WMDEDGT im Januar 2017

Heute ist wieder der 5. des Monats und Frau Brüllen fragt wie immer an einem solchen Tag „Was machst du eigentlich den ganzen Tag (WMDEDGT)?“

6:44 Uhr Ich wache, 15 Minuten vor dem Weckerklingeln, auf. Ich fühle mich ziemlich erschlagen, bin ich doch erst so gegen halb 2 eingeschlafen und war quasi stündlich wach…keine wirkliche Nachtruhe. Bereitet mein Körper mich da wohl auf einen schlechten Schläfer vor? Bitte nicht!

7:00 Uhr Meine volle und zerquetschte Blase treibt mich aus dem Bett. Im Bad wasche ich mir auch gleich noch die Haare und hänge die restliche Katzenwäsche etc. auch direkt noch dran.

7:30 Uhr Der Kaffee ist fertig, langsam geht die Sonne auf. Ich schreibe mir ein wenig mit der Perlenpatentante, die gerade auf dem Weg nach London ist. Ein bisschen neidisch bin ich ja…auch wenn es bloß eine kurze Stippvisite ist.

8:30 Uhr Überraschend pünktlich steht die Perle vor der Tür. Ich nehme sie in Empfang, ziehe mich dabei schon an und wir verlassen keine 10 Minuten später das Haus. Rekord! Und bitter nötig, denn meine Autoscheiben sind komplett zugefroren. Also erstmal kratzen. Der PP, der hinter mir geparkt hat, ist auch dabei und die Perle quatscht ihm noch ein wenig das Ohr ab.

9:00 Uhr Wir sind beim Arzt (ich habe einen Termin zur Kontrolle). Alles läuft normal ab: Toilette, Labor, Untersuchung, Ultraschall, CTG. Alles gut, alles normal, die Bauchperle liegt in Startposition und alle Zeichen stehen auf Start, aber das CTG weist keinerlei Wehenaktivität auf. Naja…“bis in zwei Wochen“ sagt man mir beim Abschied. Ich hoffe mal nicht.

10:30 Uhr ich beschließe, dass wir die verbleibende Zeit nutzen, um in die Stadt zu gehen. Ich wollte zwei Dinge beim Saturn nachschauen, zur Bank und vielleicht beim Tedi ein wenig Deko kaufen. Bis auf die Bank läuft alles eher erfolglos. Eigentlich wollte ich 2017 wieder mehr in Läden kaufen, aber wenn die Produkte dort alle 100-150 Euro teurer sind, dann kann ich mir das leider schlicht und ergreifend nicht leisten. Schade eigentlich. Dafür denke ich endlich daran im dm die Alana Baumwoll-Seide-Stilleinlagen zu besorgen. Für alle Fälle nehme ich aber noch ein Paket von den Einmal-Einlagen von Lansinoh mit. Somit sollte ich nun auch für das Wochenbett gewappnet sein.

11:45 Uhr Mit einem kleinen Abstecher in die alte Wohnung (um nach Post zu gucken) fahren wir wieder nach Hause. Ab 12:00 Uhr hat sich der Telekom-Mann (zum dritten Mal) angemeldet um eeeendlich das Internet zu installieren. Darauf warten die Perlenoma und der Perlenopa nun schon seit Mitte Dezember. Mal sehen, ob das heute klappt…so ganz glaube ich ja noch nicht daran.

12:00 Uhr Zu Hause wartet ein riesiges Paket auf uns. Als ich auf den Absender gucke freue ich mich, die liebe Kerstin von Chaoshoch2 hat ihr Versprechen wahr gemacht und uns eine Kiste Babyklamotten geschickt. Und damit nicht genug, oben drauf liegt, neben einem flauschigen Brief, ein selbstgenähtes Kleid für die Bauchperle aus dem schönsten Flamingo-Stoff, den ich je gesehen habe (DIE FLAMINGOS GLITZERN!!!). Die Perle ist außer sich und kann es sich nicht erklären, dass jemand wusste, dass sie sich so sehr ein Flamingo-Kleid für ihre Schwester gewünscht hat (Hintergrund: Ich hatte vor einiger Zeit auf Twitter erzählt, dass die Perle diesen Wunsch geäußert hatte und bat um Shopping-Tipps…die liebe Kerstin las dies und machte sich gleich daran der Perle diesen Wunsch zu erfüllen…ist das nicht lieb?!).

13:00 Uhr Der Internet-Typ lässt auf sich warten. Ich lege mich auf die Couch, aber meine zappeligen Beine lassen mich kaum ruhen. Also beschließe ich mich weiter um die Wäsche zu kümmern und etwas aufzuräumen. Die Perle spielt derweil in ihrem Zimmer und kommt immer mal wieder gucken was ich so mache.

14:30 Uhr Ich fasse es nicht, die Internet-Mensch ist da. Er schaltet fix alles frei, kann aber leider keinen Testlauf machen weil der Perlenopa den Router nicht eingerichtet hat. Nunja. Aber wenigstens ist von der Seite nun alles geregelt.

16:11 Uhr Vor lauter Wäsche sortieren und falten und so weiter hätte ich fast die Zeit vergessen. Ich bringe die Perle fix zur Oma runter und fahre dann zu unserem heutigen Termin bei der Erziehungsberatung des Jugendamtes. Über den letzten Monat hat sich die Kommunikation mit dem PP deutlich verschlechtert und ich hoffe heute auf eine Trendwende.

18:00 Uhr Nach einem sehr anstrengendem Termin, in dem mir wieder mehrfach klar geworden ist, dass der Perlenpapa und ich einfach sehr sehr unterschiedliche Auffassungen von Fairness und „dem Besten für die Perle“ haben, fahre ich wieder nach Hause. Ich bin erschöpft und müde. So wird das wohl nix mehr mit dem partnerschaftlichen Elternsein (wahrscheinlich sehr zur Erleichterung der PPF, die das ja anscheinend als unnötig empfindet und sabotiert wo sie nur kann) und obwohl wir eine Zeit lang (Prä-PPF) einen echt guten (und sogar echt schönen) Weg des Co-Parentings gefunden hatten (und so wissen, dass es eigentlich möglich ist) bemerke ich wie ich immer weniger lösungsorientiert denke und immer mehr einfach nur den Wunsch nach Ruhe (auch vor allem vor den Schikanen des PP) verspüre.

19:00 Uhr Die Perle und ich kochen (Spaghetti und Tomatensoße) und bereiten den Teig für die Glücksschweinchen vor, die die Perle morgen zu ihrem ersten Kita-Tag des Jahres mitbringen möchte (eine kleine Neujahrs-Tradition bei uns, inspiriert durch die liebe Pia von „Bis einer heult“).

20:00 Uhr Wir haben gegessen und die Perle will unbedingt noch ein paar Schweinchen ausstechen. Ich weiß, dass sie bald die Geduld verliert und lasse sie machen. Da der Teig etwas zäh ist und nicht so ganz kooperiert kommt dieser Zeitpunkt noch schneller als gedacht, also kuscheln wir uns ins Bett und lesen eine Geschichte. Nach etwas Muckeln geht es dann auch ins Bett für die Perle und ich setze mich wieder an die Schweinchen.

20:45 Uhr Die erste Fuhre Schweine ist im Ofen, die Zweite wird vorbereitet, so arbeite ich im Akkord. Doch mein Bauch macht Faxen, ist hart und schmerzt. Ja, auch wenn ich es nicht zugeben mag, dieser stetige Konflikt zehrt an mir und macht mich mürbe. Irgendwie habe ich manchmal sogar das Gefühl, dass das sogar das Endziel der ganzen Sache ist. Zu oft wird meine „psychische Erkrankung“ zur Sprache gebracht, wird von Überforderung gesprochen. Dabei benehmen sie sich als würden sie es quasi drauf anlegen. Und dann dieser elende, ewige, immer wiederkehrende Vorwurf, dass ich ja nur eifersüchtig sei. Leider kann mir dann auf Nachfrage aber nie jemand erklären auf was genau ich eifersüchtig sein soll? Ihr kleinkariertes Spießerleben? Das Leben an der Seite eines Mannes, der sich anscheinend einen Spaß daraus macht mich zu schikanieren und mir das Leben zur Hölle zu machen? Die gänzlich fehlende Fähigkeit über den eigenen Tellerrand zu gucken? Die Langeweile, die sie in ihrem Leben verspüren müssen, wenn sie regelmäßig meinen Twitter-Account durchforsten (dem sie unter falschem Namen folgen), auf der Suche nach Dingen, die gegen mich verwendet werden können? Die erzkonservative Denke? Nein, auch wenn sie denken ihr Leben wäre das geilste ever, das Nonplusultra…ICH möchte ganz sicher nicht mit SOWAS tauschen. Denn auch wenn sie es nicht nachvollziehen können: Mir, nein uns, geht es gut so wie es ist. Wir haben Perspektiven und Träume und Pläne und Ziele (also halt andere als „Mann finden und Haus/Kinder haben“). Menschen, die uns lieben und die wir lieben und noch etwas Spunk in unserem Leben, was sie von sich ja nun echt nicht behaupten können. Oh man, diese Arroganz jemandem Eifersucht vorzuwerfen. So a la „Dein Leben ist so scheiße, DU MUSST unseres ja haben wollen“. Nein danke, sie können ihr ach so tolles Leben gern behalten, ich mag es nicht haben, noch nicht mal wenn man mich dafür bezahlen würde. >.< Und ja, ich respektiere, dass SIE so glücklich sind und sie sich das wahrscheinlich ihr Leben lang so gewünscht haben und sich freuen, dass sie es endlich erreicht haben. Glückwunsch. Aber sie sollen sich verdammt nochmal die Arroganz sparen, zu behaupten, dass alle, die NICHT so leben (wollen) wie sie ja unglaublich eifersüchtig sein müssen. Denn auch wenn sie sich das nicht vorstellen können: Nicht alle haben ihre Lebensziele (zum Glück, das wäre ja sehr langweilig). Und sind trotzdem glücklich. Und das muss ich ihnen zwar nicht beweisen, aber sie sollen ein für allemal aufhören sich mit einem „die ist ja bloß eifersüchtig“ als was Besseres darstellen (und fühlen) zu wollen.

21:45 Uhr Ich setze mich an den Laptop und schreibe diesen Beitrag zu Ende. Leider schweife ich etwas ab, aber meine Gedanken sind einfach alles andere als fokussiert. Ich beende die Backerei und lege mich auf die Couch, merke aber schnell meine Müdigkeit und wechsle ins Bett. Die Perle träumt schlecht und kommt ziemlich früh dazu und so kuscheln wir dem nächsten Wochenende entgegen.

Und WMDEDGT? Schreib es auf und mach mit beim allmonatlichen Tagebuchbloggen von Frau Brüllen! Oder lies dir bei ihr durch was die anderen so den ganzen Tag machen.

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