Das Umzugsunternehmen from hell – eine vernichtende Rezension

So, jetzt komme ich endlich mal dazu meinen Umzug zu verbloggen. Aber eigentlich wird dies wohl eher eine vernichtende Rezension des Umzugsunternehmens. Ich hatte ja diesmal viel Zeit meinen Umzug gut vorzubereiten und somit das größte Chaos zu umgehen. Ich würde ein Umzugsunternehmen beauftragen und somit würde alles ruhig und geordnet verlaufen. Dachte ich. Aber dass ich ein so unglückliches Händchen bei der Auswahl des Umzugsunternehmen haben würde habe ich nicht gedacht. Ich hatte meinen Umzug bei einer Umzugs-Auktion online gesetzt und bekam auch gleich viele Angebote. Einige kamen zu Ortsbegehungen und machten mir darauf hin Angebote, andere schickten mir ihre Angebote so. Von 1000 – 2000 Euro war wirklich alles dabei. Ich wählte ein günstiges Angebot von einer Umzugsfirma mit Sitz in Düren aus, die nebst des Umzugs auch meine Küche ab- und auch wieder aufbauen wollten. Perfekt. Packen und (De-)Montage der restlichen Möbel würde ich selbst übernehmen (bzw. der Perlenpapa hatte seine Hilfe für die Möbel-Montage angeboten). Außerdem würde ich im Vorfeld eine neue Arbeitsplatte besorgen, die dann mit der Küche eingebaut werden würde. Abgesprochen war, dass ich vor der alten Wohnung selbst für eine Absperrung vor dem Haus sorgen würde, vor der neuen Wohnung wollten sie jedoch eine Absperrung einrichten lassen (dort ist eine Einbahnstraße, die zudem ein Bus-Weg ist, so dass man nicht in zweiter Reihe halten kann).

Als dann der Umzugstag kam war von meiner Seite aus alles vorbereitet. Alles war gepackt und abgebaut, die neue Arbeitsplatte war schon in die neue Wohnung geliefert worden, vor dem Haus hatte ich mit Hilfe von zwei Stühlen schon am Vortag abgesperrt. So stand ich am 24.10.15 um kurz vor 9 Uhr morgens vor meiner Wohnung und beobachtete die Ankunft eines winzigen 3,5 Tonners. „Da passt doch nie und nimmer alles rein“ dachte ich mir, aber da dachte ich noch immer, dass ich es ja mit Profis zu tun hatte und der Chef selbst hatte im Vorfeld ja eine Ortsbegehung gemacht, wusste also was ich so alles mitnehmen wollte.

Sie begannen also schnell mit dem Einladen. Die delikaten Dinge wie Pflanzen, Lampen und meinen Fernseher lud ich vorsichtshalber in mein eigenes Auto. Das Wohnzimmer war schnell leer. Und der Wagen halb voll. Dann ging es an die Küche. Die sogenannten Profis hatten einige Mühe mit dem Abbau, da die Küche mit sehr viel Silikon verklebt war. Sie beschwerten sich ein wenig, sprachen davon die Küche einfach stehen zu lassen. Ich wehrte mich, brauche doch eine Küche. Naja, dann würde sie halt beim Abbau kaputt gehen meinten sie. Ich wehrte mich wieder, das war eine neue Küche und noch nicht mal abbezahlt. Mit viel Diskussion schafften sie es dann (mit einigen Verlusten, leider). Nachdem mein Keller und meine Waschmaschine noch verladen war, war der Wagen dann voll. Und nun? „Ja, dann müssen wir halt zwei mal fahren“ sagte der Chef. Na super. Das sind drei Stunden reine Fahrzeit. Aber gut, musste halt sein. Aber erstmal wurde abkassiert, der Chef weigerte sich nämlich loszufahren ohne den gesamten Betrag gesehen zu haben. Ich sagte ihm, er würde die Hälfte als Anzahlung bekommen und den Rest wenn alles fertig sei. Darauf ließ er sich nicht ein und meinte nur knapp, dann würden sie nicht losfahren. Punkt. Das fand ich schon mehr als unangebracht. Aber (und darüber ärgere ich mich jetzt) ich zahlte. Den gesamten Betrag. Ziemlich leichtsinnig und dumm wenn ich jetzt so darüber nachdenke.

Wir fuhren also ins Bergische Land. Dort angekommen musste ich feststellen, dass sie nicht wie abgesprochen vor dem Haus abgesperrt hatten. Naja, ich war ja nicht diejenige, die mit dem Krempel weiter laufen müsste. Aber ich ärgerte mich trotzdem. Abgesprochen ist eigentlich abgesprochen. Nach einer Weile kamen sie dann auch an und ärgerten sich, dass man nirgendwo parken konnte (ach nee??). Aber irgendwie fanden sie dann was. Sie begannen das Zeug hoch zu tragen. Dabei sah es so aus, dass zwei Männer liefen und Chef gemütlich im LKW stand und sie scheuchte. Ernsthaft, ich glaub der hat nicht ein Teil hoch getragen. Aber dafür ist man wohl Chef. So waren es im Endeffekt aber nicht die versprochenen drei Arbeitskräfte, sondern nur zwei.

In der Wohnung wartete wie gesagt schon meine Arbeitsplatte. Doch die gefiel dem Chef irgendwie nicht. Er meinte jedenfalls, die würde nicht passen. Schnell nachgemessen zeigte sich jedoch, dass sie doch passte. „Nein“, beharrte er,“die passt nicht, wir bauen die Küche nicht auf.“ „Natürlich baut ihr die auf, das war so abgesprochen!!“. Dann versuchte er es anders. „Da sind ja noch keine Löcher reingesägt. Das ist Mehraufwand, das kostet mehr.“ Mir platzte echt der Kragen, von Zuschnitten war nämlich nie die Rede gewesen. Das sagte ich ihm auch, doch er diskutierte weiter. Er hatte wohl einfach keinen Bock. „Außerdem hattest du mehr Sachen im Keller als du gesagt hattest, das kostet auch mehr, weil es mehr Aufwand war.“ Dass er bei der Ortsbegehung den Keller nicht sehen wollte hatte er wohl vergessen. Ich sagte ihm, das könne er vergessen.

Naja, sie schleppten und schleppten. Zum Glück hatten sie die Schlafzimmermöbel bei der ersten Fuhre schon dabei, so dass der Perlenpapa schon mal mit dem Aufbau beginnen konnte. Die restlichen Helfer standen jedoch etwas hilflos herum, da einfach noch nichts zum helfen da war. Die Hälfte meiner Klamotten war ja noch in der alten Wohnung. Dann war der Wagen leer. Ich ging nach unten um den weiteren Plan zu besprechen, da sah ich nur alle drei in den Wagen springen und wegfahren. Ich sah sie schon abhauen und mich hängen lassen (das Geld hatten sie ja wie gesagt schon). Ich rief sie also an, was denn nun passieren würde (abgesprochen war nämlich, dass einer der Männer hier bleiben würde um die Küche aufzubauen während sie die zweite Fuhre holen würden). Der Chef blaffte mich an, sie wären unterwegs „meinen Scheiß“ zu holen. Ich frug warum denn keiner hier geblieben wäre um die Küche aufzubauen. „Weil die Arbeitsplatte nicht passt und keine Zuschnitte gemacht wurden, deshalb wird die Küche heute nicht aufgebaut.“ Mir platzte der Kragen. Ich erklärte ihm nochmal, dass die Arbeitsplatte passt und die Küche, wie verabredet, natürlich aufgebaut werden würde. Ich war wirklich geladen.

Nachdem sie weg waren fuhr ich zu Ikea. Die „Profis“ hatten es nämlich nicht geschafft meine schöne Keramik-Spüle aus der alten Arbeitsplatte zu lösen. Da ich aber eine Spüle brauche musste eine Neue her. Ich schaffte es locker zu Ikea und zurück, während der Perlenpapa und die Perlenoma in der Wohnung werkelte. Gegen halb 8 kamen sie dann mit der zweiten Fuhre an. Wieder war es sehr schwer einen Parkplatz zu finden, aber das war mir an dem Punkt egal. Sie trugen wieder alles hoch (alle außer Chef natürlich). Gegen 21:00 war der Wagen dann leer und meine Wohnung versank im Chaos. Aber irgendwas fehlte: Meine Badezimmer Möbel. „Ja, hamwa da gelassen. Die waren an der Wand angeschraubt.“ „Achso, ja, und warum habt ihr die nicht abgeschraubt“. „Nö, wir ham gesacht dass du alles abbaust. War nicht abgebaut, nehm wa nich mit.“ AAAARRRGGGHH!!

Naja, sie machten sich dann aber, oh Wunder, an die Küche. Auch hier wurde über jeden Handgriff diskutiert, das ginge nicht, das wäre doof, und überhaupt würde ja alles viel teurer werden. Ich hatte ein Komplett-Paket inklusive Anschlüsse gebucht. Die „Profis“ hatten aber keine Ahnung wie man den Wasseranschluss macht, also ließen sie es halt. Wenigstens den Herd schlossen sie an. Bis etwa 1:00 Uhr arbeiteten sie (also die zwei Angestellten, der Chef saß auf seinem Hintern, diskutierte dumm rum und fraß Muffins). Das Endergebnis war eine ziemlich windschiefe Küche und ein lockeres Eck-Brett der Arbeitsplatte denn ich hätte ja nicht gesagt, dass die Küche über Eck aufgebaut werden sollte „das kostet mehr“ (ein 30 cm Stück Brett festschrauben). Ich war so angenervt dass ich ihm sagte dann sollten sie es halt lassen, das könne ich auch selber. Außerdem habe ich keine Blenden mehr, die hatten sie nämlich beim Abbau zerbrochen.

Fazit: Das waren alles andere als Profis. Die hatten keinen Bock auf den Job und machten alles mit dem halben Arsch. Über jeden Handgriff wurde diskutiert und eine riesen Welle gemacht. Ich kann nur jedem abraten einen Umzug mit diesem Unternehmen durchzuführen, man bereut es auf jeden Fall. Außerdem bekommt man statt der versprochenen drei Arbeitskräfte zwei Untergebene und einen ziemlich faulen, aber sehr frechen, Chef. Für das Geld hätte ich gern echte Profis gehabt, die nicht bei jedem Handgriff die Dollarzeichen in den Augen haben. Ich habe mich wirklich sehr geärgert, dass trotz meiner guten Vorbereitung mein Umzug so dermaßen im Chaos versunken ist.

Edit: Durch eine Drohung des Unternehmens selbst war ich gezwungen den Namen des Unternehmens aus dem Artikel zu entfernen. Sie scheinen wohl nicht zu ihrer Philosophie zu stehen und fanden die Rezension ungerecht. Wer jedoch im Kreis Düren einen Umzug plant kann gerne den Namen der Firma persönlich via Email bei mir erfragen. 

10 thoughts on “Das Umzugsunternehmen from hell – eine vernichtende Rezension

  1. uiuiui,

    das klingt ja nach hölle.

    bei meinem umzug nach berlin hatte ich „nur“ ein- und ausladen gebucht. sie kamen erst 3 stunden zu spät, aber der umzug vom vortag hat wohl geschlaucht. die zwei jungs waren super sympathisch. ich habe erst einen schock bekommen, als sie mit einem anhänger und einem großen bus (?) kamen. aber es hat alles reingepaßt. manche Möbel waren etwas angekitscht, aber das war io für mich. geld wollten sie erst in berlin haben.

    hast du sie schon auf deren seite bewertet?

    lg aus Berlin und ein gutes einleben in den neuen alten gefilden, jana

    1. Ja, Hölle war es. Ich habe eine Bewertung geschrieben und den Link zu diesem Post beigefügt.
      Aber drei Stunden zu spät ist schon ne Frechheit. Wenigstens hat alles gepasst. LG, und danke!

  2. Absolute Hölle. Ich wette das haben die auch nur gemacht, weil es ja „nur eine Frau“ ist. Mit nem Typen hätten die das sicher so nicht gemacht.
    Wir hatten bisher stets richtig Glück bei allen Umzügen. Tolle Teams, extrem schnell, nicht eine Kleinigkeit kaputt. Da hat man sich mit Freude um Frühstück, Mittag und Co für die Jungs gekümmert und hatte jedesmal ein schlechtes Gewissen, wenn die keine Hilfe wollten. Vorkasse gab es nie! Alles auf Rechnung wurde danach beglichen. Anzahlung könnte ich ja noch verstehen, aber sowas? Frage mich ob die dem Vertrag so überhaupt nachgekommen sind und du nicht sogar Geld zurückfordern könntest… allein was da Kaputt gemacht wurde oO Den Typen wünscht man ja echt die geraten mal an den Richtigen….

    Aber nun heißt es ankommen und Leben leben…..

    LG
    Dori

    P.S.: Hast du einen Nachsendeauftrag? So das Post trotz alter Adresse ankommt?

    1. Huhu,
      ja, den Gedanken hatte ich auch, dass sie dachten ich sei ein easy Opfer. Aber ich hab ganz schön zurück gemotzt und naja, dieser Blogpost ist jetzt meine kleine Rache (habe sie in allen Aachen-Gruppen auf Facebook gepostet, hoffe das spricht sich ein wenig rum).
      Ich hätte auch so gern einfach mal Glück gehabt aber nunja…jetzt sind wir ja drin. Einen Nachsende-Auftrag habe ich eingerichtet, ja. 🙂
      LG

  3. Wir hatten auch einmal Probleme mit einem Umzugsunternehmen, hätte es damals schon Internet gegeben, hätte ich das auch in dieser Weise „verbloggt“. Blöd, dass man gezwungen werden kann, den Namen zu streichen. Wenn man die fehlerhafte, schlechte Arbeit nachweisen kann, ist das doch eigentlich keine üble Nachrede, würde ich sagen.
    LG
    Sabienes

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