliche Geschichte und möchtest sie als Teil dieser Blogparade erzählen? Dann schreib sie auf und schicke sie mir doch.

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