Alleinerziehend war nicht mein Plan – Mein Beitrag zur Blogparade über Familienplanung #Planänderung

Die liebe Kerstin von Chaos² hat zur Blogparade über Familienplanung aufgerufen. In ihrem Ausgangsbeitrag schreibt sie sehr schön darüber wie Familie und insbesondere Kinder in einem gewissen Grad einfach nicht planbar sind. Es kommt ja doch irgendwie immer alles anders als man denkt.

Und was soll ich sagen? So wie ich heute lebe war es einfach nicht geplant, nein. Das soll auf keinen Fall heißen, dass es so wie es ist schlecht ist, nein auf gar keinen Fall. Aber wer plant schon, dass man schwanger wird und quasi schon vor der Geburt alleinerziehend wird? Richtig, doch wirklich die allerwenigsten von uns.

Ich hatte schon immer einen Kinderwunsch. Zwar keinen konkreten, aber seit ich denken kann wusste ich, dass ich einmal Mama sein will. Ich habe viel mit Kindern gearbeitet, war sogar für fünf Jahre eine live-in Nanny für vier bezaubernde Kinder und wusste immer, eines Tages werde ich meine eignenen Kinder haben und erziehen. Und ich freute mich darauf, doch wirklich konkret wurde der „Plan“ erst, als ich schon längst schwanger war. Und das geschah absolut ungeplant. Aber von Anfang an nicht ungewollt, das möchte ich hier einmal betonen.

Der Perlenpapa und ich waren von Anfang an kein Paar. Ich kenne ihn von früher und die Perle ist einfach so irgendwie „passiert“. Nach ein wenig emotionaler Rangelei machte ich jedoch meinen Standpunkt klar, dass die Perle zwar ungeplant, aber definitiv ein Wunschkind sei. Und somit war es besiegelt, ich würde Mama werden. Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig, stand ich doch ganz knapp vor meinem Umzug nach London, wo ich am Institute for Education meinen Master machen würde. Diese Pläne legte ich für’s Erste auf Eis und machte mich erstmal daran, die Ankunft meiner kleinen Perle zu planen. Eine Wohnung, ein Auto, ein Job mussten her…und das klappte auch alles irgwndwie wie geschmiert und ich fühlte mich sehr gut dabei

Zwischen dem Perlenpapa und mir klappte Anfangs hingegen so gar nichts. Zwar hatte er auch schon immer einen Kinderwunsch gehegt, jedoch hatte er einen ganz bestimmten Plan, nach dem er Papa hätte werden wollen…Haus, Hochzeit, Elternwerden hieß dieser Plan und der war damit nun gewissermassen durchkreuzt worden. Es dauerte bei ihm auch viel viel länger als bei mir, bis er sich mit der ganzen Situation anfreunden konnte…da war die Perle schon längst bei uns, als es endlich bergauf ging. Das kommt vielleicht davon, wenn man das Leben komplett durchplant, es kommt irgendwie anders und dann steht man vor einem Scherbenhaufen. Ich, die eher zur planlosigkeit neige, hatte einen kleineren Haufen Scherben vor mir und die taten mir auch nicht ganz so weh, vielleicht weil ich mich nie so doll auf sie gestützt hatte.

Naja. Dann kam die Perle. Und alles, was man eben so plant wenn man schwanger ist, löste sich in Luft auf. Denn es wurde total anders. Der Stress und das Chaos mit dem Perlenpapa war unlike anything was ich mir hätte ausmalen können. Und die Zeit mit der Perle und die Liebe, die ich für sie empfand sowie die Freude über jeden einzelnen Tag mit ihr war größer und besser als alles was ich mir hätte vorstellen können. Mama-sein kann man nicht planen, wenn man noch keinen Schimmer hat, was das eigentlich bedeutet.

Mittlerweile haben der Perlenpapa und ich uns berappelt und es funktioniert alles relativ gut. Wir teilen uns die Verantwortung und planen so gut wir können für die Zukunft der Perle. Doch auch hier sehen wir immer wieder, dass man sich nicht zu sehr auf seine Pläne verlassen sollte. So haben wir zum Beispiel sehr viel Energie darauf verwendet, den besten Kindergarten für sie zu finden und planten eine wunderschöne Kindergartenzeit für sie. Nun sieht es so aus als würde ich wohl bald den Job und somit auch den Wohnort wechseln. Das würde auch wieder einen neuen Kindergarten mit sich bringen und unser ganze Planerei würde wieder von vorne losgehen.

Eine weitere Familienplanung habe ich übrigens auch nicht. Nur weiß ich, dass ich auf jeden Fall nochmal irgendwann ein Baby haben möchte. Ich möchte diese intensive und wunderschöne Zeit noch einmal erleben, möchte, dass die Perle eine große Schwester wird und möchte keine Mama von einem Einzelkind sein. Dieser Kinderwunsch ist ganz weit davon entfernt ein Plan zu sein. Ich habe weder einen Partner dafür, noch den finanziellen Spielraum für ein weiteres Kind. Daher bleibt es noch ein unkonkreter Wunsch meinerseits, der leise in mir brennt. Und irgendwann, wenn die Rahmenbedingungen wieder ein wenig kinderfreundlicher sind, dann wird es wohl wieder passieren. Bis dahin werde ich mich nicht damit aufhalten irgendwas zu planen, denn die Vergangenheit hat mir gelehrt, dass auch die tollsten und bodenständigsten Pläne dazu da sind durchkreuzt zu werden. John Lennon sagte doch einmal so schön „Life is what happens while you’re busy making plans“. Und ich konzentriere mich lieber auf das Leben als fragwürdige Pläne zu schmieden.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr eine feste Familienplanung oder lasst ihr alles so mehr oder minder auf euch zu kommen? Macht doch mit bei der Blogparade von Chaos².

4 thoughts on “Alleinerziehend war nicht mein Plan – Mein Beitrag zur Blogparade über Familienplanung #Planänderung

  1. Ich glaube, man kann maximal das Grundgerüst planen und mehr nicht.

    Schön hast du deine Situation geschildert. Uns Ich freue mich, dass du und der PerlenPapa es hinbekommen habt.

    Lg

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