Windelfutsch in der Vergleichsfalle

Da haben wir den Salat. Der Perlenpapa und ich scheinen voll in die Vergleichs-Falle hinein getapst zu sein. Und nun haben wir hier ein vollends genervtes Kind welches Töpfchen und Unterhose ganz offen und direkt denunziert. Ein Drama. Wie konnte das nur passieren?

Alles begann auf dem letzten gemeinsamen Kindergarten Elternabend. Da kamen wir ins Gespräch mit dem Vater vom besten Kita-Freund der Perle, der uns stolz erklärte, dass der Kleine nun trocken sei. In unseren Köpfen begann es sofort zu rechnen…der Kleine ist doch drei Monate jünger als die Perle…und jetzt ist er schon zwei Monate trocken? DIE PERLE IST 5 MONATE ZU SPÄT DRAN! (Ja, auch wir können’s dramatisch).

Also kaufte der Papa das Buch „Der Zauberer Windelfutsch“ und wir deckten uns mit Perlen-Unterhosen ein. Immer wieder diskutierten wir mit der kleinen Perle die Vorzüge von Unterhosen gegenüber Windeln, erklärten ihr, dass sie ja jetzt ein „großes Mädchen“ sei, erinnerten sie, dass sie ja Bescheid sagen soll wenn sie mal müsse und setzten sie immer wieder auf ihr Thrönchen. Nix. Niente. Keine Chance. Den Windelfutsch fand sie zwar cool und Unterhosen sind ja auch irgendwie gemütlich aber ob sie jetzt wirklich ein „großes Mädchen“ sein wollte…dessen war sie sich nicht so ganz sicher.

Im Gegenteil, sie wurde immer genervter. „Muss nicht Pipi!!“ und „nahain, binnich groß!“ wurden regelmäßige Ausbrüche ihrerseits. Der Stellenwert der Windel begann zu wachsen und plötzlich war es auch gar nicht mehr so spannend Pipi auf dem Topf zu machen. Ja, sie begann es sogar einzuhalten um dann, kurz nach der Entlassung aus einer „Sitzung“, direkt auf den Teppich vor dem Topf zu pieseln. Als sie dann noch bei dem unmöglichen Versuch in ihren Backofen zu kriechen (fragt nicht…), wobei ich ihr sagte, dass sie dafür schon zu groß sei und sie mit einen „NICH GROß, NICHT LETTE GEHEN!“ Aufschrei antwortete, da war es für mich an der Zeit die Notbremse zu ziehen.

Sie ist einfach noch nicht soweit. Egal wer schon soweit ist, sie ist es eben nicht. Das Töpfchen dient jetzt wieder nur als Hocker, die Unterhosen wurden wieder weggepackt und der Zauberer Windelfutsch ist wieder einfach nur eine schöne Geschichte (sehr zu empfehlen, übrigens). Kann uns doch egal sein, die Madame ist noch keine drei Jahre alt. Wozu das ganze jetzt zu einem ausgewachsenem Drama werden lassen, wenn sie eigentlich ja noch soviel Zeit hat? Wir haben uns da echt in eine Sache a la „sie müsste doch jetzt eigentlich“ verrannt, die doch eigentlich gar nicht stimmt. Wer sagt das denn? Der Kita-Freund? Seine Eltern? Die Erzieher? Nein, keiner von denen, wir haben da wohl was gehört, was von gar keinem gesagt wurde. Besonders nicht von der Perle.

windelfutsch

3 thoughts on “Windelfutsch in der Vergleichsfalle

  1. genau so ist es! mein großer war 4 (!), als es ohne Windel ging. Klar hat es genervt. Aber es war einfach so. Die kleine wird Anfang Dezember 3 und macht nicht die geringsten Anstalten. Sie merkt zwar, wenn sie muss (und bittet dann gerne darum, allein gelassen zu werden ;)))) ), aber Töpfchen und/oder Toilette gehen GAR NICHT. Warten wir halt ab. 🙂

  2. Genau so! Die Kinder geben das Tempo vor.
    Meine GroßeMaus war zwar super flott trocken, aber die MiniMaus hat noch keine Lust dazu. Für ab und zu geht Sie auf die „Lolette“ und in der KiTa wird sie auch regelmäßig drauf gesetzt, aber ihre „Pempi“ will sie nicht her geben.
    Ich denke, sie wird Vielheit mit 3 oder 4 trocken sein. Wir warten ab.
    Lg

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