Wie mich meine Schwangerschaftsdemenz mal zur Kriminellen machte.

babybauch-in-streifen
Zum Glück stehen dem Bauch auch Streifen…

Heute gibt es ein kleines Anekdötchen aus dem Leben einer Schwangeren mit fortscheitender Schwangerschafts Demenz. Letzten Freitag, nachdem ich die Perle ins Papa-Wochenende begleitet hatte, hielt ich auf dem Weg nach Hause noch kurz bei „unserem“ Supermarkt. Ich brauchte noch ein paar Zutaten für das Kürbisbrot und auch noch etwas Equipment für das geplante Greys-Anatomy-Gucken am Abend.

Ein wenig beflügelt vom Gefühl der Freiheit, das man als Mutter, die alleine einkaufen geht, automatisch erfährt, lief ich durch die Gänge und sammelte die benötigten Dinge ein. Etwa auf Höhe der Dosen Ravioli…äh…Bio-Dinkel-Soja-Produkten, kam mir ein Junge mit seinem Vater entgegen. In den Händen hielt er ein wirklich putziges Bäumchen im Blumentopf. Meine maternalistischen Instikte waren gleich geweckt, so ein Bäumchen würde ich adoptieren müssen.

Ich shoppte also weiter und wie das nunmal so ist, vergaß ich meine Adoptionspläne schnell wieder und dachte stattdessen darüber nach ob ich beim GA-Gucken eher Gummibärchen oder Kinderriegel essen wollen würde (und nahm natürlich dann beides mit). Als ich dann vertäumt in der Schlange an der Kasse stand, fiel mein Blick auf den Stand mit den Schnittblumen und Topfpflanzen. Da fiel mir das putzige Bäumchen wieder ein. Ich lieferte mir also fix das obligatorische „Einpacken vs. Scannen“-Rennen mit der Kassiererin, zahlte und lief zum Blumenstand.

Dort standen die Bäumchen, schön in Reih und Glied. Ich nahm eins hoch und drehte es in in meinen Händen hin und her. Ja, es sah durchaus robust und trotzdem überaus niedlich aus. Zwei Charakteristiken, die Pflanzen in meiner Obhut absolut nötig haben…mein Daumen ist einfach alles andere als grün, jedenfalls was Topfpflanzen betrifft (Gärtnerei sieht da schon wieder anders aus). Ok, ich beschloss dass ein solches Bäumchen bei uns einziehen würde und wählte das in meinen Augen Hübscheste aus. Der Preis (3,99 Euro) war auch okay und zu Hause auf dem Fensterbrett stand eh noch der traurig-leere Umtopf des letzten Opfers meiner Vernachlässigung (oder Vergesslichkeit?).

Zufrieden und bäumchentragend verließ ich also den Supermarkt. Vor der Eingangstür traf ich noch eine Bekannte, mit der ich kurz zwei-drei Sätze wechselte, dann verstaute ich das Bäumchen im Fußraum des Beifahrersitzes, stieg selber ein und fuhr von dannen. Na? Ist euch was aufgefallen? Mir auch erst nicht. Erst als ich Zuhause das 3,99 Preisschild abknibbelte wurde mir erst heiß, dann kalt, dann übel. Ich hatte gar nicht bezahlt! Also jedenfalls nicht das Bäumchen! Ich war einfach schnurstracks und ziemlich dreist vor aller Augen, am hellichten Tag quasi, mit dem Pflanzentopf in der Hand nach Draußen spaziert. Wie peinlich. Ich glaub ich bin trotz keinerlei Zeugen in meiner Küche rot wie eine Tomate geworden. Das Bäumchen bekam trotzdem einen Platz auf meiner Fensterbank.

diebesgut

Gestern kehrte ich übrigens zum Tatort zurück und beichtete meine Straftat dem Store-Manager mit dem Vorhaben meine Schulden zu begleichen. Der staunte erst etwas, lachte dann freundlich, bedankte sich für die Ehrlichkeit und sagte dann, dass ich das Bäumchen als Stammkunden-Prämie ansehen sollte. So freundlich. Ich muss mir also keinen neuen Supermarkt suchen oder damit rechnen, dass jeden Moment meine Tür von einem SEK aufgebrochen werden könnte. Ein gutes Gefühl.

Habt ihr auch eine Geschichte, wie euch eure Schwangerschafts- (oder Still-) Demenz in peinliche Situationen gebracht hat? Erzählt mal!

6 thoughts on “Wie mich meine Schwangerschaftsdemenz mal zur Kriminellen machte.

  1. Ich bin zwar (noch?) keine Mama, aber ich kaufe meist ohne Wagerl oder Taschen ein, sprich alles in den Händen, weil man zu zweit ja auch nicht so viel braucht … Kurz vor der Kasse kam ich drauf das ich noch Zahnpasta brauche bin retour und habe sie aus Platzmangel in die Hosentasche gesteckt … Bin dann auch raus ohne die Zahnpasta zu bezahlen, aber nachdem ich mich im Auto draufgesetzt habe gleich wieder retour mit hochroten Kopf …

    1. Hahaha, ja sowas ist auch schnell passiert. Ist auch mega-peinlich sowas wie ich finde aber meist nur für einen selber.. der Store-Manager fand es bei mir gar nicht so schlimm sondern eher witzig.

  2. Sehr gut.. 😀 musste sehr lachen!
    Meine Mutter war in der späteren Schwangerschaft in BS zu Besuch und ich wollte nach der Arbeit ’nen Döner mitbringen. Da das Bargeld knapp war, sprang ich in die Sparkasse. Am Automat stand ich dann vor dem größten Rätsel aller Zeiten. Wie war nochmal die PIN?! (Es ist ja nicht so, als hätte ich nicht noch am gleichen Tag mit Karte gezahlt..) Ich starrte das Nummernfeld an und versuchte mein Glück. Nach 3 Versuchen war dann die Karte gesperrt. Meine PIN bestand damals aus 3 verschiedenen Ziffern und ich hatte es sogar geschafft, komplett falsche Ziffern in Betracht zu ziehen. Ich fuhr also ohne Döner zu mir in die Wohnung, holte Geld bei meiner Mutter und wir fuhren dann gemeinsam los..
    Als ich am nächsten Tag die Sachlage der Sparkassenmitarbeiterin am Telefon schilderte, musste die sich ein Lachen sehr verkneifen. „Aber jetzt wissen Sie sie wieder? Dann reaktiviere ich die nur“. Ja. Die wusste ich wieder. Aber erst, nachdem ich den Brief von damals rausgekramt hatte.. >.<

    1. Hahaha…das ist ja auch ärgerlich. Aber kann ich mir total vorstellen, dass mir das auch passieren könnte…bzw…das ist mir sogar unschwanger schon passiert.
      Verpeiler-Mädel halt. 😀

  3. Ich denke auch, dass das wenig mit SS zu tun hat. Mir ist es im Wochenbett passiert (gilt das noch als Ausrede?). In unserem Haus gab es einen Supermarkt, der leider letztes Jahr in Konkurs gegangen ist (aber nicht wegen mir :)) und ich bin eben schnell runter und habe das nötigste ohne Tasche mitgenommen. Sprichwörtlich, denn die beiden Joghurts, die ich in der Jackentasche hatte, waren nicht bezahlt. Bin noch im Lift drauf gekommen und auch mit hochrotem Kopf zurück zur Kassa,…

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