„Ne, Mama? Jetzt bin ich ein neues Kind.“ – Die Perle und die neuen Kita

Wir haben ja lange um einen Kita-Platz in der neuen alten Heimat gebangt. Insgesamt haben wir uns vier Kitas angeguckt und die Perle dort auch angemeldet. Zwei katholische Kitas, eine evangelische und eine städtische. Am Ende wurde uns ein 45-Stunden Platz in der städtischen angeboten (ich berichtete) und ein 35-Stunden Platz in der evangelischen. Da die städtische direkt beim Perlenpapa und den Perlengroßeltern um die Ecke ist und weil ich ja bald (hoffentlich) wieder arbeiten gehen will, entschieden wir uns dann letztendlich für die städtische Einrichtung, auch wenn wir mit der kirchlichen Einrichtung bisher sehr glücklich waren. Aber hier passte es einfach.

Ich hatte ja am Anfang große Bedenken wie die Perle sich im neuen Kindergarten zurecht finden würde. Sie hat ihren alten Kindergarten so sehr geliebt und war ganz vernarrt in ihre dortige Erzieherin. Außerdem hatte sie dort so viele kleine Freunde gefunden und auch so fühlte sie sich so wohl, dass ich ein schlechtes Gewissen hatte sie dort raus zu reißen. Aber die Eingewöhnung und die erste Woche im neuen Kindergarten bewiesen mir, dass diese Bedenken absolut unbegründet waren.

Der erste Tag der Eingewöhnung war ja bereits zwei Tage nach unserem Umzug. Als wir an diesem Morgen zur neuen Kita fuhren war die Perle sichtlich nervös und ich musste ihr versprechen, dass ich an diesem Tag noch bei ihr in der Gruppe bleiben würde. Dort angekommen wurde uns gezeigt wo ihr Fach sei und wo sie alles andere finden konnte (Toiletten, Frühstücksbuffet, etc.). Dann wurde sie erstmal in Ruhe gelassen. Sie sah sich ein wenig um und steuerte dann zielstrebig auf den Spieleschrank zu, wo sie sich ein Puzzle aussuchte. Beim puzzeln guckte sie sich dann, interessiert und noch ein wenig schüchtern, die anderen Kinder an. Beim Frühstück wagte sie dann sogar die ersten Kontaktversuche mit den Erzieherinnen, war aber immer noch sehr schüchtern. Wir zogen uns dann in die Puppenecke zurück, wo sie mit mir ein paar Rollenspiele spielen wollte. Zwei kleine Mädchen schlossen sich uns an, das passte der Perle aber nicht so ganz „du bist MEINE Mama und du spielst mir MIR!“.

Am zweiten Tag sagte ich ihr schon vorher, dass sie heute alleine in der Gruppe bleiben würde, ich mich aber unten im Elterncafé auf die Couch setzen würde und sie mich jederzeit dort finden könnte. So behielten wir das auch den Rest der Woche bei. Der Abschied in der Gruppe verlief immer unspekatkulär, aber nach 1 1/2 Stunden kam sie immer von selbst um mich zu finden und wollte dann immer nach Hause gehen „für heute reicht es mir, Mama!“. Freitags übernahm dann der Perlenpapa die Eigewöhnung und die Perle durfte ihm alles zeigen: Ihre Gruppe, ihr Fach, ihre Erzieherinnen und die Gruppenräume. Das machte sie schon sehr gut und hatte sichtlich Spaß daran.

Am dritten Tag wartete schon ein kleines Mädchen morgens auf die Perle. Sie selbst war erst im Oktober in die Einrichtung gekommen und hatte noch keinen Anschluss bei den anderen Kindern gefunden. Die Perle erklärte mir, dass dieses Mädchen nun ihre Freundin sei und seither spielen die beiden jeden Tag miteinander. Die Erzieherinnen erzählten mir, dass sie froh waren, das das kleine Mädchen jetzt jemanden gefunden hätte und sie sich schon Sorgen gemacht hätten weil sie so verschlossen gewesen war bevor die Perle gekommen war.

Nach einer Woche jeden Tag 1 1/2 Stunden Eingewöhnung geht die Perle nun schon eine Woche von 9:00 bis 14:00 in die neue Kita und sie macht sich prächtig. Am ersten Tag hat sie zwar noch nicht gegessen und war auch nicht auf Toilette gegangen (sondern hatte den ganzen Tag eingehalten) doch das war am zweiten Tag schon vorbei. Seither klappt es jeden Tag etwas besser. Sie singt mir abends die Martinslieder vor, die sie im Kindergarten gelernt hat und zeigt mir beim Abholen stolz die Bilder, die sie gemalt hat. Die Erzieherinnen berichten zwar noch, dass sie tagsüber immer mal wieder ihre Nähe sucht, aber das war in der alten Kita auch nicht anders. Sie muss halt zwischendurch immer mal wieder ein wenig beim Schmusen auftanken. Das macht sie Zuhause auch nicht anders.

Ich muss sagen, die neue Kita gefällt mir wirklich gut. Sie ist zwar nicht so klein und gemütlich wie unser alter Kindergarten, doch mit der Größe kommt auch eine ganz andere Organisation und ein wirklich breit gefächertes Angebot. So ist jeden Morgen von 7:30 – 9:00 Elterncafé und Mittwochs ist vormittags Sport für die Mamas. Als ich sie Dienstag hin brachte saß im Eingangsbereich ein Erziehungsberater, mit dem man bei Kaffee sprechen konnte wenn man wollte und auch sonst ist alles etwas offener. So kann man quasi den ganzen Tag dort ein- und ausgehen und die Räume des Kindergartens nutzen. Die Erzieherinnen sind alle sehr offen und freundlich und wir haben uns gleich willkommen gefühlt. Ich find es auch toll, dass ich einige der Mütter und Väter noch aus Kindertagen kenne und wir hin und wieder beim Bringen und Abholen quatschen können.

Ein wenig schade finde ich hingegen, dass es hier keinen Morgenkreis gibt. Der hat der Perle immer sehr viel Spaß gemacht und ich fand das ein schönes Ritual um den Tag zu beginnen. Auch muss ich nun keine hübschen Brotdosen mehr machen, denn hier wird ein Frühstücksbuffet angeboten. Dabei habe ich meinen Bento-Zen-Moment morgens geliebt, wenn ich der Perle ihre Brotdose herrichten konnte und ich habe mir immer sehr viel Mühe bei der Auswahl der verschiedenen Inhalte gegeben. Das muss/darf ich nun leider nicht mehr.

Diese Woche hole ich die Perle noch immer früh, nämlich um 14:00 ab. Ab nächster Woche wird sie wohl auch mal länger dort bleiben, wenn ich z.B. Termine in den Nachbarstädten habe. Aber da sie nun isst und auch auf Toilette geht habe ich da überhaupt keine Bedenken. Auch die Erzieherinnen sagen, dass wirklich alles ganz toll läuft. Die anderen Kinder sind auch sehr herzlich und heute morgen wurde die Perle schon freudig und mit Namen begrüßt. Da geht mir wirklich das Herz auf wenn ich das so sehe und höre. Ich bin unglaublich stolz auf meine Perle, dass sie das so toll meistert und sich so wunderbar in der neuen Kita einfindet. Besser hätte es wirklich nicht laufen können.

2 thoughts on “„Ne, Mama? Jetzt bin ich ein neues Kind.“ – Die Perle und die neuen Kita

  1. Oh ist das schön!
    Ich freu mich richtig mit euch, wenn ich das so lese!
    Schön, dass die Perle so gut in der neuen KiTa aufgenommen wurde und sich so gut zurecht findet.
    Es ist super, dass ihr einen so Guten Platz gefunden habt. Vor allem, dass der Träger noch so viel für die Eltern anbietet.
    Ich hoffe es wird weiterhin so gut laufen!
    Liebe Grüße

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