Über’s Wetter reden – Der Sturm über NRW am 9.06.2014

Also heute wurde ziemlich viel über’s Wetter geredet. Und zwar nicht, weil man sich sonst nichts zu sagen hätte (also in den meisten Fällen), sondern weil das, was da gestern am Himmel hier passierte, echt gigantisch war. Und zeitweise auch echt angsteinflössend.

Als ich vom Ring zurück kehrte fuhr ich quasi schon einem kleinen Unwetter hinterher, welches aber schon vorbei gezogen war, als ich zu Hause ankam. Doch statt der Erfrischung, die man sich nach einem solchen Sommergewitter verspricht, gab es heisse und schwüle Luft. „Wie im Affenhaus“, sagte der Perlenpapa und das traf 1A. Wie oft in einer solchen Situation warf ich einen Blick auf die Maastrichter Wetterseite Meteomaastricht, wo es nebst zahlreicher Wetter- und radarkarten auch einen Chat gibt, wo sich selbsternannte Wetterprofis mit Analysen eben dieser Karten beschäftigen. Das ist oftmals lustig und teils auch echt interessant. Dort sah ich jedenfalle eine grosse Gewitterfront auf unsere Region zuziehen und räumte schonmal ein paar Sachen von draussen nach drinnen.

Als der Perlenpapa die Perle nach Hause brachte und wir sie grad badeten und vom Wochenende erzählten wurde es draussen zusehends dunkler. Nach einem kurzen Blick aus dem Fenster beschloss der Perlenpapa schnell noch die Biege zu machen um vielleicht dem schlimmsten Unwetter noch zu entgehen. Und nach etwa 10-15 Minuten war es dann auch soweit: Der Himmel färbte sich grün und am Horizont stand eine Gewitterwand, wie ich sie so dunkel bisher noch nie gesehen habe. Ich erinnerte mich kurz an mein Tornado-Briefing als ich bei meiner Gastfamilie in Amerika einzog und verspürte den Drang einen Shelter-Room aufzusuchen. Denn dort wurde uns in den Kopf gehämmert: Bei grünem Licht – weg vom Fenster, ab in den Shelter-Room (Raum in der Mitte des Hauses ohne Fenster) und Weather Channel an.

black skies

Ich inspizierte also nochmal den Garten und als dann die erste grosse Windböe kam verkrümelte ich mich dann auch wieder schnell nach drinnen, auch um noch einmal einen Blick auf den Radar zu werfen. Da kam echt was ziemlich heftiges angerollt. Die Perle schreckte durch den Wind auch wieder auf und ich entschied, dass sie erst nach dem Unwetter ins Bett müsste…also ich könnte dabei auch nicht schlafen. Und dann ging es auch schon los. Es wurde quasi nachtdunkel und der Wind peitschte den Regen über die Strasse und an unser Fenster. Die Perle zeigte auf den Fleck, wo kurz vorher der Perlenpapa noch parkte und frug „Papa Auto nass? Papa Anss?“ und ich begann mich auch zu wundern, ob er es noch vor dem Unwetter auf die Autobahn und somit ausser Gefahr geschafft hatte.

Kein Filter - Die Farbe ist echt
Kein Filter – Die Farbe ist echt

Die Blitze zuckten in einer Frequenz über den Himmel, der einen Diskoblitzer neidisch gemacht hätte. Aber gedonnert hat es nur zwei Mal wirklich laut, der Rest war eigentlich nur ein andauerndes Grummeln. Aber der Wind und die verschwurbelten Wolken waren faszinierend. Generell schwankten die perle und ich beide zwischen Faszination und grusel, entscheiden konnten wir uns da nicht wirklich. Ich warf immer mal wieder einen Blick auf den Radar und irgendwann wurde es dann auch wieder weniger. Überraschenderweise ging die perle dann auch relativ schnell ins Bett, als ich ihr sagte, dass es nun vorbei sei und das Gewitter sich verabschiedet hätte. Mit einem „Tüss Wind“ hat sie sich dann ins Bett gekuschelt und ist auch bis heute morgen nicht mehr aufgewacht (selbst beim nächsten Gewitter heute morgen um 4:30 nicht).

Ich blieb noch etwas auf und inspizierte den Garten: Meine Rose hat es ziemlich mitgenommen und mein Magaritentopf ist weg, ich glaube, der liegt bei den Nachbarn. Ansonsten hat es ein wenig die Strasse runter einen Baum umgehauen und die gesamte Strasse liegt voller Laub, Zweige und Äste. Aber sonst haben wir keine Verluste oder Schäden zu beanstanden, selbst der Perlenpapa hat es sicher nach Hause geschafft. Der war Wettrennen-mässig vor dem Sturm hergefahren, der ihn dann als er zu Hause ankam einholte und beim Wäsche abnehmen nass machte. Fand er aber ganz cool, also das Wettrennen. Bei den Eltern der Berliner-Freundin ging es aber leider anders aus, dort deckte der Sturm nicht nur das Dach ab, sondern liess selbiges auch noch auf beide Auto niederprasseln. Richtig fies. Zum Glück wurde keiner verletzt.

Ich beobachtete noch eine Weile, wie sich des Unwetter seinen Weg nach Nordosten durch NRW bahnte und las auf Twitter wie es den Menschen in seinem Weg erging. Viele waren schockiert, aber auch fasziniert, von dieser Naturgewalt. Irgendwann ging ich dann ins Bett und merkte, dass es zwar abgekühlt, jedoch nicht minder schwül war…ein weiteres Gewitter also nicht auszuschliessen war (welches dann auch um halb 5 über uns hinweg zog, diesmal aber in einer leichteren Version).

Ich hoffe, es geht euch allen gut und euch und euren Lieben ist nichts passiert.

2 thoughts on “Über’s Wetter reden – Der Sturm über NRW am 9.06.2014

  1. Bei uns grummelte es auch extrem. Es ist total spannend gewesen den Lichtblitzen am Himmel zu zuschauen. Ich miss gestehen, dass ich mit einem Eis am Fenster stand, welches ich promt fallen ließ, als ein Blitz laut stark in der näheren Umgebung eingeschlagen ist. Wo genau konnte ich nicht feststellen. Zumindest scheint nix schlimmeres passiert zu sein.
    Lg

  2. Bericht aus Düsseldorf von meinen Eltern: Land unter, aber alles gut 😀 Soll heißen es ist nichts passiert am Haus und ihnen geht es gut. Aber schon krass, wie die Naturgewalten uns beherrschen können.

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