In Guten Händen – Mein erstes Treffen mit meiner Hebamme

preggo nature
Gefunden auf pixabay.com

Nachdem ich also meine Gedanken bezüglich meiner Schwangerschaft etwas sortiert hatte machte ich mich ziemlich schnell auf die Suche nach einer Hebamme. Zum einen wollte ich verhindern, dass ich wie beim letzten Mal ohne Beleghebamme da stehen würde, zum anderen war dies ein weiterer Schritt in die Richtung „Ja, ich bin tatsächlich schwanger!“. Ich rief also bei einer lokalen Hebammenpraxis an. Die Praxis wurde mir schon von vielen Mamis empfohlen, denn sie bietet mit ihren 6 Hebammen ein wahrliches Rundum-Paket an. Von Kursen vor und nach der Geburt, Einzelbetreuung, Geburtsbegleitung, Akkupunktur und so weiter bis hin zum hauseigenen Osteopathen und Kinderladen wird dort wirklich alles angeboten was irgendwie mit Schwangerschaft, Geburt und Säuglingspflege zu tun hat. Ich rief also die erste Hebamme in der Liste an und erzählte ihr meine Geschichte (in der Kurzfassung natürlich). Und siehe da, sie hatte zum errechneten Datum tatsächlich noch etwas frei. Ich war etwas perplex, hatte ich doch damit gerechnet, dass ich mich erstmal durch die halbe Liste telefonieren müsste. Sie lachte über meine verdatterte Reaktion und gab mir einen Termin zum Kennenlernen.

Ich freute mich auf den Termin, aber mir war auch etwas mulmig zumute. Immerhin war ich mir, nach dem Geburtstrauma (ich berichtete hier), welches ich mit der Perle erlitten hatte, noch nicht mal sicher ob ich mir nochmal eine natürliche Geburt zutrauen würde. Und welche Hebamme würde schon glücklich darüber sein, wenn man sagte man würde vielleicht einen geplanten Kaiserschnitt wählen. Ich entschied mich ihr von meinem Trauma zu erzählen und hoffte auf Verständnis ihrerseits. Wenn nicht, würde ich wohl doch weiter telefonieren müssen und mir eine andere Hebamme für Vor- und Nachsorge suchen müssen.

Am 1. Juli war es dann soweit, aufgeregt fuhr ich in die Hebammenpraxis. Die Praxis befindet sich in einem alten Fachwerkhaus unweit der Perlen-Kita. Ich kannte die unteren Praxisräume schon von dem Erste-Hilfe Kurs für Säuglinge, den der Perlenpapa und ich vor der Geburt der Perle dort besucht hatten. Diesmal stieg ich aber die Treppe hoch zu den Sprechzimmern. Das gesamte Haus ist mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtet. In einem der oberen Räume befindet sich auch der Kinderladen, den ich mir ein wenig anschaute während ich darauf wartete, dass es halb 12 wurde.

Dann ging irgendwann die Tür auf und meine Hebamme bat mich ins Sprechzimmer. Auch dieses Zimmer war sehr gemütlich eingerichtet, mit alten Holzdielen und einer wuchtigen Couch. Wir setzten uns an den Schreibtisch und stellten uns gegenseitig vor. Sie erzählte mir etwas darüber wie die Arbeit der Hebammen in dieser Praxis aussah, wie die Vertretung untereinander funktionierte und wie das Angebot zusammengestellt wurde. Es klang alles wirklich sehr gut. Als sie mich frug wie ich mir das Ganze vorstellen würde sagte ich ganz ehrlich, dass ich es nicht wissen würde, da es sehr viele unbekannte Faktoren in meiner Situation geben würde. Außerdem erzählte ich ihr (wieder in Kurzform) von meinem Trauma und dass ich nicht wüsste wie es bezüglich einer Geburt aussehen sollte. Sie war wirklich SEHR verständnisvoll und sagte, dass wir diesem Trauma gründlichst auf den Grund gehen würden und ich mich absolut noch nicht entscheiden müsste wie es nun aussehen sollte. Und dass die Entscheidung zu 100% bei mir liegen würde und sie mich bei jeder meiner Entscheidungen begleiten würde. Bäm. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Ich war regelrecht beflügelt. Ich wusste, dass ich sie im Rücken haben würde, bei jedem Weg, den ich einschlagen würde. Das war, in Anbetracht meiner chaotischen Situation, ein sehr schönes Gefühl. Nun bin ich gespannt wie es mit uns weitergeht und wie sie versuchen wird mit mir mein Geburtstrauma aufzuarbeiten. Denn, wenn ich ganz ehrlich bin, ich WILL mich ja trauen. Ich glaube aus tiefstem Herzen, dass eine natürliche Geburt etwas Wichtiges und Richtiges ist und würde gerne mal eine selbst erleben. Ich weiß nur nicht ob ich es schaffe.  Ob ich Herr meiner Ängste werden kann und ganz unverkrampft an die Sache herangehen kann. Ich hoffe, dass wir das irgendwie hinbekommen werden.

Achso, lustige Sidenote: Als ich ihr sagte, dass ich Bloggerin sei und demnach viel über allerlei Themen bzgl. Schwangerschaft, Geburt, und Eltern-Sein gelesen habe, rümpfte sie etwas die Nase. „So…im Internet und so?“. Ich konnte sehen, dass sie weniger begeistern war. Das hatte ich schonmal so gehört, als ich im April auf einem Hebammenkongress war (das wollte ich eigentlich auch mal verbloggt haben…). Dort hatten sich ein paar Hebammen beschwert, dass ihre Arbeit durch das Internet (und die darin googelnden und lesenden Mütter) maximal erschwert würde. Auch meine Hebamme schloss unser Gespräch mit der Bitte „doch nicht ganz soviel im Internet zu lesen, das wäre nicht gut.“ Ich beruhigte sie mit der Versicherung, dass ich mich schon ziemlich gut dort auskennen würde und so alles sehr reflektiert und differenziert betrachten zu können. Ob dieser Worte schien sie sehr erleichtert zu sein. Nun denn.

Was mir ein wenig Sorgen bereitete war ihre Reaktion auf meine Wahl eines Frauenarztes. Ich bin in der gleichen Frauenarztpraxis wie beim letzten Mal, da ich mich dort sehr wohl gefühlt hatte. Meine Hebamme meinte dass dies die Hebammen-unfreundlichste Praxis der gesamten Stadt sei und dort „nur Machos“ arbeiten würden. Ich fand das etwas seltsam, da mich meine Hebamme bei der Perle dorthin verwiesen hatte. Nun denn…meine Hebamme bat mich jedenfalls darum mit allen (!) Fragen und Sorgen erstmal zu ihr zu kommen statt gleich zum Arzt zu gehen. Ich versprach es ihr und fand diese Möglichkeit eigentlich ziemlich toll.

Aber mein generelles Fazit nach diesem Gespräch war überaus positiv und ich fühle mich bestärkt auf die restliche Schwangerschaft blickend. Mal sehen wie die nächsten Termine so aussehen werden. Ich werde auf jeden Fall weiterhin berichten.

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