Papas sind wichtig! Mein Beitrag zur #Paparade

Paparade

 

Die liebe Wiebke von VerflixterAlltag hat zur Blogparade über die Wichtigkeit von Vätern aufgerufen und da uns der Perlenpapa auch sehr wichtig ist, wollte ich da auch gern mitmachen. Es ist vielleicht etwas seltsam, denn die meisten Alleinerziehenden Mütter stehen Vätern, besonders denen ihrer Kinder, eher ktitisch gegenüber…und viele auf Grund von unzähligen Enttäuschungen ihnen und ihrer Kinder gegenüber auch zu Recht. Aber nach einigen Anfangsschwierigkeiten haben der Perlenpapa und ich nun ein recht gutes Arrangement gefunden und ich finde, das verdient auch einen Artikel in der #paparade.

Die Anfangszeit

Ja, „aller Anfang ist schwer“, aber wir hatten wirklich einen sehr holprigen Start. Die Perle war nicht gerade geplant (dafür aber sehr erwünscht!!!), der Perlenpapa und ich waren kein Paar und in den Schwangerschafts-Monaten und dem ersten Jahr der Perle konnte man auch ziemlich gut sehen warum. Zum einen war es für jeden von uns beiden erstmal ein Riesending, sich selbst in der Rolle als Mama und Papa zu finden, aber uns als Eltern, und somit als Team, zusammen zu raufen entpuppte sich nochmal zusätzlich als schwieriges Unterfangen. Es gab viel Streit, viele verletzte Gefühle, viele schwere Vorwürfe. Da wurden Dinge getan aus Trotz, aus einer Anti-Haltung heraus, nur um dem anderen zu zeigen „Du bist nicht der Boss!“.

Es gab in der ganzen Zeit natürlich auch einige Katalysatoren, die die schwierige Zeit nur noch schwieriger machten. Ich will nicht näher darauf eingehen, denn zum Glück liegt diese Zeit ja nun auch hinter uns. Doch egal wie verflixt die Situation war, ich war immer sehr bedacht darauf, dass die Türe zum Papa-sein mindestens angelehnt, aber auf jeden Fall offen war. Ich wollte nicht diejenige sein, die meiner Tochter den Papa nimmt, wenn es denn die Möglichkeit gäbe, dass sie eine gute Beziehung zu ihm aufbauen könnte. Und glaubt mir, ich konnte mich Stunden, ja Tage lang darüber aufregen, was der Perlenpapa wieder gesagt oder getan hatte. Aber nicht einmal hätte ich mit Überzeugung sagen können, dass ich es nicht wichtig finde, dass die Perle einen Papa hat. Und nicht nur einen Erzeuger, sondern einen Menschen, von dem sie sagen kann „das ist mein Papa, der hat mich lieb!“. Und wenn es mal nicht so gut lief, dann belegte ich Sternschnuppen und Wimpern mit eben diesem Wunsch, denn ich wusste einfach im Herzen, wie wichtig das ist.

Veränderung

Irgendwann begann die Situation sich zu verändern. Ich habe einige Vermutungen woran es lag, aber so wirklich festlegen kann man sich da wohl nicht. Wir begannen nicht mehr nur gegeneinander zu reden. Er begann sich von sich aus, und nicht nur auf Nachfrage, einzubringen. Er hatte eine Meinung, die nicht nur in Opposition zu meiner existierte, sondern Substanz hatte. Wir begannen Dinge miteinander zu besprechen und im Sinne der Perle zu entscheiden, nicht um unseren eigenen Standpunkt zu vertreten. Ich merkte wie gut es tut, wenn man bei Entscheidungen einen zweiten Rat mit einbeziehen kann. Und wie schön es ist jemandem von den klitzekleinen Entwicklungsschritten zu berichten, der sich genau so sehr dafür interessiert wie man selbst. Wenn man die Verantwortung plötzlich teilt, und damit auch die dazu gehörigen Sorgen, Ängste, Freuden und Lektionen. Das machte einiges wesentlich einfacher. Und einfach schöner.

Natürlich sind wir uns nicht bei allen Themen ganz grün und unsere Prioritäten sind auch öfter verschieden als nicht. Aber ich musste mir nie, nicht einmal, Sorgen machen, dass sich der Perlenpapa nicht richtig um die Perle kümmern wollte oder konnte wenn sie bei ihm war. Und sie liebt ihre Zeit bei ihrem Papa. Natürlich ist es aber bei ihm auch ganz anders als bei Mama. Ich muss meinen Alltag nebenher auf die Reihe bekommen, hier wird nebenher der Haushalt gemacht, eingekauft, Besorgungen erledigt, etc. Wenn die Perle beim Papa ist, dann steht sie unweigerlich, und wohl auch anders als hier, im Mittelpunkt. Dann kommen die Verwandten, die Freunde, dann bleibt der Haushalt mal liegen, bis sie wieder nach Hause fährt. Das kann hier un da mal zu unterschiedlichen Erwartungen, Meinungen, und Kommunikations-Lücken führen.

Kuchen backen

Was uns am Perlenpapa so wichtig ist

Mittlerweile sind wir eigentlich ein eingespieltes Team. Die großen Dinge besprechen wir und regeln sie gemeinsam. Wir holen uns zwar immer noch Meinungen von offiziellen Seiten wie dem Jugendamt ein, aber nur, damit alles fair zugeht. Versicherungen, Sparmaßnahmen, Erziehungsfragen, Alltags-Sorgen und -Freuden…all das wird geteilt und besprochen. Ich habe ein gutes Gefühl, wenn die Perle beim Papa ist und das kleine Mädchen ist wirklich mit Haut und Haaren in ihren Papa verliebt. Und anders herum ist es sichtbar genau so.

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Er gibt mir auch sehr viel Sicherheit, die mir am Anfang ein wenig fehlte. Da fühlte ich mich mit so manchen Entscheidungen etwas überfordert, besonders weil sie ja quasi sofort von der anderen Seite angegriffen wurden. Jetzt werden sie zwar kritisch hinterfragt, aber das ist ja nicht unbedingt etwas negatives.

Der Perlenpapa ist ein Ruhepol für die Perle…bei uns ist ja immer was los…wir haben Besuch oder sind zu Besuch, wir fahren in der Gegend rum, unternehmen was, finden neue Wege oder Orte…sprich, wir sind immer auf Achse. Und auch ich bin oft gestresst, nervös, immer unter Strom. Der Perlenpapa hingegen hat die Ruhe weg, jedenfalls wenn die Perle bei ihm ist. Zwar kommt da auch mal Besuch, aber er hat auch keinen Vertrag damit sich die Perlenzeit rigeros frei zu schaufeln. So sind unsere Lebensentwürfe einfach komplett unterschiedlich, doch wir ergänzen uns da eigentlich ganz gut.

Alleinerziehend vs. Getrennt erziehend

Vor einer Weile las ich auf twitter, dass sich ein getrennt lebender Vater darüber beschwerte, dass das Wort „allein-erziehend“ ein Schlag ins Gesicht gegenüber den Vätern sei, die gern gemeinsam erziehen würden, es aber auf Grund von einer Trennung nicht können. Erstmal war ich kritisch, denn es gibt ja nunmal genug Geschichten von verschwindenden Vätern, die die Mütter wirklich allein erziehend zurück lassen. Aber da man ja nicht alle über einen Kamm schären sollte dachte ich mal darüber nach. Und ja, ich sehe mich nicht wirklich als allein erziehend an. Der Perlenpapa und ich erziehen gemeinsam, in eigentlich allen Bereichen. Ich frug ihn, ob er das auch als verletzend empfand. Er verneinte zwar, doch seither nenne ich mich eigentlich meistens getrennt erziehend. Denn alleine fühle ich mich in der Erziehung schon lange nicht mehr. Und dafür bin ich dem Perlenpapa dankbar.

 

Beim Verflixten Alltag könnt ihr übrigens noch andere Berichte der Paparade finden.

6 thoughts on “Papas sind wichtig! Mein Beitrag zur #Paparade

  1. Ich freue mich , nicht ganz eigennützig über die Entwicklung und finde es sehr gut, dass du das öffentlich machst. Es läuft zu oft bei getrennt lebenden Eltern nach dem Prinzip : Wer ist hier der Boss? (Wie du schon sagtest) Hut ab! Ihr macht das gut!
    @nandalya: Ohne aus dem Nähkästchen zu plaudern: In der Perlenfamilie kauft der Papa das rosa glitzer Pferd und die Mama das Fussballtrikot – und das ist auch gut so 🙂

  2. Da lese ich in meinen Emails die Headline.. und lese Sie nochmal und nochmal und entscheide mich mir einen Kaffee zu holen bevor ich diesen Post lese.. Hut ab meine Liebe, hut ab! Meine Augen wurden immer größer beim lesen… Ich drücke euch! Mehr Worte habe ich gerade nicht 😉

  3. Wow!
    Ich finde es so schön, dass ihr es nach den startschwierigkeiten geschafft habt zu einem Team zu werden!
    Ich finde es total schön zu hören, wie gut ihr euch in die Rolle „Eltern“ gefunden habt!
    Ich verneige mich vor Erich, dass ihr das Modell „getrennt erziehen“ -> an einem Strang ziehen, so gut meistert!
    *vor Freude knuddel*
    Deine sufo 2

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