Wieviel Medienvorbild steckt in mir? #mydigitalday (Blogparade)

Vor kurzem las ich einen Beitrag von Mama on the Rocks, die über ihren täglichen Medienkonsum bloggte. Beim näherem Betrachten sah ich, dass es sich hier um eine Blogparade in Zusammenarbeit mit scoyo.de handelte und begann über mein eigenes Verhalten bezüglich der Medien nachzudenken. Oder auch „Wie oft habe ich tagsüber eigentlich mein Handy in der Hand?“…

medien

Also ich werde morgens erstmal vom Handywecker geweckt. Ist das schon Medienkonsum? Naja, wenn nicht, dann geht es aber gleich danach damit los. Ich schalte den Wecker ab und werfe erstmal einen Blick in meine Statusleiste um zu sehen, was sich über Nacht so alles getan hat. Meistens bleibt zwar nicht genügend Zeit um sich näher damit zu befassen, aber ich habe wenigstens schonmal einen kleinen Überblick.

Nachdem ich dann die Perle in die Kita gebracht habe mache ich mir zu Hause erstmal einen Kaffee und den Computer an. Dort werden dann alle Kanäle durchgearbeitet und die Timelines durchgescrollt. Hier und da gibt es neue Blogposts, die Nachrichten wollen gelesen werden und die ein oder andere Email wartet auf eine Antwort. Das dauert dann meist so etwa eine Stunde, wenn ich noch einen neuen Blogpost verfasse auch gern mal drei Stunden. In der Zeit schlürfe ich zufrieden meinen Kaffee und surfe was das Zeug hält.

Danach geht es an die Hausarbeit. Wäsche, Zimmer aufräumen, Küche säubern, bügeln. All sowas eben. Dabei läuft entweder eine Serie (die gucke ich online, da kann ich sie im OV gucken und es kommt keine nervige Werbung). Oder ich habe das Radio dabei an (WDR2 oder Einslive, je nachdem wonach mir gerade ist). Während dieser Tätigkeiten vibriert immer mal wieder das Handy oder mir fällt ein netter Tweet ein, den ich unbedingt raushauen muss…jedenfalls nehme ich des öfteren mal das Handy in die Hand und schaue, was so passiert.

Das Mittagessen gibt es dann auch bei einer Folge irgendeiner Serie, kommt drauf an, was gerade wieder aktuell bei mir ist. Danach geht es los, ich muss ein paar Besorgungen erledigen. Auch hierbei wird fleißig getwittert oder es landet mal ein Bild vom Kaffee mit der Nachbarin auf Instagram. Gegen halb 4 hole ich die Perle wieder ab und meistens machen wir noch einen Abstecher zum Spielplatz. Hier wippt sie wild oder liefert sich Wettrutschen mit den Nachbarskindern während ich mich entweder mit den anderen Eltern unterhalte oder schaue, was auf Twitter so los ist.

Wenn wir wieder zu Hause sind wusel ich noch ein wenig durch die Wohnung während die Perle spielt oder wir machen etwas zusammen. Da wird gebastelt, gemalt, geknetet, oder ich verliere (haushoch) eine Partie Memory, oder die Perle bekocht mich und ihre Kuscheltiere mit kulinarischen Highlights. Das ist dann auch meistens die längste Zeit am Tag, in der ich das Handy nicht in der Hand habe. Zu der Zeit liegt es sogar meist ungehört irgendwo in der Küche herum während wir im Kinderzimmer spielen.

Danach wird gekocht. Wieder dudelt das Radio vor sich hin, oder, wenn es ein längeres Unterfangen ist, gucke ich manchmal auch noch eine Folge einer Serie dabei (auf dem Tablet). Die Perle spielt derweil oder guckt ein paar Folgen Laura’s Stern (über den Stream am TV). Beim Abendessen spielt dann maximal das Radio, ansonsten haben wir Handyverbot am Tisch (natürlich nachdem ich unser Essen fotografiert und auf Instagram gepostet habe).

Vor dem Schlafengehen ruft die Perle dann noch den Perlenpapa an und hört nach dem Vorlesen noch eine CD (immer die gleiche:“Die Eiskönigin“). Wenn die Perle dann im Bett ist räume ich noch ein wenig auf und falle dann entweder auf die Couch (Amazon Fire TV, yeah!) oder setze mich mit meinem Laptop an den Küchentisch. Da werden noch ein paar Blogs gelesen und die Blogstatistik des Tages überprüft. Außerdem werden noch ein paar Timelines durchgescrollt und hier und da etwas beantwortet oder geliked. Manchmal, wenn etwas interessantes im TV kommt wird auch dieser angemacht, doch das ist eher selten. Doch wenn, dann fast nie ohne „second screen“, schließlich will man wissen was so darüber getwittert wird.

Wenn ich dann irgendwann ins Bett gehe, dann nehme ich entweder mein derzeitiges Buch oder das Tablet mit. So werden noch ein paar Seiten gelesen oder ich gucke noch eine Folge Friends, Big Bang Theory, oder HIMYM…irgendetwas seichtes und leichtes zum einschlafen. Der Handywecker wird wieder gestellt und das Handy ein letztes Mal für den Tag aus der Hand gelegt (und natürlich eingestöpselt, die Dinger müssen schließlich jeden Tag geladen werden).

Wenn ich so meinen Medienkonsum überdenke, dann bin ich schon sehr oft online. Ich kommentiere oder lese still mit aber muss irgendwie immer das Gefühl haben, nix zu verpassen. Manchmal find ich das bedenklich, aber meine Zeit mit der Perle zeigt mir, dass es okay ist, denn ich kann in den richtigen Augenblicken das Handy auch mal Handy sein lassen und mich auf sie konzentrieren. Dennoch hoffe ich, dass die Perle irgendwie lernt, dass Medien zwar nützlich sein und Spaß machen können, dass es aber wie bei allem im Leben auch Grenzen geben muss. So lasse ich sie hin und wieder am Tablet spielen, doch immer mit zeitlicher Begrenzung.

tablets

Was ich an unserem Medienkonsum mag ist, dass er sehr kontrolliert ist. So lassen wir uns z.B. nicht vom TV berieseln sondern wählen die Inhalte, mit denen wir uns konfrontieren lassen, selber aus. Das ist mir sehr wichtig und limitiert auch unseren Zugang zur Werbung. Ich würde gern sagen mein Kind lebt werbefrei, doch auch sie kann schon den ein oder anderen Radio-Werbejingle mitsingen. Das find ich aber wesentlich weniger bedenklich als TV-Werbung.

Ich halte mein Kind bewusst nicht von Medien fern. Das fänd ich nicht fair. Wir leben in einer Welt in denen ein verantwortungsvoller Umgang mit Medien sehr wichtig ist. Daher möchte ich nichts verteufeln, sondern der Perle zeigen, wie man Medien praktisch und produktiv einsetzt. So weiß sie jetzt schon wie man ein Tablet und ein Handy bedient und lernt durch verschieden Kinderapps das Arbeiten durch „wischen“, „drag and drop“ und wie man mit Symbolen umgeht. Sie wird mit Medien aufwachsen und ich möchte, dass sie vorbereitet ist wenn sie, spätestens in der Schule, damit konfrontiert wird. Außerdem möchte ich, dass es etwas ganz normales für sie ist, und nicht die „süße verbotene Frucht“.

Klar, wir hatten das damals alles nicht und hatten eine tolle Kindheit, in der wir auf Bäume geklettert sind und mit unseren Freunden Banden gegründet haben. Doch wer sagt, dass das eine das andere ausschließt? Die Perle ist trotz einem sicheren Umgang mit Medien trotzdem gern draußen, kann sich super mit sich selber beschäftigen, hat eine blühende Phantasie und viele kleine Freunde. Daher sehe ich bei unserem Konstrukt derweil noch kein größeres Problem. Nur ich könnte vielleicht manchmal etwas weniger schnell auf das Vibrieren meines Handys reagieren.

2 thoughts on “Wieviel Medienvorbild steckt in mir? #mydigitalday (Blogparade)

  1. Danke vielmals für den klasse Beitrag! Bei uns ist der TV auch nur ganz präzis im Einsatz, also keine Berieselung. LG
    Séverine

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