5 Jahre Perle – 5 Jahre Mama

Nun ist die Perle schon 5 Jahre alt, mein großes Mädchen. Also eigentlich Zeit für ein Perlen-Update…und ein Mama-Update…quasi Bestandsaufnahme. Auch wenn ich mich wiederhole und mich damit auch noch einem ziemlich ausgelutschten Klischee bediene: Es ist wirklich Wahnsinn, wie schnell die Zeit mit Kindern fliegt.

Die Perle hat sich zu einem sehr willensstarken Persönchen entwickelt. Die Berichte der Erzieher zeugen von einer recht dominanten kleinen Dame, die mit den meisten Kindern gut auskommt, sich aber auch gern an den Standpunkten und Meinungen anderer reibt. Aber sie scheint mit Konflikten gut auszukommen, nur manchmal kommt es da noch zu Tränchen und einem schweren Herzen. Aber das gehört dazu, ich finde sie macht das schon ganz gut, dafür dass sie meistens mit älteren Kindern spielt.

Kürzlich waren wir auf der ersten Schul-Info-Veranstaltung. Es ging um die Schul-Anmeldung, die in etwa einem halben Jahr ansteht. Echt krass, dass wir uns schon damit auseinander setzen müssen. Die meisten ihrer Freunde kommen dieses Jahr in die Schule, was etwas schade ist. Aber obgleich sie schon sehr wissbeierig ist, wollen wir sie nicht schon jetzt schicken…zur Schulreife gehört nun einmal wesentlich mehr als Interesse an Buchstaben und Zahlen. Auch die soziale Kompetenz sollte soweit sein, und da braucht sie einfach noch ein wenig Zeit. Sie ist einfach mitunter sehr schüchtern. Aber das legt sich immer mehr, besonders wenn man ihr etwas Zeit gibt sich zu akklimatisieren.

Ansonsten ist sie ein absoluter Pferdenarr. Das kommt definitiv von den „Bibi und Tina“-Kassetten (ja, wir haben noch Kassetten), die sie täglich in ihrem Zimmer hört. Derzeit galoppiert sie stets überall hin, statt zu gehen, sie hat immer „Ostwind“ dabei, schaut am liebsten die neuen „Bibi und Tina“-Filme und spielt auch am liebsten mit allerlei Pferdefiguren. Ihr Kindergeburtstag wird auch auf einem Ponyhof stattfinden, worauf wir uns schon sehr freuen.

Was die Perle auch sehr gerne und viel macht ist malen, basteln und schreiben. Mit viel Hingabe füllt sie einen Vorschulblock nach dem anderen aus, kann etwa 10 Wörter schreiben (von, für, und all unsere Namen) und möchte immer mehr Buchstaben und Wörter lernen. Zahlen interessieren sie auch, aber nicht so sehr wie das schreiben. Auch Lesen ist noch nicht wirklich dran. Dafür habe ich zu Hause Berge an Zetteln und Bildern voll mit Pferden, Zelten, Blumen, Herzchen (!!) und Wörtern. Und ja, ich bin immernoch in der Phase, dass ich diese Werke nur ganz schlecht entsorgen kann. Aber bald, wenn wir für die Papierberge anbauen müssen, muss ich mich wohl von ein paar davon trennen.

Die Perle hat auch das Schwimmen für sich entdeckt. Wir haben sie Ende letzten Jahres für einen Intesiv-Kurs angemeldet. Zwei Wochen täglich eine Schwimmstunde. Diesen Kurs schloss sie mit dem „Jonas“-Abzeichen ab. Ab Januar bekamen wir dann einen Platz im Schwimmclub der Schwimmschule. Das ist super, die Gruppen sind klein und mit der Schwimmlehrerin kommt sie sehr gut aus. Im Februar machte sie dann das „Bobby“-Abzeichen und letzte Woche dann erhielt sie das Seepferdchen. Sie war so stolz. Und ich erst!! Ich hatte ihr nämlich gesagt, damit wir diesen Sommer schwimmen gehen können muss sie schwimmen können, da ich mich nicht traue mit einem Baby und einem großen Nichtschwimmer ins Freibad oder an den See zu gehen. Das hat sie wohl motiviert und nun schwimmt sie schon recht sicher.

Nun geht sie auch gern in die Jungschar, am liebsten wenn Katha’s Mini auch mit dabei ist. Die hat letztens auch das erste Mal bei uns übernachtet. Der allererste Perlen-Übernachtungsgast. Meine Güte, was waren die Mädels aufgeregt. Aber es hat wunderbar geklappt, also wird das wohl öfter stattfinden. Ich bin gespannt, ob die Perle sich auch mal zutraut auswärts zu übernachten (also außer bei Papa oder Oma/Opa). Wir werden es sehen.

Was sie derzeit gar nicht kann ist sich zu trennen. Nahezu bei jedem Abschied (egal wer uns besucht oder wo wir sind), sie will nicht dass jemand geht oder wir gehen. Das ist mitunter sehr anstrengend, aber auch schade, weil so jedes schöne Besuch in Tränen endet. Ich hoffe das legt sich bald wieder. Ich erkläre ihr immer wieder, dass nicht jeder hier wohnen kann und man auch wieder nach Hause muss, aber das erreicht sie in solchen Situationen nicht. Sie hängt sich dann an Beine und Hälse und macht ein großes Theater.

Sie hat in den ersten Monaten von 2017 aber auch viele Veränderungen durchmachen müssen. Erst unser Umzug und dann wurde sie innerhalb von 3 Wochen gleich zwei mal große Schwester. Das ist schon ein Päckchen zu tragen für ein kleines Mädchen. Ich finde, dass sie das ziemlich gut macht, aber man merkt schon, dass sie manchmal nicht so ganz weiß, was sie von einer Situation halten soll, bzw. wie sie reagieren soll. Aber ich denke auch das wird sich geben sobald wieder etwas Normalität eingekehrt ist und wir uns alle in unseren neuen Rollen eingefunden haben. Was recht extrem ist, ist ihr Wunsch dass man alles was sie tut beobachtet und kommentiert. Da geht es um Dinge wie Steine schmeißen oder hüpfen, aber auch banale Dinge wie „guck mal, ich trinke Wasser“ oder „schau mal, ich ziehe meine Mütze auf!“. Sie kann es auch nicht ab, wenn ich mit jemandem redet und sie unterbricht andauernd, auch zum Teil für sehr banale Dinge. Aber ich glaube/hoffe, dass auch das sich wieder gibt, mit der Zeit.

Generell denke ich, dass wir einen sehr guten Groove gefunden haben. Das letzte Jahr war nicht einfach, aber ich denke wir sind alle an den verschiedenen Hürden gewachsen. Ich liebe es nachwievor sehr ihre Mama zu sein und gehe in der Aufgabe voll auf, mehr als bei jeder anderen Aufgabe in meinem bisherigen Leben. Ich liebe es sie zum Schwimmunterricht zu fahren, abends mit ihr über den Tag zu reden, liebe es mit ihr durch den Wald zu streunern oder ihr Dinge zu erklären. Es erfüllt mich einfach sehr. Ja, ich vermisse es, zu arbeiten, aber ich genieße es auch, dass ich diese zeit mit ihr verbringen darf. irgendwann werde ich auch wieder arbeiten gehen (hoffentlich dieses Jahr schon) aber irgendwie bin ich dem Leben auch dankbar, dass ich diese Zeit mit ihr so intensiv erleben durfte. Dafür habe ich auch gerne auf andere Dinge verzichtet.

Nun feiern wir ihren 5. Geburtstag und ich bin so stolz auf meine kleine große Perle, die so aufmerksam und neugierig ist, so willensstark und liebevoll, empathisch und klug, und so großzügig jederzeit ihre Liebe mit „ihrer Familie“ teilt. So oft sagt sie „ich hab dich lieb“ und küsst und kuschelt mit den Menschen, die ihr nahe stehen.

Herzlichen Glückwunsch zum 5. Geburtstag, meine Große. Ich habe dich unendlich doll lieb und freue mich, dich weiterhin auf deinem Weg zu begleiten.

2 thoughts on “5 Jahre Perle – 5 Jahre Mama

  1. Liebe Perlenmamma
    Ich habe mit Interesse gelesen, dass deine Perle eine sehr willensstarke Persönlichkeit ist und stelle auch bei meinen beiden Kindern fest, dass sie sehr genau wissen was sie brauchen und wollen. Sie reagieren beide aber empfindlich auf Gehorcheansprüche fremder Erwachsener und deren Machtdemonstrationen aus dem Bedürfniss heraus als Erwachsene selbstverständlich Chef sein zu dürfen, ohne vernünftigen Grund. Wenn dann auch noch Strafen eingesetzt werden, geht die Post ab. Meine Tochter verhält sich allerdings etwas diplomatischer, als mein Sohn. Ich bekomme dann immer wieder unterstellt, ich würde mich zu wenig durchsetzten und das sei schlecht für die Kinder, da sie das Gehorchen, also die Unterordnung, nicht lernen würden. Ich habe keine Probleme damit mich durchzusetzen, wenn etwas mir wichtig ist. Ich verlange aber keine Unterortnug von meinen Kindern. Ich möchte, dass sie sich aus Verständniss, Einsicht und dem Befürfniss nach Gemeinschaft heraus an Regeln und Abmachungen halten, die Sinn machen und nachvollziehbar sind. Das geht nicht mit Zwang. Nur durch Geduld und Gespräche. Ihr Einfühlungsvermögen muss wachsen. Glücklicherweise reichen meine kommunikativen Fähigkeiten dafür aus.
    Jetzt geraten meine Kinder aber immer wieder an Menschen, deren Fähigkeiten dafür nicht ausreichen und die deshalb der Einfachheit halber auf autoritäre Massnahmen zurück greifen. Ich spreche von Peanuts! Teller leer essen, Hand geben usw. Also Dinge bei denen viele Menschen anfangen das Wort „man“ zu benutzen.
    Mich interessiert wie ihr damit umgeht. Was sagt ihr euren Kindern? Was sagt ihr solchen Kritikern?
    Ich weiss manchmal nicht wohin mit meiner Wut über solche Situationen. Dann fehlen mir die Worte in diesen Momenten. Ich will aber meinen Kindern nicht beibringen immer die Faust im Sack zu machen. Manchmal ist das nötig, aber ab und zu wäre ein flotter Spruch im rechten Moment ganz nützlich. Also, wie haltet ihr eure Psyche sauber?

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