What I would like to tell my 16 year old self

Es mag an der nahenden Dreißig liegen, am Ende des Sommers, an der Abwesenheit der Perle, oder ’nem banalen Lied im Radio…aber mich hat heute mal die Melancholie ein wenig gepackt.

Heute fand ich mich in Erinnerungen wieder, an die Zeit als ich 16 war. Als ich mich schweren Herzens dazu entschied das Gymnasium zu verlassen. „Du brauchst doch Abitur“, sagten sie. Ach was sagten sie noch so alles…meine Englisch-Lehrerin lachte, weil ich nach Amerika wollte „mit deinem Englisch aber doch nicht?!“.

Sie kommentierten auch meinen Kleidungsstil…denn der war definitiv gewöhnungsbedürftig…ich trug eine Hose, die früher mal ein (roter) Bademantel war. Oder einen Jeansrock mit Netzstrumpfhose. Auweia. Blond wurde ich. Und dick. Ja, ich aß gerne…versteckte Süßigkeiten in einer Schachtel unter meinem Bett…und vernichtete sie dann abends vor dem Trash-TV. Ich leidete, dramatisierte…ich feierte die Pubertät, pöbelte, hormonisierte, terrorisierte. Ich suchte, wusste aber nicht wonach. Ich feierte, wusste aber nicht was. Die Pubertät ist echt eine turbulente Zeit. Nicht schrecklich, aber auch nicht optimal. Ich erlebte viel, lebte intensiv. Ich hatte die allerbesten Freunde EVER und die schlimmsten Feinde sowieso.

Die größte Sorge war das nächste Wochenende…die Karte zum Handy-Aufladen…ob man beim nach-Hause-kommen noch nach Rauch stank. Ich hatte Briefbücher, Freundschaftskettchen, und -armbänder. Meine Poster im Zimmer zeigten Oli P. und Christian Wunderlich…irgendwie stand ich auf Milch-Bubbies mit weichen Gesichtern. Würde ich mich heute so sehen wie ich damals war…ich wäre besorgt…vielleicht hätte ich auch ein wenig Mitleid. Aber vor allem hätte ich eine gute Nachricht: Alles wird gut.

Hier sind 10 Dinge, die ich meinem 16-jährigen Ich sagen würde:

1. Es ist okay, dass du kein Abitur machst. Du kommst schon noch zum lernen – wenn du selbst dazu bereit bist. Und dann wirst du Erfolg haben – und stolz sein können.

2. Die Freunde, die du jetzt hast werden nicht gehen…mit denen wirst du dich mit 30 Jahren noch zum Canasta-spielen treffen oder zusammen eure Babies schaukeln. Naja, die meisten jedenfalls. Aber auch die Richtigen. Also keine Sorge.

3. Lies! Du hast immer so gerne gelesen – nimm dich wieder der Bücher an. Jetzt hast du noch Zeit dafür. Mach das Trash-TV aus und lies wieder!

4. Gib Französisch nicht auf. Du wirst alles verlieren, wofür du dich jetzt so gequält hast. Oder nimm stattdessen Spanisch. Aber lerne eine dritte Sprache! Irgendwann wirst du 4-Sprachig sein.

5. Blond steht dir nicht!

6. Pink-Lila Schlangenprint auch nicht.

7. Du wirst fünf Jahre lang auf 4 Kinder aufpassen…und in 17 Jahren selbst zwei perfekte kleine Töchter haben. Und jetzt kommt das krasseste und jetzt grad komplett unwahrscheinlichste: Du wirst deine Mutter, hin und wieder mal, verstehen können.

8. Pass ein wenig auf deine Ernährung auf. Jetzt ist es noch so einfach ein wenig drauf zu achten, aber in 17 Jahren wird es immer schwieriger, ein paar Kilos loszuwerden.

9. Pflege den Kontakt mit der anderen Perlenoma – du hast nicht unbegrenzt Zeit mit ihr.

10. Du wirst ein paar radikale Entscheidungen treffen. Höre einfach auf dein Bauchgefühl, das ist der beste Kompass, den du hast. Und am Ende wirst du zurück blicken und trotz Bodenwellen und Umwegen denken: „Ja, war echt gut so“.

Aber, so wie ich mich kenne, würde ich mir selbst kaum zuhören, die Augen verdrehen, und „man, lass mich in Ruh…“ maulen. Demnach ist es durchaus möglich, dass mir der ein oder andere Punkt damals gesagt wurde…ich hab’s nur nicht ernst genommen…welche 16-jährige macht das schon?

Was würdet ihr eurem 16-jährigen Ich alles sagen? Eher Warnungen und Tipps, oder Zuspruch?

 

11 thoughts on “What I would like to tell my 16 year old self

  1. Manche Dinge, die ich meinem 16 Jahre alten Ich sagen würde, gebe ich ab und zu an den 14-Jährigen zuhause weiter ;-). Und er tut in etwa das, was du beschreibst (und was ich damals garantiert auch getan habe als ich „sowas“ zu hören bekam): im besten Fall höre ich ein gelangweiltes „Jaahaaa“. Wird dieses irgendwann zu einem genervten, muss man sich in Acht nehmen. Und dann wird mir ganz oft klar: „Oh man, genau DAS, was du gerade von dir gibst, sagte man DIR damals auch und du hast es gehasst“.
    Im Grunde kann man ja aber froh sein, dass man die Dinge heute derart reflektieren kann :-).

  2. Punkt 10 ist der alles entscheidende und dann noch: glaube an Dich, kämpfe für das, was Dir wichtig ist und geh Deinen Weg! So wie Du bist, bist Du genau richtig! I love you!

  3. Oh, ich liebe diesen Beitrag 🙂 Aber ernsthaft? Ich würde uns sagen: „mach genauso weiter!!“ Alles ist gut so wie es ist, und alles musste so kommen und alles hatte irgendwie seinen bestimmten Grund! (Naja, das Christian Wunderlich Poster vielleicht mal außen vor gelassen ;-))

  4. ohje, ich hätte so einige „gute“ ratschläge oder veränderungswünsche für mein 16jähriges selbst parat – ob ich darauf gehört hätte? wohl eher nicht.
    aber ich hätte den satz „alles wird gut“ mehr als gut brauchen können.

  5. Ich sage meiner Tochter immer, dass sie bestimmte Sätze wie „Ich werde nie bei euch ausziehen“ oder „Meine Kinder können später essen was sie wollen“ in ein Buch schreiben soll. Wenn sie dann einmal selbst Kinder hat, dann werden wir zusammen das Buch anschauen und ich bin mir sicher, dass zumindest die Kinder meiner Tochter und ich eine Menge Spaß haben werden.

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