Foodsharing, oder „Die Definition von Müll in Frage stellen“

Eine Wegwerfgesellschaft

Wusstet ihr, dass in Deutschland jedes Jahr rund 18,4 Millionen Tonnen an Nahrung im Müll landen (Quelle: WWF Studie 2015)? Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das bedeutet, dass die Deutschen etwa 313 Kg genießbare (!) Nahrung wegwerfen…und das pro Sekunde!! Das ist nicht nur ungeheuerlich, es ist vor allem auch vermeidbar. Denn viele sind so fest in ihrem Konsumverhalten gefangen, dass sie gar nicht merken, dass sie statt Mülls gutes Essen wegwerfen.

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Zum einen wird blind auf das Mindesthaltbarkeitsdatum vertraut. Statt sich auf Kopf und Verstand zu verlassen wird alles, was dieses Datum überschreitet, als Müll deklariert und weggeworfen. Zugegeben, auch ich habe lange so gelebt, dieser Gedanke war fest in mir verankert. Doch es ist alles bloß eine Kopfsache, denn vergammeln Lebensmittel wirklich quasi bei Mitternacht, wenn besagtes Datum erreicht wurde? Nein. Ganz bestimmt nicht. Es ist lediglich ein Versprechen des Herstellers, dass sich bis zu diesem Datum die Qualität nicht verändert. Eine Art Absicherung. Mehr nicht. Mit einem simplen Geruchs- und Seh-Test lässt sich solche Ware auch noch lange über das MHD hinaus gefahrlos genießen.

Zum Anderen sind wir es gewöhnt, dass wir, wenn wir in einen Supermarkt gehen, alles in Hülle und Fülle vorfinden. Die Regale sind immer gut bestückt, werden ständig nachgefüllt und alles sieht brandneu aus. Das wissen auch die Supermarkt-Betreiber und sortieren rigoros aus, was nicht dem Standard entspricht. Die Weichspüler-Flasche ist klebrig? Weg damit. Eine Paprika im Dreierpack hat eine braune Stelle? Das gesamte Paket landet auf dem Müll. Auch viele Produkte, die schonmal im Einkaufswagen lagen und (an der Kasse oder in anderen Regalen) wieder abgelegt wurden, landen im Müll. Der Pappkarton der Reis-Kochbeutel hat eine eingedrückte Ecke? Müll.

Dazu kommt noch, dass die Kosten für die Lagerung der Saison-Ware meist die der erneuten Anschaffung im nächsten Jahr übersteigt. Das bedeutet, dass bei einem Sortiments-Wechsel viele Sachwaren/Nonfood- Produkte (die ja nicht verderben KÖNNEN) einfach weggeschmissen werden. Ganz ehrlich, bei diesem Punkt ist mir richtig übel geworden. Wir reden hier einerseits über Deko-Artikel, aber auch über Schul-Materialien, Sitzkissen für Gartenmöbel, Planschbecken, Grills, etc. Original Verpackt, ungenutzt, neu…und dennoch deklariert als „Müll“.

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Neue Schulmaterialien – Müll?

Ich weiß, vielen drängt sich nun die Frage auf: „Was ist denn mit den Tafeln?“. Ja, diese werden natürlich bedient. Aber: Die Tafeln bekommen Spenden. Die Tafeln nehmen nichts an, was schon als „Müll“ deklariert wurde (das dürfen sie nämlich gar nicht). Die Geschäfte sortieren also auf mehreren Ebenen aus, einmal Essens- und Sachspenden für die Tafeln und eben schlicht und ergreifend „Müll“. Ich finde, dieser Fakt macht das Ganze sogar noch wahnsinniger.

Foodsharing – Das Movement

Warum ich euch das Ganze erzähle? Also, es gibt da ein Movement, bei dem ich nun schon eine Weile aktiv bin. Der aufmerksame Leser sowie meine treuen Twitter- und Instagram-Follower haben es schon mitbekommen: In meiner Stadt gibt es nun eine Foodsharing-Gruppe. Über eine Bekannte kannte ich das Prinzip schon aus der Nachbarstadt, aber nun sind wir auch vor Ort aktiv. Es ist wirklich der Wahnsinn, was sich da abspielt.

Aber mal von Vorne: Beim Foodsharing engagieren sich Menschen als Lebensmittelretter. Begonnen hat alles mit dem traditionellen „Containering“ in den USA. Menschen stiegen in Nacht- und Nebelaktionen in Container von Supermärkten ein und sammelten noch verwertbare Lebensmittel für den Eigengebrauch. Von den Supermärkten nicht gern gesehen entwickelte sich eine Art Kampf zwischen den Rettern und Supermarkt-Ketten. Container wurden abgeriegelt, hinter Stacheldrahtzäunen platziert oder sogar von Hunden und/oder Kameras bewacht. Doch manche Supermarkt-Betreiber verstanden das Prinzip und begannen die Lebensmittel für die Retter separat hinzustellen. Hieraus wuchsen Partnerschaften. Die Supermarkt-Betreiber gaben ihren „Müll“ frei, die Retter kümmerten sich um die Verteilung und Entsorgung. Schnell verbreiteten sich diese Praktiken und man versuchte alles etwas effizienter zu gestalten. Foodsharing war geboren. Mittlerweile gibt es vielerorts solche Gruppen, die offizielle Kooperationen mit lokalen Geschäften und/oder großen (überregionalen) Supermarkt-Ketten eingehen. Es ist organisiert, geplant, effizient und somit dem Gedankengut der Wirtschaft entsprechend. Die geretteten Lebensmittel werden entweder für den Eigengebrauch genutzt, verschenkt oder an offiziellen „Fairteiler-Stellen“ verteilt.

Ganz wichtig ist hier, dass es NICHT um Bedürftigkeit geht, sondern um einen gesunden, fairen, achtsamen und vor allem aber bewussten Konsum. Unsere Gruppe ist bunt gemischt, da gibt es die Hippies, die Bedürftigen, die Flüchtlinge, die Studenten, die Geschäftsleute, die Hausfrauen, die Großmütter, die Kleintierbesitzer, die Rezepte-Erfinder, die Singles und die Großfamilien, die Arbeitenden, die Selbstständigen, die Rentner, die ganz normalen Menschen von nebenan. Alle werden in einem Aspekt vereint: Sie wollen einen achtsamen und bewussten Umgang mit Lebensmitteln leben und verlassen sich auf ihren gesunden Menschenverstand und nicht auf irgendeine Zahl.

Wie wird man aktiv? Am Besten registriert man sich als erstes auf www.Foodsharing.de. Von hier aus werden alle deutschen Foodsharing-Gruppen koordiniert. Hier kann man sehen ob und wo in seiner Stadt Foodsharing aktiv ist und man kann sich dort für diese Kreise eintragen und Kontakte knüpfen. Dort kann man Gebietsleiter ansprechen wenn man selbst aktiv werden möchte oder erstmal gucken, wo und wann die „Fairteiler“-Stellen sind und sich dort selber ein Bild machen.

Wichtig wäre noch zu erwähnen, dass „Foodsharing“ quasi ein geschützter Begriff ist und nicht „nur“ eine Bezeichnung für „Lebensmittel retten“. Die Leute von Foodsharing haben sich unter den Supermarkt-Betreibern und -Ketten in Deutschland einen guten Ruf aufgebaut und hoffen, diesen auch beizubehalten. Daher ist davon abzusehen auf eigene Faust zu einem Supermarkt zu gehen und zu sagen „Hallo, ich will Foodsharing machen und euren Müll abholen.“ Dahinter steckt ein großer Organisations-Apparatus, der viel harte Lobby-Arbeit mit den hohen Tieren im Einzelhandel bedarf. Da kann so eine gut gemeinte private Anfrage auch großen Schaden anrichten (wenn z.B. der Verantwortliche von Foodsharing für diese jene Kette in Verhandlungen mit den Managern über eventuelle Kooperationen steht und ihr dann da plötzlich auf der Matte steht und große Verwirrung stiftet…das schadet dem Ruf von Foodsharing und lässt das Movement als „unorganisiert“ dastehen, obwohl eigentlich das Gegenteil der Fall ist). Also bitte, bitte: Versucht es über die gängigen Channels, die Homepage, Facebook-Gruppen, Fairteiler-Stellen, etc.

Ich bin über einen Kontakt in der Nachbarstadt und dann über eine Facebook-Gruppe zum Foodsharing gekommen. Bei einem Info Treffen haben wir uns gegenseitig kennengelernt, ausgetauscht und eine Abhol-Liste erstellt. Abgeholt wird (bis jetzt) jeden Tag von einem Supermarkt. Danach werden die Lebensmittel aussortiert. Sprich, der echte Müll wird vom Nicht-Müll getrennt. Das kann manchmal etwas ekelig sein, aber mit Handschuhen und etwas Gewöhnung geht das schon. Dann können die Lebensmittel abgeholt werden. Natürlich gibt es in solchen Gruppen verschiedene Menschen, die einen können und wollen sich aktiv am Retten beteiligen, die anderen helfen, in dem sie die Lebensmittel dann abholen und weiterverteilen und/oder konsumieren. Hierbei sind aber ALLE Beteiligten und Rollen wirklich wichtig. Lasst euch nicht lediglich vom „ich habe keine Zeit bei Supermärkten Lebensmittel abzuholen“ abhalten. Das einfach Konsumieren ist schon ein großer Aspekt des Rettens.

Make a difference! Nachhaltige Veränderungen

Bei mir ist das so, dass ich mit meinen abgeholten Lebensmittel noch 3-4 weitere Familien versorge. Da kriegt der eine mal ein paar Kartoffeln oder der andere etwas Obst für’s Müsli. Noch einer hat Kleintiere und freut sich über frische Futtermittel. Und als wir letztens fünf Kisten neue und verpackte Schulmaterialien bekamen konnte ich allein mit dem, was ich dort mitnahm 5 Schulkinder ausstatten (mit Zirkeln, Bleistiften, Radierern, Tintenkillern, Füllern, Tintenpatronen, Bunt- und Filzstiften, Bastelscheren, Spitzern usw.). Nochmal zur Erinnerung: Wir nehmen nur das mit, was „die Tafel“ stehen lässt (die sind nämlich vor uns dran mit der Abholung).

Seit ich beim Foodsharing aktiv bin hat sich mein Konsumverhalten stark verändert. Ich konsumiere wieder viel achtsamer und bewusster. Außerdem koche ich viel frischer und kreativer. Kürzlich gab es Unmengen an Tomaten. Also nahm ich, obwohl weder die Perle noch ich frische Tomaten essen, 1,5 Kg Tomaten mit. Dazu noch ein semi-verwelkter Basilikum-Strauch, eine Knoblauchknolle (aus einem Dreierpack, bei dem eine andere Knolle eine Stelle hatte) und eine Gemüsezwiebel. Daraus wurde wunderbare eingekochte Tomatensoße für das Perlen-Leibgericht. Seither habe ich auch schon zweimal einen großen Topf Suppe gekocht, einmal mit wunderbaren Bohnen und einmal einen köstlichen Linseneintopf. Die Perlenoma und der Perlenopa durften sich über leckeres Ofengemüse freuen und dank Foodsharing machen wir unseren Apfelmuß nun auch wieder selbst. An Obst und Gemüse habe ich seither lediglich ein paar Bananen und eine Ingwerknolle im Geschäft gekauft. Mehr nicht.

Individuell und Alternativ

Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, wo er seine Grenzen zieht. Ich zum Beispiel mache einen großen Bogen um Fleischprodukte. Ich bin da ja eh etwas speziell und kaufe nur sehr wenig Fleisch (und wenn dann nur frisch vom Metzger des Vertrauens, der es beim lokalen Biobauern bezieht). Außerdem habe ich eine recht spezielle Phobie vor saurer Milch, weshalb ich diese auch nur ganz frisch kaufe und sie beim Foodsharing lieber anderen überlasse. Dafür nehme ich gern auch mal eine schrumpelige Tomate oder Paprika mit, wenn ich weiß, dass sie eh nur in die Soße oder den Ofen kommt.

Ich muss sagen, dass ich vom Foodsharing restlos begeistert bin und immer wieder ungläubig schaue, wenn ich sehe, was da teilweise aussortiert wird. Das kann man kaum in Worte fassen. Außerdem ist es ein toller Weg nette (und coole) Leute in seiner Umgebung kennen zu lernen und sich gemeinsam für einen guten Zweck zu engagieren. Und ja, auch wenn es nicht um die Bedürftigkeit geht, man spart auch den ein oder anderen Euro dabei. Verdient sich stattdessen aber auch den ein oder anderen schrägen Blick der Mitmenschen, und hier und da auch mal den Spruch „Du isst Müll? Nee, das könnte ich aber nicht.“ Da hilft nur viel Aufklärungsarbeit oder sie einfach mal mitnehmen. Denn niemand, der mal gesehen hat was da verteilt wird, wird jemals wieder behaupten, dass das „Müll“ sei.

Auch nehme ich die Perle gerne immer mal wieder mit. Ich find es toll ihr einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu vermitteln. Sie hat das Ganze schon sehr gut verstanden und empört sich regelmäßig darüber, dass da gute Lebensmittel im Müll landen. Ich binde sie auch gern aktiv in die Verarbeitung der Lebensmittel mit ein. Zum einen kocht sie generell sehr gerne mit, zum anderen möchte ich, dass sie lernt, dass z.B. ihr Nudelsoße aus frischen Tomaten besteht und nicht lediglich aus der Dose/dem Glas kommt. Dass Orangensaft nicht aus Hohes C Flaschen kommt, sondern man ihn auch ganz leicht selber pressen kann und wie die komischen orangen Tomaten mit den getrockneten Blättern heißen…und schmecken (Khaki). Ich hoffe, dass sie so mit einem alternativen Konsum-Bewusstsein in die Welt geht und „etwas wegschmeißen“ für sie keine acht- und konsequenzlose Tat ist.

Wenn ihr noch Fragen habt, dann meldet euch ruhig. Ich versuche es so gut es geht zu erklären oder leite eure Fragen weiter.

Wie sieht das bei euch aus? Könntet ihr ohne das Mindesthaltbarkeits-Datum leben? Wie achtsam seid ihr bzgl. eures Konsums? Könntet ihr euch vorstellen bei Foodsharing aktiv Lebensmittel zu retten? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen, Tipps, Ideen und Meinungen.

6 thoughts on “Foodsharing, oder „Die Definition von Müll in Frage stellen“

  1. Ein toller Bericht ! Das ist wirklich so krass und ich kann es kaum glauben, dass soviele Sachen weggeworfen werden ! Unfassbar… Foodsharing muss ich mir auf jeden Fall mal genauer anschauen. Es kann nicht sein, dass wir so lieblos damit umgehen…
    Liebe Grüße,
    Berenice

  2. Foodsharing habe ich selbst noch nie ausprobiert. Dabei kaufe ich Joghurts eigentlich nur noch aus der roten Kiste bei uns im Supermarkt. Da liegen alle Artikel drin die demnächst ablaufen. Außerdem mag ich Überraschungen und probiere mich gerne durchs Sortiment. Da alles irgendwann abläuft, liegt immer was anderes in der Kiste und als kleines Bonbon sind die Joghurts dann direkt auch um 50% billiger. So kaufen wir auch öfters Vollmilch. Nur bei Milch gibt es nicht immer demnächst ablaufende Produkte – das ist eher Glück.

    Unser Gemüse beziehen wir vollständig aus der lokalen Ökokiste von Bauern aus der Umgebung. Wenn etwas fehlt, dann kommt es vom Bauern auf dem Wochenmarkt und auch aus der Region. Damit sind wir automatisch auch saisonal unterwegs. Die Ökokisten gibt es übrigens in vielen Regionen Deutschlands. Toll daran ist, dass eben auch mal etwas „exotischere“ Gemüse und Obstsorten drin sind. Aktuell gibt’s wieder Wirsing. Hätte ich selbst nie gekauft, aber wenn der Bauer gerade geerntet hat und es in die Kiste kommt, dann kochen wir das eben auch mal. Und siehe da: Es schmeckt wirklich sehr lecker 🙂
    Aber natürlich kostet eine große Kiste auch 15 Euro die Woche und damit ist es teurer als der Supermarkt. Immerhin kommt das Geld auch direkt (und ohne Zwischenhändler) dort an wo es gebraucht wird: Bei den lokalen Erzeugern.

    Was mich am Foodsharing immer etwas ratlos zurückgelassen hat ist das Paradoxon der Idee. Klar, heute ist es das und das Problem liegt nicht beim Foodsharing selbst, sondern dem Einzelhandel (bzw. am Ende bei uns Kunden, wenn wir mal ganz ehrlich sind). Foodsharer müssten aber, konsequenterweise, an ihrem eigenen Untergang arbeiten. Nur wenn Bauern faire Löhne bekommen geht es den Tieren gut und das Gemüse wächst naturnah und nicht in endlosen Monokulturen vor sich hin. Der ständige Zwang zur Maximierung des Ertrages ohne Rücksicht auf Qualität ist ja eines der großen Probleme der Bauern. Damit das Wegwerfen aufhört muss eigentlich doch das Ziel sein, dass es möglichst keine Überproduktion gibt und die Bauern fair für ihre Arbeit entlohnt werden. Damit müssten Foodsharer jetzt aber an ihrem eigenen Untergang arbeiten. Irgendwie ist Foodsharing langfristig doch irgendwie keine Alternative – auch wenn es natürlich kurzfristig total sinnvoll ist das Wegwerfen zu reduzieren und alles doch noch zu verwerten.

    1. Da stimme ich dir absolut zu, langfristig sollte unser Ziel sein, dass das Konsumverhalten der Gesellschaft sich ändert und nicht, dass wir den Müll anders verwerten. Generell ist die Stimmung beim Foodsharing aber auch so. Die Freude über ein paar gratis Schul-Utensilien ist eigentlich Nebensache, wir sind eher erschrocken und wütend über die Wegwerf-Kultur. Und keiner meckert, wenn es an einem Tag nur 4 Kisten gab, denn das bedeutet ja, dass weniger weggeschmissen wurde.

      Aber: Nicht jeder kann alle Probleme selbst lösen. Wir haben uns eines Problems angenommen, an dieser Front kämpfen wir nun. Klar wäre es irgendwann schön, wenn Foodsharer nicht mehr gebraucht werden, weil einfach nichts mehr weggeworfen wird. Das wäre sogar grandios. Aber der Mensch kann halt nur soviel auf einmal tun. Und während wir „Müll“ retten und faules Obst aussortieren, kämpfen andere gegen die Überproduktion und so weiter.

      Ich glaube nicht, dass man sagen kann „wenn die das so und so machen müssen sie auch gleich noch dieses und jenes Problem bekämpfen, denn die beiden korrelieren“.

      Ich denke noch sind wir in einem Stadium, in der das Umdenken stattfindet. Lokal wird wieder cool, regional wieder ein Gütesiegel und die Menschen konsumieren wieder bewusster…nach und nach. Noch ist es ein Luxus-Gut, fair/regional/Bio zu konsumieren (siehe Biokisten- oder Metzger-Preise) aber ich bin da einfach mal optimistisch und sage einen gewissen Trend zum bewussten Konsum voraus. 😉

      Ich danke dir für deinen Kommentar und deine Einschätzung. Nach der roten Kiste muss ich auch mal gucken. Auch wenn ich die Milch dann wohl trotzdem regulär kaufe…aber zumindest regional. 😉

  3. Die roten Kisten sind sehr abhängig vom Supermarkt. Hier gibt es von Aldi über Edeka und Tengelmann bis zum Rewe alles. Nur der Hit (eine lokale Tochter von Rewe, soweit ich weiß) und der Bio-Markt hat so eine Kiste 🙁

    Aber ich sehe diesen Bio-Trend (meist unter irgendwelchen Phantasie-Labels, siehe Foodwatch) auch kritisch. Oft werden da nur Namen getauscht und der Preis hochgetrieben. Ich habe schon regionales Müsli für unverschämt teures Geld gesehen, dass Palmzucker aus Südamerika drin hatte. Willkommen Urwaldabholzung. Aber ein Bio-Siegel samt „super regional“-Statement gabs trotzdem. Und das Schlimmste dabei: Die Leute kaufen den Kram und finden sich super. Dabei ist das vergleichbare Discounter Produkt immerhin aus europäischen Zutaten ohne ewig lange Lieferkette. Aber das ist ein anderes Thema 🙁

    Finde gut, dass es Foodsharer gibt und ihr damit aktiv das Problem angeht. Klar, alles kann nicht gelöst werden und niemand will auf alles verzichten. Ich pfeife mir auch Zitronen und Bananen vom anderen Ende der Welt rein :p

  4. Moin, ich finde deinen Artikel super. Ich selber bin seit fast 2 Jahren in Hamburg als Foodsaverin unterwegs und bin selber immer wieder geschockt… überrascht… erschlagen… von dem was alles im Müll landen soll. Nicht (nur) von der Menge, auch von der guten Qualität der Lebensmittel. Ich hoffe es finden sich noch viele Menschen die umdenken, damit irgendwann nur noch wirklciher Müll weg geschmissen wird.

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