2.Runde – Wie die 2. Schwangerschaft anders ist

schwanger Herz
Bild gefunden auf pixabay.com

Ich muss ja sagen, die aktuelle Schwangerschaft ist so völlig anders als die von der Perle. Einerseits fühle ich mich ganz anders, andererseits gehe ich auch ganz anders damit um. In diesem Artikel liste ich mal ein paar Dinge auf, die ich als komplett anders empfinde.

Aufmerksamkeit

Ich glaube dieser Unterschied liegt ganz einfach am Faktor „Zeit“. Als ich mit der Perle schwanger war hatte ich einfach SEHR VIEL ZEIT um mich mit jeder Veränderung meines Körpers auseinander zu setzen, mich durch jeden Bericht von jeder Schwangerschaftswoche zu lesen und genau über die Entwicklungsschritte der kleinen Perle informiert zu sein. Ich fieberte jeder vergangenen Schwangerschaftswoche entgegen und verbrachte viel Zeit mir vorzustellen wie es wohl so sein wird ein Kind zu haben. Das ist diese Schwangerschaft komplett anders. Die läuft irgendwie so mit. Wenn mich jemand fragt wie weit ich bin muss ich erst in der App nachschauen. Und schwupps, steht schon wieder ein Frauenarzt-Termin vor der Tür. Sind wirklich schon wieder 3 Wochen rum?

Der Bauch

Auch wenn ich die Schwangerschaft diesmal wesentlich länger geheim gehalten habe als letztes Mal…irgendwann musste es raus. Vor allem weil mein Bauch schon in der 11. Schwangerschaftswoche nicht mehr in meine regulären Jeans passte. Meine Freundin sagte lachend, dass alle, die noch nichts wussten bestimmt gedacht haben, dass ich ziemlich zugelegt hätte. Das kann absolut sein. Jetzt in der 15. Woche habe ich eine Kugel wie beim letzten Mal erst im 5. Monat.

Appetit/Übelkeit

In der Schwangerschaft mit der Perle habe ich nicht wirklich viel zugenommen, nur 11 Kg (welche ich 3 Wochen nach der Geburt wieder runter hatte). Es war nicht wirklich so, dass mir großartig schlecht gewesen wäre, ich hatte nur nicht wirklich Hunger. Meine einzigen Gelüste waren eingelegte Maiskölbchen und die GLÄSERWEISE. Und jetzt? Ich habe beim zweiten Termin von meinem Frauenarzt einen ziemlichen Rüffel bekommen, da ich innerhalb von 3 Wochen 6 Kilo (!!!) zugenommen hatte. Ich habe aber auch gefressen wie ein Schaufelbagger. Und beim Essen habe ich mir schon überlegt was ich als nächstes esse. Schrecklich. Das legte sich zum Glück schnell wieder, und wahrscheinlich auch aufgrund des Stresses an verscheidenen Baustellen im Leben nahm ich bis zum darauffolgenden Frauenarzt Termin sogar wieder 2 Kg ab. Was ja auch nicht gut sein kann. Darauf muss ich also noch ein wenig achten. Jetzt ist es gerade so, dass mir auch wegen allen Möglichen Dingen schlecht wird. Wenn z.B. Essensreste in der Spüle liegen, oder ich etwas in den Müll schmeißen bzw. den Müll runterbringen muss. Auch Zähne putzen lässt mich würgen und der Duf von Weichspüler. Generell habe ich jetzt dauerhaft eine latente Übelkeit und kann mich manchmal nicht zwischen essen und würgen entscheiden. Das ist wirklich sehr seltsam und ich weiß noch nicht so ganz damit umzugehen.

Müdigkeit/Energie

Okay, da weiß ich nicht mehr genau wie es damals war. Da habe ich noch vollzeit gearbeitet, hatte aber kein kleines Kind zu Hause rumrennen. Jetzt mit Weiterbildung, der Perle und der Schwangerschaft hing im ersten Trimester ständig so eine bleiernde Müdigkeit über mir. Das ist, zum Glück, seit der 13. Woche besser geworden. Nun sprühe ich vor Energie und habe lauter Ideen für Dinge die ich tun kann, gehe gerne mit meiner Freundin Powerwalken/Laufen und nehme am kommenden Wochenende sogar am Womens Run Cologne teil.

Freude

Der Anfang beider Schwangerschaften war ja eher so holterdipolter, aber bei der Perle setzte schon bald die rosarote Wolke ein mit all den glitzernden und schillernden Vorstellungen, die man von sich selbst als Mama so im Vorfeld hat (ganz zu schweigen die vom angekündigten Wunderkind!). Da muss ich sagen, dass ich diesmal wesentlich realistischer bin, glaube ich. Vielleicht, weil ich weiß, dass es eh nicht so kommt wie man sich das vorstellt? Wer weiß. Aber doch, bei echter Freude sind wir mittlerweile auch angelangt. Da hilft natürlich, wenn sich im Umfeld mitgefreut wird.

Haare/Nägel/Haut

In der ersten Schwangerschaft hatte ich wunderschöne Haare. Ganz dicht und fest und glänzend. Und ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass ich mich darauf nicht auch dieses Mal gefreut hätte. Aber Pustekuchen. Ich leide an akutem und ganz fiesem HAARAUSFALL. Überall hängen sie rum, ich muss dauernd hier durchsaugen, meine Bürste ist nach einem mal kämmen komplett voll und ständig ist der Abfluss in der Dusche verstopft. NERV. Das hatte ich beim letzten Mal erst etwa drei Monate nach der Geburt. Auch meine Haut rastet diesmal förmlich aus und gleicht eher einem 16-jährigen Pubertier. Nur die Nägel hab ich schön. Wenigstens etwas.

Hormone

Während ich in der ersten Schwangerschaft, getrieben von Ängsten, Zweifeln und vor allem, Hormonen, hier und da auch gern mal zur Furie mutiert bin, gleiche ich dieses Mal (im direkten Vergleich) doch eher einem kleinen Lämmchen. Nein ok, das würden jetzt vielleicht nicht alle so unterschreiben, aber ich bin dennoch wesentlich ruhiger, gelassener, „in mir selbst ruhend“. Ich habe das Gefühl, dass ich mit dieser Hormonflut einfach viel besser klar komme. Ich sehe vieles eher pragmatisch und versuche etwaige Probleme im Keim zu ersticken (gelingt leider nicht immer). Und das, was ich nicht ändern oder vorbeugen kann, lasse ich gern mal an mir abprallen, jedenfalls sofern das möglich ist (oder bis es mich dennoch einholt). Gefühle und Emotionen sind da eher zweitrangig grad und die werden daher auch gern mal ignoriert (während ich in der ersten Schwangerschaft jede noch so kleine Stimmungsschwankung regelrecht zelebrierte).

So, das waren jetzt so die gröbsten Unterschiede. Wie war das bei euch so? Gab es auch so gravierende Unterschiede zwischen der ersten und zweiten (und weiteren) Schwangerschaft(en)? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen.

4 thoughts on “2.Runde – Wie die 2. Schwangerschaft anders ist

  1. Ich habe den perlenblog heute erst entdeckt und finde es toll hier! Zum Thema 2. Schwangerschaft kann ich ähnliches berichten: meine Tochter als Wunschkind zu bezeichnen ist schon untertrieben so lange habe ich auf sie gewartet. Endlich mit 40 (!!!) das erste mal schwanger, damals hatte ich noch kein Smartphone, trotzdem wusste ich in jeder SSW was passiert! Bis zur 20. SSW an Übelkeit gelitten, leider nicht nur morgens, 40 Stunden Job bis zum Mutterschutz usw. 3. Monate nach der Geburt wieder schwanger! Genau am 41. Geburtstag habe ich den 2. Mutter-Kind-pass geholt! Und diesmal lief alles so nebenher, mir war auch nicht ständig übel und
    es war dann auch ein Bub,…

    1. Huhu, schön, dass du hierher gefunden hast! Das freut mich, dass es dir hier gefällt. Ich find es echt interessant wie der Körper sowas auf so verschiedenste Weisen wegsteckt…echt seltsam.
      Und hui, bei dir ging es aber wirklich flott aufeinander dann…Glückwunsch. 🙂 <3

  2. Haha. Das hatte ich auch. Ich würde sagen du erwartest einen Jungen und kommst mit den männlichen Hormonen in deinem Körper besser klar. Mir haben diese nur leider fiese Kopfschmerzen beschert. 😯 Aber das mit den in-sich-ruhend fand ich auch sehr bezeichnend!
    Alles Gute für die nächste Zeit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

%d Bloggern gefällt das: