Mein #Bloggertag – Aufruf zur Blogparade

blogging
Bild gefunden auf pixabay.com

In letzter Zeit bin ich öfter mit Menschen konfrontiert worden, die nicht so ganz nachvollziehen wollen/können warum ich blogge und was es überhaupt bedeutet zu bloggen. Das „Warum“ habe ich ja vor ein paar Wochen schon einmal versucht zu erklären…jetzt ist es einmal Zeit zu erklären, wie und warum „Bloggen“ einfach soviel mehr ist als hier und da einen Artikel zu veröffentlichen. Ich glaube wenn mehr Menschen wüssten wieviel Arbeit hinter so einem Blog steckt, dann würde das Bloggen nicht mehr nur als „nettes Hobby gelangweilter Hausfrauen“ abgestempelt werden. Und ich meine damit nicht nur die Wertschätzung anderer Mitmenschen, sondern auch die der Unternehmen, die Kooperationen mit uns Bloggern suchen.

Daher lade ich alle Blogger (Familien-, Fashion-, Food-, Reise-, und alle möglichen anderen Blogger) ein mal zu zeigen wie so ein typischer Tag bei ihnen aussieht. Wie vereinbart ihr das Bloggen mit all den anderen Aufgaben, die ihr tagsüber so erledigen müsst? Wie organisiert ihr euch, habt ihr vielleicht sogar Tipps für andere Blogger, Maßnahmen, die euch ganz besonders gut geholfen haben? Ich möchte hier nicht zum kollektiven Jammern aufrufen…es soll jetzt echt keine Parade von Alltags-Martyrer(innen) werden. Wir alle haben uns ganz alleine dafür entschieden und keiner zwingt uns dabei zu bleiben. Das ist uns bewusst und wir haben ja auch Freude daran, mit Stolz und auch ein klein wenig Liebe pflegen wir unsere Blogs. Diese Blogparade soll lediglich dazu dienen mal aufzuzeigen, wieviel Arbeit eigentlich im Hintergrund passiert, wieviel Zeit das Bloggen in Anspruch nimmt und dass es sich ganz oft vom kleinen Hobby zur großen Aufgabe mausert. Gerne könnt ihr euren #Bloggertag hier in den Kommentaren verlinken, ich werde dann am Ende der Blogparade eine Art Auswertung schreiben (Best Practices, Tipps, Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Auffälligkeiten, Fazit, etc.). Verbreiten könnt ihr die Parade gern unter dem Hashtag #Bloggertag.

So. Jetzt aber:

Mein #Bloggertag:

6:15 Mein Wecker klingelt. Meistens snooze ich noch etwas, bis etwa 6:30…dann treibt mich meine Blase aus dem Bett, zu dem ich aber kurze Zeit später zurück kehre und mich wieder neben die noch schnorchelnde Perle lege. Per Smartphone schaue ich nun was in den letzten Stunden so passiert ist…Likes und Kommentare auf den Social Media Kanälen werden angeschaut und eine kurze Bestandaufnahme der Newsfeeds gemacht (was könnte man später teilen? Haben die „Kollegen“ schon etwas interessantes veröffentlicht?). Email-AccountS (ja, Mehrzahl) werden natürlich auch gecheckt und Mental Notes für Antworten gemacht. Gegen 7:00 Uhr wird dann die Perle geweckt und unsere morgendliche Routine startet. Hier wird vielleicht mal ein Foto vom Perlen-Outfit gemacht (trägt sie vielleicht eine Marke, die ich kürzlich bewarb?) aber ansonsten bleibt das Smartphone aus der Hand.

8:30 Das Kind ist im Kindergarten, der Kaffee ist heiß, der Computer läuft. Derzeit mache ich eine Weiterbildung zum Social Media Marketing Manager, was bedeutet, dass ich täglich von 8:30-15:35 am PC sitze. Während wir über verschiedene Social Media Kanäle lernen, best practices, marketing-Strategien etc. habe ich ein Auge auf meinen eigenen Kanälen. Multi-Tasking halt und irgendwie passt es ja auch zum Thema.

10:00 Frühstückspause. Jetzt kann ich „aktiv“ werden. Schnell wird ein neuer Kaffee geholt und dann geht es los: An manchen Tagen ging schon um 8:00 ein neuer Artikel auf dem Blog online (mein typischer Veröffentlichungs-Zeitpunkt). Der will nun auf den verschiedenen Kanälen verteilt werden. Facebook-Page, -Gruppen, Twitter, Instagram. Jeder Post will individuell an die verschiedenen Gepflogenheiten des Kanals und seiner User angepasst werden. Manchmal werde ich damit in 15 Minuten nicht fertig. Aber der Unterricht geht weiter. Der Kurs ist übrigens wahnsinnig interessant und ich merke wie sehr mir diese Welt liegt, wieviele Dinge ich einfach schon intuitiv mache…wieviel ich aber auch erst noch lernen muss, besonders über die Dinge, die im Hintergrund passieren.

12:30 Mittagspause. Ich brauche etwas zu Essen, der Haushalt erledigt sich auch nicht von allein und außerdem tut mein Po mir weh und ich will mich etwas bewegen. Gegen Ende der Pause kehre ich an meinen Arbeitsplatz zurück und checke abermals Emails, die Blogstatistik, Kommentare und die sozialen Medien. Alles gut.

15:35 Ende Gelände, Feierabend. Perle abholen, Nachmittagsprogramm. In dieser Zeit werden hier und da mal ein paar Bilder gemacht, aber generell versuche ich das Programm Smartphone-los durchzuziehen…gelingt mir ehrlich gesagt nicht immer, aber der Wille ist da.

20:00 Die Perle ist im Bett, die Wäsche gefaltet, der Tisch abgedeckt und die Spülmaschine läuft. Jetzt wäre doch eigentlich Zeit für ein bischen Couching, vielleicht ein nettes Buch oder einen guten Film…? Fehlanzeige. Ich baue meinen Laptop in der Küche auf und schalte ihn ein. Die erste halbe Stunde geht schonmal für die übliche Pflege des Social Media-Auftrittes drauf…User-Interaktion ist schließlich wichtig. Außerdem ist es mir sehr wichtig, dass ich auf den sozialen Median nicht nur eigene Inhalte teile, sondern den Followern und Fans auch andere Inhalte zeige, die vielleicht interessant für sie wären. Außerdem kann ich so auch liebe BloggerkollegInnen unterstützen.

Dann geht es an das eigentliche Bloggen. Brainstorming/Recherche/Outlines erstellen/Artikel schreiben/editieren/Bilder aussuchen, bearbeiten, einfügen/finalisieren/für die Veröffentlichung planen. Ich muss jetzt mal schätzen, aber ich denke, dass ich Pro Artikel etwa 2-2 1/2 Sunden brauche, je nach Umfang der Recherche auch mal mehr, bis er veröffentlichungs-fertig ist.

Nebenher werden noch Emails geschrieben. Oh, das liebe Emailing. Ich glaube keiner, der noch keine Kooperation eingegangen ist weiß wieviele Emails im Vorfeld hin und her geschickt werden, wieviel da diskutiert und gehandelt wird, bis beide Seiten mit allem zufrieden sind. Das geht von der ersten Anfrage bis zur Gewinnabwicklung und Austausch von Leserzahlen nach der Kooperation. Da schreibe ich schonmal so um die 10-20 Emails hin und her bis alles geklärt ist. Das ist manchmal nervig, generell aber eher interessant. So habe ich schon viel über Marketing auf Unternehmens-Seite lernen dürfen.

Die Aquise von Kooperationspartnern ist aber auch ein Zeitfresser. Das ist wie Bewerbungen zu schreiben. Man hat eine Idee und muss diese einerseits kurz und knackig sowie aber auch ausführlich einem Marketing-Menschen „pitchen“. Erst müssen aber mögliche Koop-Partner gefunden werden, dann deren richtige Email Adresse, deren (derzeitige) Zielgruppe und vielleicht eine Kampagne, die gerade gut zum eigenen Blog passt. Mal fluppt das richtig gut, mal ist es sehr schwerfällig.

Auch ein „netter“ Zeitvertreib sind nahezu freche Angebote von Kooperationspartnern. Viele Blogger, die ich kenne sind dazu übergegangen solche Emails gar nicht mehr zu beantworten. Hier ist die Bandbreite an kuriosen Anfragen sehr weit und immer wieder werden solche Anfragen in Blogger-Foren diskutiert und sorgern für Erheiterung/Frust.

Naja, so sitze ich halt da und pflege mein „Baby“ Irgendwann gucke ich dann auf die Uhr und muss meistens erschrocken feststellen, dass es schon wieder nach 23:00 Uhr ist. Ich beende was ich grad mache und verschwinde wenig später dann auch im Bett.

Manche Tage sind etwas anders, wenn ich z.B. frei habe, die Perle krank ist, etc. Da ist es auch nicht schlimm, wenn diese Routine mal ausfällt oder einfach kürzer ist und ich nicht alles schaffe. Kein Problem. Natürlich kann/muss ich mal ne Email beantworten oder so, aber generell sind die Leser da auch sehr vergebend. An manchen Tagen habe ich auch einfach keine Lust. Passiert und ist auch nicht schlimm. Andere Tage sehen durch Blog-Aktionen auch etwas wieder anders aus (#WMDEDGT oder #12von12).

Dann gibt es da auch noch die Wochenenden. Hier kommt es natürlich drauf an ob die Perle da ist oder nicht. Generell widme ich mich hier aber eher dem „Real-Life“ wie es so schön heißt oder relaxe einfach. Natürlich mache ich fleißig Fotos für unseren regelmäßigen „Wochenende in Bildern“-Post aber das war es auch schon. Nicht selten setze ich am Wochenende keinen einzigen Tweet ab und Instagram/Facebook bleibt auch leer. Los geht es erst wieder Sonntag Abend, wenn der #WIB-Post geschrieben und verlinkt werden will. Natürlich findet auch an manchen Wochenenden das ein oder andere Bloggertreffen statt. Das ist immer nett, aufregend, interessant und ich liebe solche Events.

So, ich hoffe ich konnte euch einen guten Einblick in die „Arbeit“ als Blogger geben. Ich möchte aber nochmal betonen, dass ich diese Tätigkeit wirklich liebe, ich es selten als Pflicht oder Arbeit sehe und es mich mit Stolz erfüllt wenn ich sehe wie Perlenmama in den letzten Monaten gewachsen und an Reichweite und Relevanz gewonnen hat. Auch das Drumherum genieße ich sehr und habe schon viele wunderbare und vor allem inspirierende Menschen durch das Bloggen kennenlernen dürfen. Aber meine emotionalen Gründe für’s Bloggen habe ich ja schon an anderer Stelle ausgeführt.

Nun bin ich gespannt darauf zu sehen wie sich andere BloggerInnen organisieren, wie sie ihren Alltag als Blogger wahrnehmen und wieviel Zeit sie da am Ende investieren. Ganz toll wäre es, wenn dies auch über die Grenzen der Eltern-Blogger-Sphäre hinaus gehen würde. Also: Bitte schreibt, postet, kommentiert was das zeug hält, vielleicht können wir so ein wenig aufzeigen was „bloggen“ wirklich bedeutet und es ein wenig von seinem Ruf als „Hobby gelangweilter und grenzwertig exhibitionistischer Menschen“ befreien. Natürlich könnt ihr auch eine eigene Liste mit euren persönlichen Gründen für’s Bloggen verfassen…auch das würde mich sehr interessieren und ich würde mich natürlich über eine Verlinkung freuen!

14 thoughts on “Mein #Bloggertag – Aufruf zur Blogparade

  1. Deinen Alltag mit Bloggen, Fortbildung und Kind stelle ich mir ganz schön heftig vor. Und ich dachte immer, ich hätte meinen Blogs und Selbstständigkeit viel Stress! Aber mit einem kleinen Kind ist das schon noch eine andere Qualität.
    LG
    Sabienes

  2. Was für ein tolles Thema! Da mache ich gerne mit – wenn ich die Zeit finde ;-D! Mich interessiert es auch ungemein, wie andere Blogger das ganze so wuppen und ihren Alltag gestalten. Werde die Parade gleich mal auf FB teilen.

    LG Lotti

    Ps: bei mir läuft auch gerade eine Parade zum Thema „Eure Stadt mit Kind“: http://zickleinundboeckchen.de/blogparade/ Vl. hättest Du ja auch Lust dort mitzumachen. Würde mich freuen!

  3. Ich betreibe zwei Blogs. Die eine ist beruflich bedingt, hier geht es um meine Bücher, meine Arbeit als Autorin und Lektorin https://diebuchwerkstatt.wordpress.com/
    Der zweite ist mein Privatvergnügen und dementsprechend leider häufig vernachlässigt. Ich habe Phasen, in denen ich mehr schreibe und Phasen, wo der Blog leider auch schon mal längere Zeit brach liegt. Derzeit habe ich wieder gute Vorsätze 🙂 https://kutscherblog.wordpress.com/

  4. Ich bin grad sehr beeindruckt von diesen Abläufen, ich bin demnach „nur“ ein Hobby Blogger! Ich arbeite Vollzeit, habe 2 kleine Kinder und ich schreibe nur zum Spaß, meine Gedanken und Erlebnisse. Ich habe noch nie etwas recherchiert, die Bilder sind alle von mir selbst und wenn mich die Schreibwut packt, sind die Texte auch schnell verfasst. Mann, wenn ich das hier so lese, steigt meine Achtung vor Euren Texten noch mehr!

  5. Hallo Perlenmama!

    Erstmal danke für die Idee mit der Blogparade. Ich denke wir werden nicht mitmachen, da wir dann gleich drei Tagesabläufe posten müssten – den von Sophie, den von Sebastian und meinen. 🙂

    Bei uns ist das Bloggen nur ein Spaß, eine Idee der Kids. Sie schreiben manchmal was vor, sagen mir etwas an oder geben quasi Themen vor, die ich dann „abarbeite“. 🙂 Ich bin Alleinerzieherin, voll berufstätig, habe eigene Interessen und Hobbies und da ist es klar, dass für unseren Blog nur wenig Zeit bleibt. Aber ja, ich habe schon gemerkt, dass allein das mit den Fotos eine zeimliche Weile in Anspruch nehmen kann. Unglaublich! Bei den Texten – naja. Wenn ich mir da so manche (!!) durchlese, kommt mir das nicht so vor, als stünde sehr viel Aufwand dahinter – aber das ist sicher Geschmackssache. Unsere Texte entstehen ja auch spontan, werden rasch geschrieben, getippt und hochgeladen.

    Wir machen das jetzt seit einem guten Monat, haben schon ein paar Beiträge und lustigerweise wurden wir bereits von ein paar Firmen kontaktiert. Das führe ich aber eher auf deren mangelnde Recherche zurück – wir bieten ja keine Reichweite. 🙂 Egal – die Kids freuen sich wahnsinnig über jeden Like, jeden Follower und natürlich über jedes Gratisprodukt, das sie testen oder verlosen dürfen. Und um das geht es bei uns: den Spaß!!! Für sie ist es ein Experimentieren mit Facebook und Instagram (was ich ihnen sonst ja nicht erlaube), Tippen lernen, Texte formulieren, meinen Fotoapparat quälen, ein bisschen auf die Rechtschreibung achten (uff!), ….. wir streben nicht an, jemals unter den „richtigen“ Bloggern zu sein oder gar Geld damit zu verdienen. Da bin ich doch ganz froh, dass ich meinen regulären Job habe. 🙂

    Ups – das war jetzt doch länger als gedacht. Wir werden auf jeden Fall reinschauen, wie es den anderen so ergeht, denn ja – den Aufwand wissen wir auch erst zu schätzen seit wir selbst „bloggen“.

    Alles Liebe,

    Stefanie (von Sophie und Sebastian)

    1. Hi…ich habe versucht auf deinem Blog zu kommentieren, aber ich bekomme immer folgende Fehlermeldung (Achtung: Du hast die datenschutzrechtlichen Hinweise nicht akzeptiert.) obwohl es dort keine Option gibt dies zu tun.
      Jedenfalls danke, dass du mitgemacht hast, das ist echt super interessant von einer hauptberuflichen Bloggerin zu erfahren wie ihr Tag so aussieht.
      LG, Janina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

%d Bloggern gefällt das: