Gedanken-Nuggets vom Regenbogen, Schumi, Mastern, und Berlin.

Zur Zeit gibt es so viele kleine Dinge, die das Leben ganz schön ausfüllen. Nicht nur Aktivitäten und Pflichten, aber auch aktuelle Themen, die meine Gedanken für sich beanspruchen.

Ein Thema ist, nicht ganz überraschend, die Debatte über die Einführung von Toleranz gegenüber sexueller Vielfalt in die Lehrpläne der Schulen in Baden Würtemberg. Viele Diskussionen habe ich geführt, Artikel gelesen, beide, Gegen und Gegen-Gegen-Petition gelesen und nachgedacht. Mich aufgeregt, versucht die andere Seite zu verstehen, realisiert, dass es da nichts zu verstehen gibt, dann wieder versucht Argumente in den homophoben Kommentaren zu erkennen. Ganz grundlegend finde ich mittlerweile nur traurig, dass wir uns mit solcher Leichtigkeit auf dem Rücken solcher streiten, deren Schicksal hier „entschieden“ wird. Stempel „normal“ oder „unnormal“. Und dann werde ich traurig, dass wir uns überhaupt einbilden über diese Stempel zu verfügen. Auf welcher Basis? Naja, Fakt ist eben, dass es so ist, also kann ich mich darüber aufregen wie ich will, es geht ja eigentlich darum, wie man damit umgeht. Wenn jedoch das letzte Argument in einer solchen Debatte ist „Ach, keine Ahnung, ich find’s einfach unnormal…ist eben so.“ Ja, dann weiss ich auch nicht mehr. Dann ist jedes Argument davor umsonst gewesen. Wenn es am Ende darauf ankommt was wir darüber denken wie andere leben sollten. Und bei diesem Gedanken wird mir kotzübel, ich krieg ’nen Knoten im Bauch und ich muss die Zähne zusammen beißen vor Wut. Es ist nämlich einfach so ungerecht. Und ja, life ain’t fair, klar, aber wir müssen da doch nicht noch nachhelfen. Leider habe ich da keinen schlauen Schlusssatz…vielleicht gerade bin ich deshalb so gefrustet darüber.

Der Rest der Themen sind klein und weniger geladen…die übertriebene Anteilnahme an Schumi’s Unfall, die wie ein Tsunami über Deutschland schwappte, aber genau so schnell auch wieder verschwand. Ich fand es etwas seltsam. Klar gibt es bei jedem verunglückten und/oder toten Promi die gleiche Debatte „In Afrika sterben täglich Menschen und keinen störts aber bei dem/der heulen nun alle rum!“. Nur leider sind diejenigen, die diesen verstaubten Spruch jedesmal rauskramen auch nicht die Entwicklungshelfer und Missionäre vom Dienst und der einzige Zeitpunkt, an dem sie mal an Afrika denken ist doch nur dann, wenn andere „RIP Promi“ in ihren Statusbeiträgen stehen haben. Was nun besser oder schlechter ist weiß ich auch nicht, es geht mir nur immer wieder auf den Keks.

Und dann ist da noch mein Herzenswunsch endlich wieder etwas mit meinem Kopf zu machen. Mein neuer Büro-Roomie bringt mich schon jeden Tag zu etwas mehr Hirn-Gymnastik als es noch vor zwei Monaten gab, aber ich hätte das schon gern etwas struktureller. Ich muss mal einen Master-Sparplan erstellen oder einfach mal nach Stipendien Ausschau halten, wenn es die überhaupt noch gibt für olle Frauen wie mich…denn ja, der Zehnundzwanzigste Geburtstag steht vor der Tür und die Party will noch organisiert werden. Nach ein paar mentalen Hick-ups und viel gutem Zuspruch von teils überraschenden Seiten steht nun die Grund-Idee…nun muss sie mit Essen, Getränken, Gästen, und Musik gefüllt werden. Man darf gespannt sein…so schnell kommt man von „ach, ich feier nicht“ zu „ich feier mit Leuten aus ganz Deutschland!“.

Ihr seht, in meinem Kopf geht es mal wieder hoch her. Ich danke euch allen für die Möglichkeit das alles hier hinzuspucken und zu sortieren, das macht Spaß und bessere Laune!

Was auch gute Laune macht ist der Gedanke an das Wochenende…denn da treffe ich mich mit ein paar ollen Studienkollegen zum Pizza essen. Ja, mir ist klar, dass es hier auch Pizza gibt, doch so haben wir das während des Studiums auch immer gemacht. An einem bestimmten Abend kam jeder zu uns und brachte eine Tiefkühlpizza seiner Wahl mit. Diese wurden dann im Ofen erwärmt, während ein wenig Wodka-O ausgeschenkt und die neuesten Neuigkeiten, Überraschungen und Aufreger ausgetauscht. Wenn die Pizza dann warm war setzten wir uns alle vor die Glotze und guckten zum 26837 irgendeine Friendsfolge (oder zwei, oder drei, oder vier…). Hach nee…das war schön…naja und das ist auch der Plan für dieses Wochenende. Zum Glück hat sich mein Auto schon mit Mitfahrern gefüllt, das beruhigt mein Portemonaie ein wenig…;-) Aber ich freue mich! Ein Perle-beim-Papa-Wochenende, das gut verplant ist.

Eine wirkliche Conclusion gibt es auch bei diesem Post nicht, aber ich werde versuchen mich zu bessern…isch schwöa!

4 thoughts on “Gedanken-Nuggets vom Regenbogen, Schumi, Mastern, und Berlin.

  1. Bin auch froh, dass Du wieder schreibst. Hänge selbst aktuell fest, aber es muss ja nicht immer der tolle Eintrag sein. Man ist sowieso immer wieder verwundert, was die Leser interessiert und was nicht.
    Zu der ganzen „Homo-Debatte“ fallen mir 2 Dinge ein. 1. Der alte Fritz mit seiner „Jeder nach seiner Facon“ und die Reaktion meiner Tochter zu den Meldungen über Hitzlberger „Na, und?“ Ich hoffe sie behält diese Einstellung.
    Zu Schumi und jedem anderen Promi ist es meiner Meinung nach ebenfalls sehr einfach. Menschen, die ihn vorher mochten sind jetzt betroffen, da sie glauben ihn zu „kennen“. So wie man einen Nachbarn „kennt“. Menschen, die ihn nicht mochten oder auch nicht „kennen“ können das nicht nachvollziehen. Ich „kannte“ zum Beispiel Paul Walker nicht oder Friso von Oranien. Alles tragische Schicksale aber für mich nicht von weiterer Relevanz. Am Ende vom Tag ist es doch so lange ein Thema bis etwas neues kommt. Meine persönliche „Bindung“ im Fall von Schumi ist, dass ich dort wo er gefahren ist, wahrscheinlich auch gefahren wäre. Und die Vorstellung, dass das Leben innerhalb von Sekunden vorbei bzw. wesentlich verändert ist, dass ist schon angsteinflößend.
    Zuletzt, den 29. Geburtstag zum 2. Mal zu feiern ist doch toll. Viel schlimmer ist es ihn zum 3. Mal zu feiern, denn da macht man meistens keine große Feier. Und falls diese „Krise“ doch kommen sollte, dann schau die Perle an und ich bin mir sicher, dass Du unter keinen Umständen in der Welt die Zeit zurück drehen wolltest. Vielleicht mit der Ausnahme noch einmal völlig sorglos in den Tag hinein zu leben.

    1. Also ich find die Reaktion deiner Tochter grad köstlich und sie zeugt davon, dass da einiges richtig gelaufen ist…:-)
      Hehe, danke für die Krisen-Prävention…ich werde versuchen mich daran zu halten!

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