Unser Weg in die Mutter-Kind-Kur – Akt I: Der Termin für den Antrag auf den Antrag auf den Antrag

antraege

Wie schon erzählt habe ich mich ja entschlossen nun endlich mal das Projekt „Mutter-Kind-Kur“ echt und ernsthaft anzugehen. Das kam zum einen dadurch, dass die Perle nun bald in ein Alter kommt, in dem sie sich gut woanders einleben und auch ohne grössere Probleme woanders in eine Betreuung gehen könnte. Und zum anderen häufen sich bei mir irgendwie die körperlichen Zipperlein und mein Körper gibt mir irgendwie zu verstehen, dass er nicht mehr alles einfach so wegstecken kann. Und als mein Arzt mir diesen Schritt dann auch noch nahelegte (und die Brigitte Mom auch noch darüber berichtete, dass zur Zeit sehr viele Anträge quasi durchgewunken werden) beschloss ich, hier einfach mal mein Glück zu versuchen.

Also rief ich erstmal bei meiner Krankenkasse an und frug, ob ich als Grenzgänger überhaupt Anspruch auf so eine Leistung hätte. Erklärung: Ich habe eine holländische Krankenkasse, werde aber durch eine deutsche Krankenkasse betreut. Das bedeutet, dass ich zwar in Holland meine Beiträge leiste, aber eine deutsche Karte habe und mein Hausarzt und alle behandelnden Ärzte in Deutschland sind. Was an Leistungen auf mich zutrifft ist manchmal eine ziemliche Rangelei, denn was ich in Holland nicht so einfach kriegen würde steht mir manchmal hier doch zu, und andersrum. Und die Perle familienversichern zu lassen entpuppte sich auch als ein ziemlich kompliziertes Unterfangen (an dessen Ende der Perlenpapa sie dann in seine Versicherung mit aufnahm). Da passiert ganz viel einfach in irgendwelchen Grauzonen…

Nichtsdestotrotz versicherte mir meine Ansprechpartnerin bei der betreuenden (sprich: deutschen) Krankenversicherung, dass mir diese Leistung zustehe, sie dann auf mein „Formular 60“ warten würden und mir dann bei Erhalt meine Anträge zuschicken würden. Aha. Wo man dieses Formular denn herbekommen könne frug ich. „Im Internet“ war dann die äusserst präzise Antwort. Soso…im Internet. Also schmiss ich Google an und suchte los. Dieses Formular fand ich zwar nicht, aber ettliche Seiten, die mir erklärten, dass es dieses Formular auch nicht „im Internet“ gebe, sondern der Hausarzt sie ausstellen würde. Ich machte also einen Termin und fuhr heute morgen (nach einem weiteren Arzt-Termin, ich bündel die ja ganz gern) in die Stadt.

Vorab mal: Mein Arzt ist super. Ich bin ja, ich weiss nicht ob ich es schonmal erwähnte, ohne Schilddrüse geboren. Das ist wohl ein ziemlich seltenes Dingen und ich habe schon so manchen Arzt ein wenig verdattert und am Rande der Überforderung erleben dürfen, wenn ich mit dieser Info um die Ecke kam. Nicht so aber „mein“ Dok. Als ich vor 7 Jahren in die Gegend zog suchte ich ihn auf und erklärte ihm, dass ich wisse, dass dies wohl eine Herausforderung sei, ob er aber gewillt sei sich dieser zu stellen. Und ob er war, er war richtig aufgeregt. „Is‘ mal was anderes als ’nen Schnupfen“ freute er sich und seither hat er sich, obgleich er null Erfahrunge mit einer von Geburt an fehlenden Schilddrüse hatte, wunderbar in das Thema eingelesen. Er erinnert mich an Check-ups und war komplett aus dem Häuschen, als ich schwanger wurde (diese Möglichkeit war ja, bei bisher allen Ärzten, immer ein riesen Fragezeichen gewesen). Ganz toller Mensch und Arzt. Wenn auch manchmal ein wenig seltsam…

Nunja, heute ging es aber bei unserem Gespräch eher weniger um die Medizin, sondern um die liebe deutsche Bürokratie. Als ich ihn um dieses „Formular 60“ bat lachte er auf und erzählte, dass dies ein unheimlich kompliziertes Formular sei und man ihn vor einiger Zeit gebeten hatte einen Kurs zu belegen, damit er dieses Formular auch ja gut ausfüllen könne. Es ging nämlich um *Trommelwirbel* DREI (korrekt gesetzte) Kreuzchen. Ich sah ihn ein wenig ungläubig an und verstand erst ein wenig später, nämlich als er dieses Lied hier anstimmte, dass da wohl ein klein wenig Sarkasmus mitschwamm. Denn, so erklärte er es mir, das Formular 60 ist lediglich ein Antrag auf die Austellung eines Antrags, welcher dann eben für unsere Mutter-Kind-Kur sei.

Äh, ja.

Er legte mir dann noch nahe, den Antrag über eine Beratungsstelle zu stellen, die viele gute Kontakte zu den verschiedenen Kurhäusern hätten und von denen 93% der Anträge erfolgreich seien. Natürlich würden diese Beratungsstellen nicht umsonst arbeiten (jedenfalls nicht die, deren Flyer er mir in die Hand drücke), aber er fänd das keine schlechte Sache…zumal diese Menschen auch die Kurhäuser und deren Angebote am besten kennen würden und so die finden könnten, die am besten zu den Antragsstellern passen würden. Zitat „sonst kann es auch möglich sein, dass sie drei Wochen lang mit den Mama’s von Schantalle und Kävin kettenrauchend auf der Bank vorm Kurhaus sitzten und über die Kindsväter ablästern“.

Äh, ja.

Also war ich nach 10 Minuten wieder draussen. Zum Glück habe ich noch mein Blut für die DKMS Datenbank abgenommen bekommen, sonst hätte ich echt irgendwie das Gefühl gehabt umsonst in die Stadt gefahren zu sein (und mal wieder quasi ein Stück Parkhaus erworben zu haben). Dieses haben wir dann auch fluchs noch weggeschickt und dann ging es auch schon wieder auf die Arbeit. Heute wird dann noch der Antrag auf den Antrag rausgehen und dann sehen wir mal weiter…und ich muss mir mal angucken inwiefern ich die Hilfe der Beratungsstelle in Anspruch nehmen möchte…to be continued.

 

5 thoughts on “Unser Weg in die Mutter-Kind-Kur – Akt I: Der Termin für den Antrag auf den Antrag auf den Antrag

  1. Oh, Perlenmama, ich musste lachen. Auch wenn dir vermutlich nicht zum Lachen zumute ist bei diesem ganzen Behördenkram. Ich wünsch dir, dass eure Kur genehmigt wird, du und die Perle eine schöne Zeit dort habt und gestärkt wieder zurückkommt.
    Alles Liebe
    Paula

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