Der Umfall

Ich bin gerade im Büro angekommen. Der Kaffee in meiner Tasse dampft noch. Ich fahre meinen Computer hoch und checke emails, durchforste die Social Networks (ja, ganz legal für die Arbeit) und erstelle meine To-Do Liste für den Tag. Ein Mittagessen mit den Master-Koordinatoren der Uni. Ich bin gespannt. Heute morgen habe ich mir extra meinen neuen Blazer angezogen, obwohl wettermässig der Kaputzen-Pulli viel besser gepasst hätte.

Das Telefon klingelt, mit einer Hand an der Maus und dem Blick noch auf einer Email greift meine Hand zum Höhrer. Mein Ellbogen streift etwas.

Ich weiss was passiert ist, bevor ich es sehe…ein warmer Fleck breitet sich auf meiner Jeans aus und meinen hellen Blazer ziert ein brauner Fleck. Der restliche Inhalt meiner Kaffeetasse breitet sich langsam als See auf meinem Schreibtisch aus.

Ich möchte kreischen, auch etwas fluchen…aber ich habe ja jemanden am Telefon: Die Sekretärin sagt, sie habe jemanden von der School of Governance in der Leitung. Auf den Anruf habe ich schon Tage gewartet, aber ich stehe hier triefend. Was soll ich tun? „Stell sie bitte durch“ sage ich…denn da muss ich jetzt durch. Ich stehe neben dem „Kaffee-fall“, am Ufer des kleinen Sees, der sich langsam unter meinem Schreibtisch bildet. Das Gespräch ist kurz, ich glaube sie merkt, dass ich ein wenig abgelenkt ist. Ich sage ihr, dass ich sie heute Nachmittag mit den Antworten zurück rufe. Dann hetze ich ins Badezimmer und hole einen Packen Handtücher. Alles klebt und mein Hosenbein ist nass und jetzt kalt. Mein Blazer versaut. Kann ich so zum Mittagessen? Ja, ich muss. Habe zu lange auf diesen Termin gewartet. Und nun?

Ich habe noch einen Pulli im Büro…naja…der Kaputzen-Pulli passt eh besser zum Wetter.

Jetzt brauch ich erstmal nen Kaffee.

3 thoughts on “Der Umfall

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